GRATIS! Internet-Tageszeitung für alle, die in der Regio „etwas zu sagen haben“! Einfach „Hier schreiben Sie!“ benutzen! Mehr…

RegioTrends

Titelseite » Schon gelesen? » Textmeldung

Kreis Emmendingen - Emmendingen

21. Dec 2016 - 14:22 Uhr

Friedhofsbuch des neuen jüdischen Friedhofes in Emmendingen vorgestellt - Stadt überreicht das Werk anlässlich des 300. Jubiläums der Jüdischen Gemeinde Emmendingen

Friedhofsbuch des neuen jüdischen Friedhofs in Emmendingen vorgestellt - Von links: Oberbürgermeister Stefan Schlatterer, Olga Maryanovska (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.), Pfarrer i.R. Karl Günther, Monika Miklis (Jüdisches Museum Emmendingen), Stadtarchivar Hans-Jörg Jenne.
weitere Bilder hier
Vergrößern?
Auf Foto klicken.
Vor 300 Jahren wurde in Emmendingen eine jüdische Gemeinde gegründet. 1899 wurde ein neuer jüdischer Friedhof eröffnet, da die alte, 1717 entstandene Begräbnisstätte geschlossen werden musste. Seit der Einweihung des neuen Friedhofes am 23. November 1899 wurden die Bestattungen in einem Friedhofsbuch aufgezeichnet, das in der Nazizeit gemäß den Weisungen der Regierung der Reichsvereinigung der Juden Abteilung Sippenforschung übersandt wurde. Zuvor wurde handschriftlich eine Kopie erstellt. Kopie und Original befinden sich heute im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart, der Erhaltungszustand hat jedoch derart gelitten, dass Einträge aufgrund des Verblassens der Tinte nicht mehr lesbar sind.
Der in Emmendingen geborene Pfarrer i.R., Karl Günther, ein ausgesprochener Fachmann für alte Sprachen, hat sich die Mühe gemacht, die Einträge der Friedhofsbücher nicht nur zu entziffern, sondern fehlende Daten auch anhand der Grabsteine und anderer Quellen zu recherchieren und in einem neuen Friedhofsbuch zu dokumentieren.
Heute Vormittag stellten die Stadt Emmendingen und Karl Günther das neue Friedhofsbuch der Öffentlichkeit vor und überreichten es Vertretern der Jüdischen Gemeinde Emmendingen.

„Das ist heute ein wunderschönes Ereignis“, stellte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer in seiner Begrüßung fest. Nicht nur für die Jüdische Gemeinde, sondern für die ganze Stadt bedeute die Arbeit von Pfarrer i.R. Karl Günther viel.

Stadtarchivar Hans-Jörg Jenne hatte zur Buchvorstellung zwei Musiker eingeladen, die die Vorstellung mit drei Musikstücken untermalten. „Das ist Musik für die Menschen, die hier in unserer Stadt gelebt haben und nun auf dem jüdischen Friedhof begraben liegen“, erklärte Jenne die Auswahl der Musikstücke. „Es ist wichtig, so ein Buch zu haben“, so Jenne weiter. Es zeige auf, dass die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Emmendingen sich nicht nur auf die Nazizeit beschränke, sondern viel älter sei. Die Aufzeichnungen und zusammengetragenen Daten würden dabei helfen, die Geschichte einzuschätzen, zu bewerten und damit besser zu verstehen.
Jenne hob die Arbeit von Karl Günther hervor und bedankte sich bei dem Fachmann für alte Sprachen für dessen Arbeit.

Karl Günther erzählte, dass es nicht einfach war, die Daten aus den schlecht erhaltenen Friedhofsbüchern zu entziffern. Der in Heidelberg lebende Pfarrer in Rente erzählte aus seiner Jugendzeit und davon, wie er durch den Tadel seiner Mutter angetrieben wurde, die hebräische Sprache intensiver zu lernen.
Er beschrieb den Zustand des alten und des neuen jüdischen Friedhofes nach dem Kriege und wie er sich mit den Grabinschriften beschäftigte. Eine Schwierigkeit waren die Abkürzungen und speziellen, hebräischen Ausdrücke.
„Die Daten in dem vorliegenden Friedhofsbuch sind nicht nur für die Jüdische Gemeinde interessant, sondern tragen auch dazu bei, die Geschichte der Stadt festzuhalten“, ist Günther überzeugt.

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Olga Maryanovska, bedankte sich bei Karl Günther für die geleistete Arbeit und lud den Pfarrer ein, jederzeit Gast der Jüdischen Gemeinde zu sein. „Unsere Türen stehen ihnen immer offen!“, versprach Olga Maryanovska dem gebürtigen Emmendinger.
Maryanovska dankte auch der Stadt für die Übernahme der Druckkosten des Buches.

Im Anschluss an die Buchvorstellung überreichten Oberbürgermeister Stefan Schlatterer und Hans-Jörg Jenne Olga Maryanovska und Monika Miklis vom Jüdischen Museum Emmendingen jeweils ein Exemplar, des in einer Auflage von 200 Stück gedruckten Werkes.

Interessenten können das Buch zum Preis von 12 Euro im Jüdischen Museum oder beim Kulturamt der Stadt Emmendingen käuflich erwerben.

Bilder


QR-Code Das könnte Sie aus Emmendingen auch noch interessieren!

> Weitere Meldungen aus der Rubrik "Schon gelesen?" anzeigen.

Info von RegioTrends-Lokalteam (08)
Jeder Verfasser einer Meldung (Firma, Verein, Person...) hat zusätzlich noch SEINE eigene "Extrazeitung" bei RegioTrends! Oben auf den roten Namen hinter „Info von“ klicken. Schon sehen Sie ALLE seine abrufbaren Meldungen in unserer brandaktuellen Internet-Zeitung.



P.S.: NEU! Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von RegioTrends!

Twitter Facebook studiVZ MySpace Google Bookmarks Linkarena deli.cio.us Digg Folkd Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo Yigg




















Schwarzwald, Lokalzeitung, Wochenzeitung EMMENDINGER TOR, WZO, Wochenzeitungen am Oberrhein, Der Sonntag, Markgräfler Bürgerblatt, Primo Verlag, Freiburger Wochenbericht, Kurier, Freiburger Stadtkurier, Zeitung am Samstag, Zypresse, Kaiserstuhl, Breisgau,RegioTrends, RegioZeitung, Freiburg, Emmendingen, Waldkirch, Endingen, Kenzingen, Herbolzheim, Breisach, Lahr, Offenburg, Müllheim, Bad Krozingen, Staufen, Weil, Lörrach, Denzlingen, Feldberg, Kaiserstuhl, Breisgau, Ortenau, Markgraeflerland, Schwarzwald