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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

1. Nov 2009 - 12:30 Uhr

Fußball, Bundesliga: Der SC jubelt, die Gäste gewinnen +++ SC Freiburg - VfB Stuttgart 0:1 >> RegioTrends-Fotogalerie von einem engagierten Derby

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Es wird noch viele Diskussionen um den nicht gegebenen Ausgleich des SC geben, denn einen Punkt hätte nach der engagierten zweiten Hälfte der SC verdient gehabt. So blieb nur die Erkenntnis, dass die Namen der überraschend viel geänderten Mannschaft sicher wieder in der nächsten Woche auf der Anzeigetafel im Leverkusener Stadion erscheinen werden, denn ihre Aufgabe erfüllt haben wohl alle.
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Lesen Sie hier den Bericht des SC Freiburg zum Spiel gegen den VfB Stuttgart:

Am Ende fehlt das letzte Quäntchen

Der SC Freiburg hat am Freitagabend das Banden-Württemberg-Derby gegen den VfB Stuttgart 0:1 (0:1) verloren. Vor 23.900 Zuschauern im badenova-Stadion erwischten die Gäste die bessere erste Halbzeit. Ciprian Marica sorgte in der 41. Minute für die Führung – und damit zugleich für den Siegtreffer. Nach der Pause fand der SC wesentlich besser ins Spiel, kämpfte um den Ausgleich und hatte Pech, dass bei einem Tor von Papiss Cissé Heiko Butscher im Abseits stand.
„Wann ist ein Platz ein Platz“ hat Herbert Grönemeyer zwar nie gesungen. Aber wenn er es getan hätte, hätte er sicherlich weiter getextet: „Wenn in Freiburg Fußball gespielt wird.“ Denn im Vergleich zum Spielfeld in der HSH Nordbank Arena beim Rückrundenauftakt des SC gegen den HSV, präsentierte sich der Rasen im badenova-Stadion zum 22. Bundesliga-Derby gegen den VfB Stuttgart wie frisch gelegt, gesaugt und gefönt.

Zum Derby kräftig durchgewechselt +++
Bevor auf dem satten Grün jedoch der Ball rollte, galt es sich zu orientieren. „Vier, fünf Einzelleistungen“, hatte Robin Dutt nach dem 0:2 am vergangenen Samstag gesagt, seien nicht so gewesen wie sie hätten sein sollen. Vor allem, „weil wir elf gute Einzelleistungen brauchen, um Stuttgart zu schlagen.“ Deshalb hatte der SC-Coach prompt Konsequenzen gezogen. Du-Ri Cha, Yacine Abdessadki und Stefan Reisinger saßen diesmal auf der Bank. Reisingers Hamburger Sturmpartner Tommy Bechmann fehlte verletzt. Und auch der in Hamburg verletzte Jonathan Jäger saß zunächst auf der Bank. Vier neue Spieler hatte Dutt dafür ins Team eingebaut. Allen voran Ömer Toprak, der nach seiner siebeneinhalbmonatigen Verletzungspause nach seinem Kart-Unfall erstmals in diese Saison in der Startelf stand.

Aus der Abwehrreihe hatte Cha weichen müssen. Ihn ersetzte Dutt jedoch nicht mit Felix Bastians, der erstmals auf die linke Mittelfeldseite vorrückte, sondern mit einem weiteren Debütanten. Mit Daniel Williams feierte der dritte Spieler aus der zweiten Mannschaft sein Profidebüt in dieser Saison. Ebenfalls erstmals von Beginn an lief Neuzugang Papiss Demba Cissé im Angriff auf. Im defensiven Mittelfeld spielte erstmals seit der Partie gegen Bayern München wieder Johannes Flum, dafür rückte Cédrik Makiadi mit in die Offensive. Der SC versuchte zu Beginn das Spiel in die Hand zu nehmen. Nach einer Flanke von Bastians verpasste Makiadi den Ball. Einen langen Ball von Flum bekam der gestartete Caligiuri nicht unter Kontrolle.

Gegentreffer fällt kurz vor der Pause
Mit dem ersten Eckball für die Gäste – Simon Pouplin musste anschließend den Kopfball von Georg Niedermeier abwehren – fand der VfB Stuttgart nach einer knappen Viertelstunde besser ins Spiel. Und wurde gleich gefährlich, zunächst vornehmlich nach Standardsituationen. Nach einem gefährlichen Freistoß von Pawel Pogrebnyak lenkte Pouplin den Ball um den Pfosten. Kurz darauf verfehlte Ciprian Marica per Kopf das Tor. Wieder nur zwei Minuten später köpfte nach einem Freistoß von Alikasandr Hleb wieder der Russe knapp vorbei. Erst nach einer halben Stunde fand auch der SC wieder besser in die Partie. Die Angriffbemühungen waren zwar auch zuvor von konstanter Frequenz gewesen, nur Chancen waren nicht herausgesprungen. Auch weil das Freiburger Spiel nach vorne nicht flüssig genug lief oder sich die Gastgeber durch ein ungenaues Anspiel selbst stoppten.


