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31. Mai 2017 - 13:58 Uhr

13 Prozent weniger Gründungen in 2016 - Grüne fordern eine neue Gründungskultur in Deutschland!

Der gestern veröffentlichte Gründungsmonitor hat aufgezeigt, dass auch in 2016 die Zahl der Gründungen deutlich (um 13 Prozent) gesunken ist.
In einem Autorenpapier fordert die Freiburger Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae zusammen mit weiteren Spitzengrünen und Landesministern eine neue Gründungskultur in Deutschland.

Dazu Kerstin Andreae:
„Die von der Bundesregierung ausgerufene Gründerzeit ist ausgefallen. Gabriel und jetzt auch Zypries reden zwar viel über Innovation und Kreativität, sie handeln aber nicht. Noch immer ist es viel zu aufwendig und kostspielig, in Deutschland ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Gerade Kreative, Frauen und MigrantInnen haben es besonders schwer, an Kapital zu kommen. Es gibt zwar gute Programme, diese sind aber sehr speziell und kompliziert. Wir haben einen regelrechten Förderdschungel, da steigt niemand mehr durch. Der jetzt veröffentlichte KfW-Gründungsmonitor offenbart das Versagen der Bundesregierung.

Wir Grünen fordern, alle Gründerinnen und Gründer von unnötigen Melde- und Informationspflichten zu befreien, eine besseren Zugang zu Förderprogrammen und
Mikrokrediten sowie ein zinsloses staatliches Gründerdarlehen. Nur so schaffen wir eine neue Gründungskultur in Deutschland“.

Für eine neue Gründungskultur in Deutschland:
(Von Kerstin Andreae, Katharina Fegebank, Tarek Al-Wazir, Ramona Pop, Dieter Janecek, Thomas Gambke)

Was ist uns eigentlich in Deutschland jemand wert, der nichts hat, außer einer Idee und den Mut, sie zu verwirklichen? Die Antwort ist einfach: Zu wenig. Und dabei sind wir als Gesellschaft ohne diese Ideen und ohne diesen Mut selbst ziemlich wenig wert. Ohne Gründerinnen und Gründer verarmt unser Land. Es verarmt intellektuell, kulturell, sozial und finanziell.

Gründung ist vielfältig
Unser Bild von Existenzgründungen ist oft verkürzt und einseitig.
Existenzgründerinnen und Existenzgründer sind weder nur IT-Startup-Wunderkinder, die barfuß zur Arbeit kommen und um den Kickertisch herum hippe Produkte entwickeln. Noch sind sie nur osteuropäische scheinselbstständige Bauarbeiter, die zu acht in Kellerräumen hausen und ihre 4 Euro 50 Stundenlohn an die Familie nach Rumänien schicken. Gründung in Deutschland ist vielfältig. Dazu gehört die Musikerin, die sich von Monat zu Monat hangelt und oft nicht weiß, wie sie die Beiträge an die Künstlersozialkasse bezahlen soll – die aber einfach keine andere Wahl hat, weil sie den Beat in sich hat. Dazu gehört der syrische Flüchtling, der vor den Bomben aus Aleppo floh, nun in Hamburg eine Eisdiele eröffnet und glücklich ist, weil sich für ihn das Versprechen einer freien Gesellschaft bewahrheitet hat: Jeder bekommt seine faire Chance. Dazu gehören die Jungs, die ein Erfolgsunternehmen aus dem Boden
stampfen, indem sie fair gehandelte Bio-Limonade produzieren und einen Teil ihres Erlöses in soziale Projekte in den Anbaugebieten investieren. Dazu gehört auch der Jungunternehmer, der einen faltbaren E-Roller entwickelt und verbissen mit der EU-Bürokratie um eine neue europäische Zulassungsklasse kämpft. Dazu gehört die alleinerziehende freiberufliche Grafikdesignerin, die mit Mitte 40 ihren Job verloren hat, sich und ihre Kinder nun irgendwie so durchbringt und im Wartezimmer vom Kinderarzt
immer die nächste Abgabefrist im Nacken hat. Oder auch der Sohn, der die Tischlerei von seinem Vater übernimmt. Überhaupt müssen wir Unternehmensübernahmen ebenso als eine Gründung betrachten und würdigen. Doch so unterschiedlich Gründung in Deutschland auch ist, so haben alle Gründerinnen und Gründer etwas gemeinsam:

