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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

17. Apr 2018 - 00:47 Uhr

Der SC Freiburg schreibt weiterhin Fußballgeschichte: 0:0 beim Halbzeitpfiff - 0:1 in der Halbzeit! Zum Elfmeter-Gegentor zurück aus der Kabine geholt! - 0:2-Niederlage in Mainz

Die Sorgenfalten nach der Begegnung in Mainz sind bei Trainer Streich nicht zu übersehen 

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(rt) Eines ist sicher: Beim Rückblick auf die Saison 2017/18 der Fußball-Bundesliga wird der SC Freiburg wahrscheinlich die Hauptrolle spielen - egal wie Saison sportlich enden wird.

Traumtor von Petersen in Dortmund, nachträglich annullierte gelbe Karte von Petersen nach dem Spiel in Schalke und nun ein Gegentor in Mainz, zu dem das SC-Team in der Halbzeitpause zurück aus der Kabine aufs Spielfeld kommen musste!

Was war beim Montagsspiel beim 0:2 in Mainz geschehen? Nach dem Halbzeitpfiff erhielt der Schiedsrichter ein Signal aus Köln. Vom Videoassistenten in Köln wurde ein Handspiel im Strafraum bei der letzten Spielszene vor dem Pausenpfiff reklamiert (TV-Experte Steffen Freund: "Nie ein absichtliches Handspiel!").

Nach rund drei Minuten musste das Freiburger Team zurück aus der Kabine aufs Spielfeld, kassierte sieben Minuten nach dem Halbzeitpfiff das 0:1 und musste sich dann schnell überlegen, wie der aufgegangene Matchplan geändert werden konnte. Die Mainzer hatten zwar mehr Spielanteile, doch die defensive SC-Ausrichtung hatte funktioniert.

Kleindienst kam für Kempf, Rückkehr zur Viererkette und offensiver ging man in die zweitw Hälfte. Trotz mehr Spielanteilen reichte es nur zu zwei Chancen (Petersen volley an das Aluminum, Gulde-Kopfball drüber). Ein Pass von Torhüter Schmolow im eigenen Strafraum direkt in die Beine des Gegners führte dann zum entscheidenden zweiten Mainzer Treffer. Der SC steht nun auf dem Relegationsplatz.

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Kurioser Strafstoß leitet Niederlage ein

Der SC Freiburg hat sein erstes Montagsspiel im Fußball-Oberhaus beim 1. FSV Mainz 05 mit 0:2 (0:1) verloren.

Ein Handelfmeter, den der Unparteiische nach Rücksprache mit den Videokollegen in Köln während der Halbzeitpause ahndete, leitete die Niederlage ein. Beide Treffer erzielte Pablo De Blasis (45.+7, 79.). Ein Schuss von Nils Petersen ging an den linken Pfosten.

„Kompliment an die Mannschaft, dass sie trotz der Spielentwicklung ruhig geblieben ist, aber wir konnten es nicht mehr umbiegen", sagte SC-Trainer Christian Streich auf der Pressekonferenz nach der Partie. „Das 1:0 hat Mainz natürlich euphorisiert." Sein Amtskollege Sandro Schwarz sagte: „Ich bin hochzufrieden mit der Mentalität der Mannschaft. Sie hat sich reingebissen und verdient gewonnen. Das 2:0 war der Dosenöffner."

Als der Sport-Club am Montagabend um kurz vor halb neun abends durch den Spielertunnel auf den Rasen der Mainzer Arena trat, waren alle anderen Partien dieses 30. Bundesliga-Spieltags längst ausgetragen. Das Remis zwischen dem Tabellennachbarn VfL Wolfsburg (30 Punkte) und dem FC Augsburg war da bereits drei, die Niederlagen der theoretisch auch noch in Reichweite befindlichen Klubs 1. FC Köln (21) und Hamburger SV (22) zwei Tage her.

Zwei Neue in der Anfangself

Entsprechend klar war also die Ausgangslage vor dem Aufeinandertreffen des SC (30) und des FSV (27): Wer dieses gewinnt, würde einen entscheidenden Schritt im Ringen um den Klassenerhalt machen.

Das Freiburger Trainerteam stellte seine taktische Formation dabei von einer Vierer- auf eine Fünferkette um und wechselte personell im Vergleich zur Heimpartie vor neun Tagen gegen den VfL Wolfsburg (0:2) zweimal. Der Innenverteidiger Marc Oliver Kempf rückte ebenso ins Team wie der nach einem Infekt wieder genesene Angreifer Lucas Höler. Vincent Sierro und Florian Kath nahmen diesmal zunächst auf der Bank Platz.

Auf Seiten der Mainzer gab es nach dem 1:1 in Köln auch zwei Änderungen in der auf ein 4-3-3 ausgerichteten Startelf. Den mit Gelb-Rot gesperrten Außenverteidiger Giulio Donati ersetzte Abdou-Lakhad Diallo, anstelle von Offensivmann Emil Berggreen stand Robin Quaison von Beginn an auf dem Feld.

Fokus auf der Defensive

Unbeeindruckt von einigen Zuschauern, die ihren Unmut über Montagsspiele mit Pappen und anhaltenden Pfiffen zum Ausdruck brachten und einem deshalb leicht verspäteten Anpfiff, sorgte Nicolas Höfler nach einer Flanke von Christian Günter bereits nach wenigen Sekunden mit einem Rechtsschuss über den Querbalken für den ersten Abschluss. Kurz darauf versuchte es bei den Mainzern Innenverteidiger Alexander Hack ebenfalls aus der Entfernung, setzte den Ball aber über das Tor (3.).

In der Folge gehörten die besseren Chancen den Hausherren, während der in den lila-grauen Ausweichtrikots auflaufende SC vornehmlich aus einer stabilen Defensive heraus agierte und selten in Tornähe kam. „Wir wollten nicht in den offenen Schlagabtausch, haben defensiver begonnen, weil Robin Koch und Nicolas Höfler die Woche über nicht trainieren konnten", erklärte Christian Streich.

Etwas Glück hatten die Gäste, als Diallo nach einem Freistoß von Danny Latza aus dem linken Halbfeld den linken Pfosten nur um Zentimeter verpasste (19.). Bei einem weiteren FSV-Angriff war SC-Schlussmann Alexander Schwolow zur Stelle, als Latza auf Höhe der Strafraumgrenze draufhielt (26.). Wenig später war es wieder Schwolow, der einen Mainzer Ball nach vorne wegfaustete, Öztunalis Nachschuss stellte die Freiburger Abwehr nicht vor Probleme (35.).

Kuriose Szene und Rückstand nach Pausenpfiff

Nach mehreren kleineren Nickeligkeiten auf beiden Seiten und einer weiteren guten Möglichkeit des Mainzers Daniel Brosinski (45.) pfiff der Unparteiische Guido Winkmann zur Halbzeit und entließ die Teams in die Kabinen - zumindest kurzzeitig.

Denn was sich dann abspielte, war eine äußerst kuriose Szene: Weil der Schiedsrichter nach Rücksprache mit den Kölner Videokollegen eine vorangegangene Situation ahndete, in der Kempf der Ball im Sechzehner an den Arm gesprungen war, bat er die Mannschaften zur Ausführung des damit einhergehenden Elfmeters unversehens zurück aufs Feld. