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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

25. Jul 2014 - 17:08 Uhr

Dringender Handlungsbedarf bei der Berufsorientierung - IHK Südlicher Oberrhein präsentiert Ergebnisse ihrer Ausbildungsumfrage 2014 und des IHK Berufsprofilings

Der Fachkräftemangel wird immer deutlicher. „Knapp die Hälfte der befragten Ausbildungsbetriebe verzeichnet deutlich rückläufige Bewerberzahlen und 28 Prozent der Unternehmen konnten nicht alle angebotenen Plätze besetzen. Das ist eine deutliche Verschärfung im Vergleich zu den Vorjahren“, so Dr. Steffen Auer, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein.

Die Ursachen sind vielschichtig: einerseits gehen die Bewerberzahlen generell zurück, andererseits nimmt beispielsweise das Phänomen zu, dass bereits besetzte stellen von den Jugendlichen zu Ausbildungsbeginn erst gar nicht angetreten werden.

Die stärkere Fokussierung auf neue Zielgruppen wie beispielsweise Jugendliche aus dem Elsass oder den islamischen Gemeinden kann und wird allein nicht ausreichen, um den Fachkräftebedarf besonders im Ausbildungsbereich zu decken. „Wir müssen unser Hauptaugenmerk auf unsere Jugendlichen in der Region legen. Ihnen müssen wir die Attraktivität der dualen Berufsausbildung immer wieder vermitteln und sie auf dem Weg zur Berufswahl intensiver begleiten“, erklärt Dr. Auer.
In der aktuellen Ausbildungsumfrage geben zwei Drittel der Ausbildungsbetriebe an, dass die unklaren Berufsvorstellungen vieler Schulabgänger ein wesentliches Ausbildungshemmnis sind.
Hier setzt die IHK Südlicher Oberrhein mit dem IHK Berufsprofiling an, das bereits im dritten Jahr durchgeführt wird. Ziel ist es den Jugendlichen eine fundierte Talent- und Motivationsanalyse zu bieten, die auch - und das ist das Besondere - eine konkrete Passung zu 350 möglichen Ausbildungsberufen und 103 Studienbereichen beinhaltet.
„Durch das Beilegen Ihres Profiling-Zertifikats dokumentieren die Jugendlichen gegenüber dem potenziellen Ausbildungsbetrieb, dass sie sich mit dem Thema Berufswahl fundiert auseinandergesetzt haben und sich nicht einfach ins Blaue hinein bewerben“, erläutert Dr. Auer.

„Aber auch unseren überwiegend kleinen und mittelständischen Betrieben soll durch das Profiling-Zertifikat eine Hilfestellung geboten werden, um die Auswahl eines/r Auszubildenden auf einer solideren Basis als bisher treffen zu können“, verdeutlicht Dr. Auer die Zielsetzung des Angebots.

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Statement des Präsidenten der IHK Südlicher Oberrhein Dr. Steffen Auer, anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung der Ausbildungsumfrage 2014 und den Ergebnissen des IHK-Berufsprofilings am 25. Juli 2014 in der IHK Südlicher Oberrhein

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer heutigen Pressekonferenz, in der wir mit Ihnen aktuelle Trends des Ausbildungsmarktes diskutieren möchten.
Im Mittelpunkt stehen zum einen die Ergebnisse unserer jährlichen Umfrage unter unseren aktiven Ausbildungsbetrieben. Zum anderen möchten wir Ihnen heute erst-mals einen Einblick in die spannenden Erkenntnisse aus unserem Berufsprofiling geben, das wir seit drei Jahren in Kooperation mit Frau Bernauer und mit großem Erfolg in unserem Bildungszentrum durchführen.
Wie Sie wissen, beschäftigt uns das Thema „Fachkräftesicherung“ seit Langem und in den unterschiedlichsten Facetten. Unsere diesjährige Ausbildungsumfrage unter-streicht abermals die Relevanz des Themas: knapp die Hälfte der Ausbildungsbetriebe verzeichnet deutlich rückläufige Bewerberzahlen und 28 Prozent der Unternehmen konnten nicht alle angebotenen Plätze besetzen. Das ist eine deutliche Verschärfung im Vergleich zu den Vorjahren.
Wenn wir danach fragen, weshalb die Stellen unbesetzt blieben, gibt ein Viertel der Unternehmen an, überhaupt keine Bewerbungen erhalten zu haben. Weitere 20 Pro-zent beklagen, dass die Ausbildungsstelle zunächst besetzt war, aber vom Auszubildenden gar nicht erst angetreten wurde.
Auch dies ein bekanntes Phänomen, das aber im Vergleich zu den Vorjahren stark zunimmt. Es ist deshalb besonders heikel, weil den Betrieben so oftmals die Zeit fehlt, noch eine/n geeignete/n Ersatzbewerber/in zu gewinnen.
Über unsere Projekte zur Erschließung neuer Zielgruppen z.B. im Elsass sowie den islamischen Gemeinden der Region haben wir bereits berichtet. Das sind alles wich-tige und zukunftsweisende Modelle, um das Potenzial an jungen Fachkräften in un-serer Region zu vergrößern. Klar ist aber auch: unser Hauptaugenmerk bleibt auf der Region. Wir müssen die Attraktivität der dualen Berufsausbildung den Jugendlichen immer wieder vermitteln und sie auf dem Weg zur Berufswahl aktiver als bisher begleiten.
Genau in diese Richtung zielt unser IHK-Berufsprofiling, das wir nun im dritten Jahr durchführen.

Mit dem Berufsprofiling verfolgen wir zwei Hauptziele:
1. Eine fundierte Talent- und Motivationsanalyse für die Jugendlichen, die auch -und das ist das Besondere - einen konkreten Abgleich zu möglichen Ausbildungsberufen beinhaltet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Berufsorientierung leistet.
2. Eine Hilfestellung für unsere überwiegend kleinen und mittelständischen Betriebe, indem die Jugendlichen das Profiling-Zertifikat sowie das ausführliche Gutachten ihrer Bewerbung beilegen. Sie können damit dokumentieren, dass sie sich mit dem Thema Berufswahl gründlich auseinandergesetzt haben und zudem die Begabung für diesen haben.
Damit begegnen wir einem zentralen Anliegen der Unternehmen: fast 2/3 der Ausbildungsbetriebe geben in unserer aktuellen Ausbildungsumfrage an, dass die unklaren Berufsvorstellungen vieler Schulabgänger ein Ausbildungshemmnis sind. Nachdem inzwischen über 1.000 Schülerinnen und Schüler das Profiling durchlaufen haben, können wir inzwischen auf Basis solider Daten erste fundierte Aussagen treffen.
Bislang haben wir das Profiling mit den BORIS-Schulen durchgeführt und den Schülern gratis angeboten. Es waren alle Schularten von der Haupt-/Werkrealschule bis zum Gymnasium vertreten. Erstes zentrales und auch für uns überraschendes Ergebnis: von ihrer fachlichen Eignung her betrachtet sind die Jugendlichen oft besser als es unsere bisherigen Umfragen vermuten lassen. Hierbei ist besonders interessant, dass die Schulart nur begrenzt Rückschlüsse auf die Ergebnisse zulässt: so manche Werkrealschulklasse schneidet unter dem Strich besser ab als eine Gymna-sialklasse. Insbesondere hinsichtlich der Leistungsmotivation schneiden die Gymnasien vergleichsweise schwach ab. Das unterstreicht noch einmal, wie problematisch es ist, wenn einerseits inzwischen mehr als die Hälfte der Viertklässler auf das Gymnasium wechseln und andererseits das Thema Berufsorientierung dort nicht mehr Raum als bisher erhält.
Dies führt mich auch nahtlos zur zweiten grundlegenden Erkenntnis, die wir aus den bisherigen Durchläufen ziehen können: die übergroße Mehrheit der Schulabgänger hat keine Vorstellung darüber, welchen Beruf sie anschließend anstreben möchte. Und noch schlimmer: bei denjenigen, die bereits einen Wunschberuf haben, passt dieser oft schlecht oder überhaupt nicht zu den persönlichen Stärken. Dieses Miss-verhältnis zwischen Wunsch und Wirklichkeit zeigt sich bei den Gymnasien noch ver-schärft. Hier bietet das IHK-Berufsprofiling einen idealen Ausgangspunkt, damit Jugendliche auch den Weg in die duale Ausbildung finden.
Beim Thema Berufsorientierung zeigt sich also dringender politischer Handlungsbedarf. Solange wir die Jugendlichen nicht aktiver bei ihrer Berufswahl unterstützen - und zwar vor dem Schulabschluss - werden wir für teures Geld weiter dringend benötigte Fachkräfte in Übergangssystemen parken. Gleichzeitig befeuern wir den Trend zur Akademisierung kräftig weiter, der schon heute völlig an der Nachfrage am Arbeitsmarkt und auch - das darf man nicht vergessen - an den Kapazitäten der Hochschulen vorbei geht. Die Hochschulen laufen auf diese Art Gefahr, selbst Teil des Übergangssystems zu werden.

Dass die Unternehmen bereit stehen, sich hier einzubringen, zeigt unsere Umfrage mehr als deutlich. Wir haben die Unternehmen gefragt, wie sie auf die rückläufigen Bewerberzahlen reagieren. 35 Prozent der Unternehmen möchten noch mehr Praktikumsplätze als bisher anbieten. Weitere 22 Prozent möchten Kooperationen mit Schulen aufbauen oder bereits bestehende Kooperationen weiter vertiefen. Immerhin 15 Prozent möchten sich verstärkt auch neuen Zielgruppen (z.B. Studienabbrechern) offensiver als bisher zuwenden.
Hier wirkt das Berufsprofiling-Zertifikat unterstützend. Denn es ermöglicht den Betrieben, die Potenziale ihrer Bewerber noch besser zu erkennen. Unternehmen könnten sogar ihre Bewerber vorab zum IHK-Berufsprofiling schicken, sollten diese noch kein Zertifikat haben. Gerade das Beispiel der Migranten hat deutlich gezeigt, dass diese grundsätzlich zu tief und unter ihren Möglichkeiten eingestuft werden. Diese vorhandenen Potenziale sollten wir nicht brach liegen lassen.
Deshalb unser Appell an die Betriebe: Schauen Sie sich diese Kandidaten genau an, im Zweifel über unseren Test. Es liegt in Ihrem eigenen Interesse.
Auch bei den Schulen erleben wir große Offenheit, das Thema Berufsorientierung zu stärken und sich in Richtung der Unternehmen zu öffnen. Gleichzeitig fehlt es aber oftmals an der nötigen Flexibilität im Stoffplan, damit man sich die erforderliche Zeit auch nehmen kann.
Die Landesregierung hat mit der Einführung des Fachs „Wirtschaft“ ab dem Schuljahr 2015/2016 einen ersten wichtigen Schritt getan. Jetzt müssen im neuen Fach aber auch die richtigen inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden. Das Thema Berufsorientierung sollte dabei ganz oben auf der Prioritätenliste stehen.

>> IHK-Ausbildungsumfrage 2014
>> Persönlicher Ergebnisbericht für...
>> Zertifikat

(Presseinfo: IHK Südlicher Oberrhein, Anika KLAFFKE, vom 25.7.14)


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