Sie sind Kämpferinnen und Kämpfer, die Verantwortung übernehmen, die nicht aufgeben und was bewegen wollen. Mit ihren Ideen und ihrer Schaffenskraft fordern sie etablierte Unternehmen, aber auch die Politik heraus, wagen Neues und sorgen für Innovation und eine stetige Modernisierung unserer Lebenswelten. Sie sind es, die unsere Energie-, Mobilitäts- und Agrarwende-Konzepte in die Praxis umsetzen. Auch die voranschreitende Digitalisierung in allen Lebensbereichen und die „Wirtschaft 4.0“ bedürfen noch vieler guter Ideen und neuer Konzepte, um unsere Zukunft ebenso menschlich wie lebenswert zu gestalten. Aber wie alle, die was bewegen wollen, haben Gründerinnen und Gründer es oft schwer in Deutschland. Weil bei uns meistens nur diejenigen eine Lobby haben, die etwas bewahren wollen. Aber wie sagte bereits Alt-Bundespräsident Gustav Heinemann? „Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“

Zukunft wird aus Gründermut gemacht
Der Trend zu Existenzgründungen ist rückläufig. Wurden 2004 noch 782 500
Gründungen registriert, so waren es zehn Jahre später nur noch 561 000 - ein Rückgang von fast 30 Prozent.

Unter den innovationsbasierten Volkswirtschaften liegt die Bundesrepublik laut Global Entrepreneurship Monitor bei den Existenzgründungen auf Rang 27.
Im jüngsten Startup-Monitor 2016 attestierten nur knapp ein Viertel der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer den nationalen und europäischen Institutionen ein ernsthaftes Interesse an der Gründerförderung. Und der Gründungszuschuss für Arbeitslose, einst ein Erfolgsmodell deutscher Arbeitsmarktpolitik, fristet ein Schattendasein. Wurden zum Höhepunkt 2010 noch rund 146.000 Personen gefördert, so waren es im vergangenen Jahr nur knapp 31.000 Personen. Es war die Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP, die aus dem Gründungszuschuss eine
Ermessensleistung machte.

Wir leben also in einem Land, in dem der Gründungszuschuss dem Staat mittlerweile weniger wert ist, als es einst die Abwrackprämie war. Die vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ausgerufene „Neue
Gründerzeit“ ist ausgefallen. Seine Nachfolgerin Brigitte Zypries hat zwar den gleichen Sound drauf, in der konkreten Umsetzung ist sie aber genauso mutlos. Die Erklärung der Bundesregierung dafür ist einfach – zu einfach: Mit sinkender Arbeitslosigkeit und einem robusten Arbeitsmarkt gebe es auch weniger Bereitschaft zur Selbstständigkeit.

Der Zusammenhang ist wahr, aber keineswegs vollständig und zudem politisch kurzsichtig. Denn es ist nicht so, dass nur die sogenannten Notgründungen zurückgehen - also Selbstständigkeiten mangels Erwerbsalternative. Das wäre ja in
vielen Fällen gut! Leider ging aber auch die Zahl der sogenannten
Chancengründungen im vergangenen Jahr um 15 Prozent zurück – also diejenigen, die sich einfach deshalb selbstständig machen, weil sie eine gute Idee haben, an die sie glauben.

Politischer Wille wirkt: Impulse setzen und voneinander lernen
In vielen Bundesländern gibt es gute Gründungsimpulse. So hat Hessen
beispielsweise mit seinem „Hessen-Mikrodarlehen“ einen wichtigen Schritt
unternommen, Existenzgründungen einfach und unbürokratisch zu unterstützen und das im November 2016 eröffnete Tech Quartier (TQ) in Frankfurt am Main fördert Start-ups im Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen, die sogenannten Fintechs, mit Räumen und einem Accelerator-Programm.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt durch sein Programm „MikroCrowd“ alternative Finanzierungsformen. Über eine eigene Online-Plattform können Gründungswillige ihre Projekte nach einer Beratung durch die L-Bank, der
Förderbank des Landes, online platzieren und vorstellen. Nach dem Prinzip des Crowdfundings können so Gründerinnen und Gründer einen Teil ihres Startkapitals einwerben und bekommen zusätzlich ein günstiges Darlehen.

