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Breisgau-Hochschwarzwald - Staufen
9. Nov 2010 - 16:27 Uhr“Staufen darf nicht zerbrechen”: Die “Staufenstiftung” stellt ihr Unterstützungskonzept vor ++ “Staufenkrug” und eine “Staufenbriefmarke”, die öffentlichkeitswirksam vermarktet werden ++ JETZT mit Video!
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Heute Morgen stellten Staufens Bürgermeister Michael Benitz und der ehemalige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Erwin Teufel, das Konzept der “Staufenstiftung” vor. Mit der Kampagne soll für Unterstützung für die von Rissen in ihren Häusern geplagten Altstadtbewohner geworben werden. Benitz ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung, Teufel Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Kern des Konzepts sind ein “Staufenkrug” und eine “Staufenbriefmarke”, die öffentlichkeitswirksam vermarktet werden. Die Vorgeschichte hat Schlagzeilen gemacht: Staufen wollte sein Rathaus mit umweltfreundlicher Erdwärme heizen und ließ in eine Tiefe von bis zu 140 Metern bohren. Dabei gelangte Grundwasser in eine darüber liegende Gips-Keuper-Schicht. Es entstand eine unterirdische Quellung, die sich auch überirdisch bemerkbar machte. Hebungsrisse klafften immer weiter auf und wurden zahlreicher. Mehr als 260 Häuser in der historischen Altstadt sind inzwischen betroffen. Die Rissbildung schreitet weiter fort. Den Schaden zu beheben, wird große Anstrengungen fordern. Bislang wird die Schadenssumme auf mehr als 50 Millionen Euro geschätzt. Doch es geht um Werte, die sich kaum beziffern lassen. Denn die Staufener Altstadt steht als bedeutendes Zeugnis der Vergangenheit insgesamt unter Denkmalschutz. Betroffen sind damit aber auch Besitz und oft die Existenzgrundlage vieler Bürger. Die Rechtslage ist dabei knifflig. Zwar sei bereits ein Verfahren beim Landgericht Freiburg anhängig, so Benitz. Solange die Bodenhebung nicht zum Stillstand gekommen ist, könne der Schaden aber nicht rechtswirksam definiert werden. Davon abgesehen sei mit einer Verfahrensdauer von fünf bis sechs Jahren zu rechnen. So lange wollten die Stadt Staufen und ihre Bürger aber nicht abwarten. Deshalb habe man im Januar dieses Jahres die “Staufenstiftung” gegründet. Ziel der Stiftung sei es, so Benitz, der Landes- und Bundespolitik sowie den Bürgern die Dramatik der Situation zu verdeutlichen. Außerdem, Mittel zu finden für Sofortmaßnahmen und für Härtefälle. Dabei hat sich die “Staufenstiftung” die erfolgreichen Aktivitäten zur Wiedererrichtung der Frauenkirche in Dresden zum Vorbild genommen und strebt einen siebenstelligen Betrag an. Aber selbst wenn sich dieses Ziel erreichen ließe, so Benitz, könne die Stiftung lediglich einen “Baustein” beisteuern. Die Arbeit der Stiftung beginnt nun mit einer langfristig angelegten und nationalen Solidaritätskampagne - entwickelt von der Freiburger Design- und Kommunikationsagentur “identis” - unter dem Motto: “Staufen darf nicht zerbrechen.” Im Mittelpunkt der Kampagne steht der Staufenkrug. In einer Erstauflage von 5.000 Stück von der Staatlichen-Majolika-Manufaktur-Karlsruhe gefertigt, ist er ein attraktives Sammlerstück oder Geschenk. Der Preis beträgt 68 Euro. Der Reinerlös fließt der Stiftung zu. Der Staufenkrug liefert auch das Motiv für die “Staufenbriefmarke”. Der Reinerlös der Staufenbriefmarke (Aufschlag 25 Cent) kommt ebenfalls der Stiftung zugute. Staufenkrug und Staufenbriefmarke bilden den Auftakt für die Solidaritätskampagne, die im kommenden Jahr und darüber hinaus fortgesetzt werden soll. Das Motiv des Staufenkrugs wird dabei als Leitmotiv für wirksame Aktionen, Veranstaltungen und Ausstellungen dienen. Die künftigen Impulse werden vor allem durch die Website www.staufenstiftung.de verbreitet, durch gedruckte Informationsmittel und durch einen Video-Spot. Staufenkrug und Staufenbriefmarke sind in vielen Geschäften des Einzelhandels der Region sowie bei Sparkassen- und Volksbanken der Region erhältlich. Den Staufenkrug gibt es zudem bei vielen Weingütern und Winzergenossenschaften. Kuratoriumschef Erwin Teufel machte deutlich, dass die Stadt Staufen dringend auf Unterstützung angewiesen ist. Die Bürger der Stadt seien von einem Ereignis betroffen, das in seinen Auswirkungen mit einer Naturkatastrophe vergleichbar sei, “fast noch schlimmer, weil sich die Situation über Monate und Jahre hinzieht“. Das lasse sich nur durch Solidarität bewältigen. Die Stadt sei alleine nicht in der Lage, all das zu bewältigen. Positiv bewertete Teufel, dass sich Stadt und Bürger nicht nur auf Klagen und Bitten beschränken, sondern selbst handeln. Er habe zwar kein Amt mehr und könne nicht direkt helfen, so Teufel weiter. Außerdem sei er bei zahlreichen anderen Stiftungen engagiert. Nachdem er aber als Ministerpräsident jahrelang durch das Land gezogen sei und für das Ehrenamt geworben habe, hätte er seine Unterstützung nicht versagen können. Anschließend besichtigten Teufel und der Stiftungsvorstand das ehemalige Stadtbauamt, das besonders stark von den Folgen der Erdwärmeerkundung betroffen ist. Außerdem eine Bohrstelle für einen zweiten Brunnen, um die Quellschicht zu entwässern. Aktiv für Staufen Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist Staufens Bürgermeister Michael Benitz. Mitglieder sind Wolfgang Schuhmann, Andreas Müller, Clemens Oberle, Helmut Zimmermann und Volker Siehr. Dem Kuratorium gehören neben Erwin Teufel auch der Wirtschaftsberater Prof. Dr. Klaus Mangold, der Herausgeber der Badischen Zeitung, Dr. Christian Hodeige, der Geschäaftsführer der WAZ Mediengruppe Christian Nienhaus, der Direktor des Vitra Design Museums, Alexander von Vegesack, sowie der ehemalige Landrat Jochen Glaeser an. Als prominente Unterstützer konnten zwischenzeitlich das ZDF, der SWR, die Sparkassengruppe, die Weingüter und Winzergenossenschaften in Baden, die WAZ-Mediengruppe, die Badische Zeitung, das Volkswagen-Autohaus Gehlert sowie die Volksbankengruppe gewonnen werden. >>> Weitere Meldungen aus der Rubrik "Passiert-notiert" anzeigen. 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