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Kreis Emmendingen - Emmendingen

29. Sep 2017 - 09:10 Uhr

Start der Bildungspartnerschaft zwischen den Breisgauer Modellfliegern und den Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen - Erstes am neuen Emmendinger Schülerforschungszentrum aluMINTzium angesiedeltes Projekt.

Mit einem vergleichbaren Modellsegler stimmten die Breisgauer Modellflieger die Schülerinnen und Schüler auf das anstehende Großprojekt ein: Roland Dallmann, Anton Strütt, Projektkoordinator Frank Dworeck , Vorstandsvorsitzender Manfred Hirth und Michel Grandpair von den Breisgauer Modellfliegern (von rechts) mit den Schülerinnen und Schülern und Schulleiter Thomas Kruse, Bruno Ritter und Carsten Münchenbach von den GHSE (von links).

Quelle: GHSE
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„Von Anfang an war uns klar – entweder wir machen es richtig - oder gar nicht“, stellte Manfred Hirth, Vorstand der Breisgauer Modellflieger (BMF) die Überlegungen der Vereinsmitglieder dar. Es ging dabei um die Anfrage des Deutschen Modellflieger Verbands (DMFV), eine Bildungspartnerschaft zu übernehmen, mit Schülern ein MINT-Projekt durchzuführen, und dieses mit der finanziellen Unterstützung durch die Jugendstiftung Baden-Württemberg.

„Was lag näher, als gemeinsam einen Modellflieger zu bauen“, so Hirth weiter. „Aber es soll keine „Bastelstunde“ abgehalten werden, sondern es soll als großes Ziel ein mit 5,6 Metern Spannweite großes Modellflugzeug mit höchsten technischen Anforderungen entstehen, das durch modernste Solartechnik angetrieben und autonom fliegt.“ Nach anfänglicher Skepsis fand er in seinen Vereinskollegen Roland Dallmann, Michel Grandpair, Anton Strütt und allen voran Frank Dworeck bereitwillige Mitstreiter, die als Kernteam des Vereins das Projekt begleiten werden. Als schulischen Partner hatte er sofort die Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE) im Visier.

Bruno Ritter, Lehrer für Physik- und Fertigungstechnik an den GHSE und dort für die Seminarkurse im Bereich des Technischen Gymnasiums zuständig, war schnell dafür zu begeistern, dieses Schuljahr alle wissenschaftliche Arbeiten, die in der 12. Klasse durchgeführt werden und mit deren Anrechnung als schriftliches oder mündliches Prüfungsfach die Schülerinnen und Schüler das Abitur vorentlasten können, unter das gemeinsame Thema „Modellfliegen“ zu stellen.

War anfänglich daran gedacht, nur ein Modell gänzlich selbst zu bauen, so entschieden sich die Breisgauer Fliegerspezialisten stattdessen, neben dem Bau eines Hochleistungsseglers in der 3-Meter-Klasse aus einem Bausatz zusätzlich einen bereits fertigen Rohling zu komplettieren und mit innovativer Technik auszustatten. „Für euch sind die dann noch verbleibenden Arbeitsschritte viel anspruchsvoller und spannender, als es das Zusammenbauen nur eines Fliegers wäre“, erklärte Frank Dworeck als Projektleiter bei der Auftaktveranstaltung den zwanzig Zwölftklässlern, die sich aus den Profilen Mechatronik, Technik und Management sowie Informationstechnik auf dieses Abenteuer einlassen wollen.

Die Schüler sind in sieben Gruppen aufgeteilt, die sich schwerpunktmäßig mit jeweils einem Fachbereich des Modellbaus beschäftigen werden. Konstruktion, Bau, Solar, Antriebsauslegung, RC Technik, Telemetrie/Datenaufzeichnung und Auswertung sowie autonomes Fliegen sind die Bereiche, die einzeln, aber eng miteinander verzahnt, für das große Ziel arbeiten werden. Hierbei steht die Teamarbeitet im Vordergrund.

Die passionierten Modellflieger des BMF werden im nächsten Schritt Anforderungsbögen bereitstellen, die festhalten, was an einzelnen Arbeitsschritten zu tun ist: Michel Grandpair, der dem Modellbau schon seit über fünfzig Jahren verfallen ist, erklärt sich für die Bereiche Konstruktion und Bau zuständig: Welche physikalischen Grundregeln sind zu beachten? Was muss man über Aerodynamik wissen? Welches Material ist sinnvoll? Welchen Kleber nimmt man am besten? Roland Dallmann ist als Elektriker Spezialist für alle Fragen rund um Motor und Solarantrieb, während sein Vereinskollege Anton Strütt sich vor allem für die unglaublichen Innovationen begeistern kann, die neue Technologien in Koordination, Datenübertragung und Telemetrie für die Fernsteuerung bzw. für ein autonomes Fliegen mit sich bringen. Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler wird dann sein, in ihrer Gruppe Lösungswege für die verschiedenen Anforderungen zu finden und diese in die Praxis umzusetzen. „Was mir daran gut gefällt, ist, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich dadurch z. B. mit Thermik oder Strömungslehre auseinandersetzen, was ansonsten im regulären Unterricht nicht angesprochen würde“, so Bruno Ritter.