Auch in anderen Bundesländern gibt es erfolgreiche Programme und Initiativen. So wurde z.B. über die Hamburger Existenzgründungsinitiative H.E.I ein spezielles Weiterbildungsprogramm für ExistenzgründerInnen aufgelegt und in Berlin eröffnen in Kürze zwei „Digital Hubs“ zu den Themen Internet der Dinge und FinTech. An diesen Orten können sich Start-ups untereinander und mit Wissenschaftlern und Bestandsunternehmen vernetzen. Außerdem öffnen sich die großen Landes- und Infrastrukturunternehmen für innovative Ideen aus der Start-up-Szene und bündeln ihre Aktivitäten in sogenannten InfraLab´s.

Es zeigt also, dass mit kreativen Ideen und innovativen Instrumenten viel bewirkt werden kann. Wenn wir jetzt noch eine bessere Verzahnung dieser und anderer Landesförderungen hinbekommen, kann das Deutschland insgesamt an die Spitze bringen. Lernen wir voneinander und teilen unsere Ideen.

Fehlende Existenzgründungen sind die Arbeitslosigkeit von morgen
Was Union und SPD nicht sehen wollen: Die fehlenden Existenzgründungen von heute sind die Arbeitslosigkeit von morgen. Der Beschäftigungseffekt von Existenzgründungen ist gewaltig. Gründerinnen und Gründer schufen in den Jahren 2003 bis 2014 rund 4,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs. Und nicht nur das: Existenzgründungen sind das Lebenselixier einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft. Sie sorgen für frischen Wettbewerb, und zwar in seiner kostbarsten Form: Wettbewerb um die besten Ideen. Neue Unternehmen sind häufig innovativ, sie erhöhen den Druck auf etablierte Großunternehmen, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Wer sorgt denn für ökologischen Innovationsdruck im Markt? Unsere Konzerne oder nicht doch eher die unabhängigen Tüftler und Talente?

Doch es geht um mehr als nüchterne volkswirtschaftliche Kennzahlen. Es geht um mehr als neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Innovationkraft. Es geht um die große Frage: Wollen wir eine Chancengesellschaft sein oder nicht? Denn auch die Freiheit, ein Unternehmen zu gründen, ist ein unverzichtbarer Bestandteil von gerechten Teilhabechancen.

Frauenanteil auf Rekordniveau
Das gilt auch und gerade für Frauen. 2015 ließ sich zum dritten Mal in Folge ein Rekordniveau beim Frauenanteil der Existenzgründungen markieren. 43 Prozent aller neuen Selbstständigkeiten sind weiblich. Dabei zeigt sich, dass Frauen die Existenzgründung oft gezielt nutzen, um Familienarbeit und Erwerbstätigkeit zeitlich freier vereinbaren zu können. Sie nutzen Existenzgründungen auch häufig, um nach einer Kinderpause wieder in die Erwerbsarbeit einzusteigen. Frauen gründen
überdurchschnittlich oft im Nebenerwerb. Wenngleich das zeigt, wie ungleich die Verantwortung für Kinder und Familie und Chancen auf ein auskömmliches Einkommen noch immer zwischen den Geschlechtern verteilt sind, so zeigt es auch: Im konkreten Fall ist die berufliche Selbstständigkeit oft ein wichtiges Stück Emanzipation. Frauen sind oft das bessere Organisations- und Planungstalent. Sie bewahren einen kühlen Kopf, wenn es z.B. darum geht, bei einer Auftragsflaute die Kosten anzupassen, während Männer öfter dazu neigen, zu hohe Risiken einzugehen.
Das führt dann oftmals geradewegs in die Schuldenfalle oder im Extremfall in die Insolvenz. Dann geben wir Frauen aber auch die Wertschätzung und Unterstützung, die sie verdienen. Schaffen wir Voraussetzungen, damit sich Unternehmerinnentum gut mit Privatleben und Familie verbinden lässt. Das kann bedeuten, dass Förderprogramme nicht nur auf schnelles Wachstum setzen, sondern auf die Bedürfnisse und Lebensentwürfe der Frauen eingehen oder die Gründung von Frauennetzwerken unterstützt wird. Auch Mentorinnenprogramme, bei denen Gründerinnen anderen Gründerinnen beim Start helfen, könnten eine wichtige Unterstützung geben. Wir wünschen uns jedenfalls mehr Gründerinnen in Deutschland - auch als Rollenvorbilder.