Die bis dahin beste Möglichkeit des Spiels verpassten jedoch zunächst noch einmal die Stuttgarter. Einen Schuss aus der Drehung von Sammy Khedira konnte Pouplin reaktionsschnell abwehren, den Nachschuss setzte Pogrebnyak über das Gehäuse. Nach einem schnellen Spielzug über Caligiuri und Flum hätte auf der andren Seite Bastians fast für die Führung gesorgt, doch sein Rechtsschuss strich knapp am langen Pfosten vorbei. Ähnlich endete ein weiterer Versuch von Caligiuri. Der zuvor über die rechte Seite durch die Stuttgarter Abwehr davongezogen war. Und obwohl jetzt eigentlich der SC am Drücker war, geriet das Team kurz vor der Pause doch noch in Rückstand. Nach einem kurzen Pass in den Strafraum spielte Pogrebnyak auf Marica (41.) weiter, der Pouplin aus kurzer Distanz überwand.

Kampf um Ausgleich bleibt vergeblich
Auch die zweite Hälfte begann mit einer Schrecksekunde für Freiburg. Nach einem Rückpass von der Grundlinie zog Roberto Hilbert von der Strafraumgrenze ab – doch Toprak wehrte den Schuss auf der Torlinie ab. Doch dann wurde der SC endgültig stärker. VfB-Keeper Sven Ulreich war nach einem Durchspiel in den Sechzehner auf Banovic rechtzeitig gestartet, der Kroate verfehlte das Tor knapp. Nach einer Stunde und einer flanke von Butscher schoss Bastians über das Tor. In der 63. Minute folgte dann die Szene, die in der zweiten Hälfte für die meiste Aufregung sorgte – und mit dem vermeintlichen Jubel über den Freiburger Ausgleich endete. Jackson Mendy hatte von der linken Seite vor das Tor geflankt, wo Cissé den Ball wunderschön annahm mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler versetzte und flach ins Stuttgarter Tor einschoss. Allerdings stand Butscher im Abseits in der Flugbahn des Balls, den der Kapitän zudem noch leicht abfälschte.

Es blieb bei der Gästeführung, doch der Funke im SC-Team war nun endgültig entzündet. Der Druck auf die Stuttgarter, die nur sporadisch zu Kontermöglichkeiten kamen nahm stetig zu. Cissé mit einem Kopfball und Bastians, ebenfalls per Kopf und von einem Stuttgarter auf der Linie geklärt, waren die nächsten Ausgleichschancen. Druck entfaltete der SC jetzt vor allem über den eingewechselten Cha, der rechts im Angriff spielte. Weitere echte Möglichkeiten sprangen jedoch – trotz der weiteren Einwechslungen von Jonathan Jäger und Stefan Reisinger – kaum noch heraus. Nach einer weiteren guten Flanke angelte Ulreich kurz vor Schluss Reisinger den Ball vom Fuß – die letzte Möglichkeit für den SC, den in der zweiten Hälfte durchaus verdienten Gleichstand herzustellen.

So wurde es auch am 19. Spieltag nichts mit dem zweiten Heimsieg der Saison. „Wir werden weiter kämpfen und dürfen uns nicht verrückt machen lassen. Wir haben auch heute unsere Chancen gehabt, irgendwann werden die Dinger auch wieder reingehen“, sagte Kapitän Heiko Butscher. Wobei das happige Halbrunden-Auftaktprogramm jetzt erstmal in einer Woche bei Tabellenführer Bayer Leverkusen weitergeht. Bevor der FC Schalke 04 als nächstes Team im badenova-Stadion vorspielt.

Dirk Rohde, SC Freiburg

Stenogramm:

SC Freiburg: Pouplin - Mendy, Toprak, Butscher, Williams (87. Reisinger) - Banovic (67. Cha), Flum (82. Jäger) - Bastians, Caligiuri - Makiadi, Cissé

VfB Stuttgart: Ulreich - Molinaro, Tasci, Niedermeier, Celozzi - Khedira, Träsch (85. Kuzmanovic) - Hleb (71. Hitzlesperger), Hilbert (58. Gebhart) - Pogrebnyak, Marica

Schiedsrichter: Brych (Berlin)

Tor: 0:1 Marica (41.)

Zuschauer: 24500 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Toprak, Caligiuri, Makiadi - Tasci

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