„Die Messlatte liegt hoch“, spornte Frank Dworeck die Schülerschaft bei der Auftaktveranstaltung an. Zwar kenne er einige wenige Projekte, die sich ein ähnliches Ziel gesetzt hatten. Die fanden aber meist im universitären und nicht im schulischen Bereich statt. Auch könnten alle Themengebiete sehr gut theoretisch und wissenschaftlich recherchiert und beschrieben werden, was für eine Anrechnung als Seminarkurs ebenfalls wichtig ist: „Ihr werdet alle keine Schwierigkeiten haben, mit eurem Thema die geforderten zwanzig Seiten zu füllen“, versicherte er ihnen.

Auch der Zeitplan ist ambitioniert: Auf der Modellbauausstellung im Rahmen der Freizeitmesse CFT in Freiburg im März 2018 soll das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden, spätestens Ostern soll der Solarsegler flugbereit sein, so dass Testflüge stattfinden können.
Dass die fünf Breisgauer Modellflieger mit allen Poren für ihr Hobby leben, sieht man ihnen auf den ersten Blick an. Aber sie haben noch eines gemeinsam: Sie lieben den Umgang mit jungen Leuten und wollen auch sie für ihre Leidenschaft und die Technik begeistern. „Alles, was wir tun, fällt in den MINT-Bereich (d. i. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Damit ist dieses Projekt auch gewinnbringend für den Übergang von Schule ins Berufsleben“, so Dworeck. „Außerdem soll das Gesellige nicht zu kurz kommen. Das nächste Treffen wird auf dem Flugplatz in Bahlingen stattfinden. Wir grillen gemeinsam, die Schüler werden noch andere Vereinsmitglieder und deren Modelle kennenlernen und können auch ausprobieren, selbst zu fliegen.“

„Mit unserem Lehrer-Schüler-System, das wie in der Fahrschule funktioniert, wollen wir die Schülerinnen und Schüler selbst zu Modellfliegerpiloten machen, damit sie ihren Prototyp im Frühjahr selbst ausprobieren können“, fügte Hirth hinzu. Grundsätzlich sind die Bahlinger Flieger auch sehr daran interessiert, junge Leute für ihr Hobby zu gewinnen und als neue Mitglieder aufzunehmen. „Zur Zeit bemerken wir aber auch bereits eine Art Revival durch eine Quatrocoptergruppe, die seit Kurzem zum Verein gehört. Die Jungs bringen Leben in die Bude und fliegen teilweise auch professionell Rennen.“

Und die Schülerinnen und Schüler? „Fliegen hat für mich schon immer etwas mit Freiheit zu tun“, sagt einer. „Die Frage ist, ob unser Flieger wirklich fliegt - oder nur runterfliegt“, sagt ein anderer. Die meisten schwanken nach der Auftaktveranstaltung zwischen gehörigem Respekt und Zuversicht. „Auf der einen Seite können wir uns kaum vorstellen, wie wir praktisch ohne Vorwissen zu einem fertigen Flieger kommen. Andrerseits ist es gut zu wissen, dass wir bei Problemen immer Unterstützung von den Leuten vom Club bekommen werden.“ Eine Schülerin freut sich aber auch auf die Arbeit in der Gruppe über drei Profilklassen hinweg. „Wir werden die anderen Zwölfer sehr viel besser kennenlernen und zusammenwachsen.“

Auch GHSE-Schulleiter Thomas Kruse ist gespannt auf den Verlauf des Projekts: „Kooperationen mit Betrieben sind bei uns allein schon aufgrund der Zusammenarbeit mit den Ausbildungspartnern aus dem Dualen Bereich an der Tagesordnung. Zum ersten Mal aber schließen wir eine Bildungspartnerschaft mit einem Verein.“
Für Carsten Münchenbach, Mathematiklehrer und Leiter des Technischen Gymnasiums der GHSE, aber auch Vorstand des neu gegründeten aluMINTziums, sind die Seminarkursler „nicht nur Flugpioniere, sondern auch Pioniere des Emmendinger Schülerforschungszentrums“. Dieses startet in diesen Tagen in Kooperation mit anderen Emmendinger Schulen. „Wir freuen uns sehr, dass der Landkreis uns für unser Vorhaben ein Gebäude mit Jugendhauscharakter zur Verfügung stellt, in dem Schüler die Möglichkeit haben, in unterschiedlichsten Richtungen viel auszuprobieren“, so Münchenbach. „Wir haben ein attraktives Programm zusammengestellt, das ab sofort über die Homepage alumintzium.de buchbar ist.“ Aber auch die Breisgauer Flieger können sich vorstellen, weitere Angebote dieser Art in Kooperation mit dem aluMINTzium anzubieten.

Weblinks:
Schülerforschungszentrum aluMINTzium: http://www.alumintzium.de
Deutscher Modellflieger Verband (DMFV): http://www.dmfv.aero
Breisgauer Modellflieger e.V. (BMF): http://www.breisgauer-modellflieger.de
Jugendstiftung Baden-Württemberg: http://www.jugendstiftung.de

(Gewerbliche und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerische Schulen Emmendingen (GHSE) | 29.09.2017)

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