Migrantinnen und Migranten sind die fleißigsten Gründer
Das gilt auch und gerade für Migrantinnen und Migranten. Jede fünfte Gründerin und jeder fünfte Gründer hat eine Einwanderungsgeschichte. Laut KfW-Gründungsmonitor liegt die jährliche Gründerquote von Migrantinnen und Migranten deutlich höher als der Durchschnitt. Ein wichtiger Grund dafür sind die schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wer in Deutschland Ali oder Aishe heißt, bekommt nicht nur seltener ein Abitur, einen Miet- und Ausbildungsvertrag, sondern eben auch einen Arbeitsplatz. Die Möglichkeit zur Existenzgründung war zu allen Zeiten gerade für gesellschaftliche Minderheiten ein essentielles Teilhaberecht.

Alle Kennzahlen zeigen, wie sehr dies auch für Einwanderinnen und Einwanderer bei uns in Deutschland zutrifft. Selbstständige Migrantinnen und Migranten schaffen mehr Arbeitsplätze für andere als der Durchschnitt der neuen Unternehmen. Gerade Akademikerinnen und Akademiker mit Einwanderungsgeschichte sind deutlich gründungsfreudiger als ihre deutschen Landsleute. Migrantinnen und Migranten messen der Selbstständigkeit häufiger gute Karrierechancen bei und nehmen Berichterstattung über Gründerinnen und Gründer positiver wahr. Und sie haben recht damit: Das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen von Selbstständigen mit Migrationshintergrund liegt satte 40 Prozent höher als bei Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund.

Was für die länger in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten gilt, das gilt für die neu angekommenen Geflüchteten umso mehr. In Deutschland liegt der Anteil von Selbstständigen bei 11 Prozent. In Syrien liegt er bei 34 Prozent, im Iran gar bei 39 Prozent. Es ist eine große Portion frischer Gründermut nach Deutschland eingewandert. Machen wir etwas draus, statt Hunderttausende in Warteschleifen und zu Passivität zu verdammen!

Es klemmt beim Geist und beim Geld
Gründerinnen und Gründer brauchen – im wörtlichen Sinn – Freiräume. Sie sind auf ein gründungsfreundliches Umfeld angewiesen. Es geht dabei nicht darum, persönliche Selbstfindungsprozesse mit öffentlichen Mitteln zu subventionieren, sondern vielmehr darum, Steine aus dem Weg zu räumen und Grundlagen zu schaffen, an denen später die Allgemeinheit partizipiert. Sei es durch neue Arbeitsplätze oder innovative Produkte, die uns das Leben erleichtern.

Der internationale Vergleich zeigt, dass das öffentliche Bewusstsein für den Wert von Existenzgründungen bei uns viel zu gering ist, angefangen bei der fehlenden Vermittlung von Unternehmergeist in der Schulbildung. Wer sich in Deutschland entschließt, sich selbstständig zu machen, der trifft zwar durchaus auf Beratungs- und Fördermöglichkeiten. Die sind oft sogar ganz gut, wenn auch zergliedert und verworren. Aber wir strengen uns nicht an, um überhaupt erst mal jemanden auf die Idee zu bringen, sich selbstständig zu machen! Wir ermutigen nicht zur Gründung. Wir
genehmigen sie allenfalls.

Eine weitere Hürde ist das Geld. Die Kreditverfügbarkeit ist neben dem
Bildungssystem der Bereich, in dem Gründerinnen und Gründer dem Standort Deutschland die schlechtesten Noten geben. Wer kein IT-Entwickler ist, sondern einen Internetversandhandel für LED-beleuchtete Autotürverkleidungen aufmachen will, hat keine Chance. Und dabei liegt der übergroße Teil von Existenzgründungen eben nicht im Bereich der hochinnovativen Start-Ups. 70 Prozent der Existenzgründungen finden
im Dienstleistungsbereich statt. Und gerade Gründerinnen und Gründer mit grünen, kreativen oder sozialen Geschäftsideen mangelt es oftmals an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, die es für ein erfolgreiches Unternehmertum braucht. Diese lassen sich erlernen – und wir sollten auch hier noch gezielter unterstützen.

Wir können eine Gründerkultur nicht verordnen, aber die Werte vermitteln und förderliche Rahmenbedingungen schaffen, die Lust auf ein Gründen mit guten Ideen machen.

Das „bedingungslose“ Gründerkapital
Gründerinnen und Gründer sind wesentlich stärker von Finanzierungsschwierigkeiten betroffen als etablierte Unternehmen. Unter den Gründerinnen und Gründern haben es wiederum die Migrantinnen und Migranten besonders schwer. 28 Prozent unter ihnen beklagen einen mangelnden Zugang zum Kapital - im Durchschnitt aller Existenzgründungen sind es nur 18 Prozent. In zwei von drei Fällen finanzieren sie den Unternehmensstart aus privaten Ressourcen, 23 Prozent greifen auf externes Kapital zurück. Davon hat der Großteil einen Kreditbedarf von maximal 25.000 Euro.

Setzen wir doch gerade hier ein starkes Signal des Aufbruchs: Jeder, der sich in Deutschland selbständig macht, bekommt einmalig ein zinsloses Darlehen in genau dieser Höhe. Wir nennen es Gründerkapital. Es wird als Einmalbetrag am Anfang der Gründung ausbezahlt, soll unbürokratisch zu haben sein und allen offen stehen. Sobald das Unternehmen Fuß gefasst hat, beginnt die Rückzahlung. Die einzige Voraussetzung ist eine gute Beratung und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung des Geschäftskonzepts durch einen Experten. Dann kann es losgehen! Klar ist, das Gründungskapital löst nicht alle Probleme. Es ersetzt auch keine gute Infrastruktur vom Gründerzentrum bis zum Co-Working-Space. Es bietet aber ein einfaches und
unbürokratisches Finanzierungsinstrument, das die gesamte Breite von
Existenzgründungen erreicht.

Eine Gründung soll Spaß machen und andere Menschen motivieren, sich ebenfalls selbständig zu machen. Zum Gründen gehören aber auch Rückschläge. Nicht jede Idee funktioniert beim ersten Versuch und so manches Leuchtturmprojekt führt erst über Umwege zum Erfolg. Deshalb dürfen wir nicht nur ideenreiches Gründen und nachhaltiges Wirtschaften im Blick haben, sondern müssen auch faire Spielregeln bei einem Misserfolg, der Teil jedes Unternehmertums sein kann, für Gründerinnen und Gründer gestalten. Wir brauchen in Deutschland eine Gründungskultur der zweiten und dritten Chance und keine Stigmatisierung.

Schaffen wir eine neue Gründerzeit! Wir Grünen sind bereit dafür. Wir helfen mit, dass keine gute Unternehmensidee verloren geht und neue Ideen angestoßen werden. Wir schließen ein Bündnis mit denen, die sich nicht an die Vergangenheit klammern, sondern die Zukunft gestalten wollen. Und wer uns fragt: Was ist euch Grünen eigentlich jemand wert, der nichts hat außer einer Idee und den Mut, sie umzusetzen? Dem antworten wir: Eine echte Chance.

Kerstin Andreae ist Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen

Katharina Fegebank ist Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg

Tarek Al-Wazir ist Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung des Landes Hessen
Ramona Pop ist Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin

Dieter Janecek ist Sprecher für Wirtschaftspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen

Thomas Gambke ist Mittelstandsbeauftragter der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

(Presseinfo: Büro Kerstin Andreae, 31.05.2017)


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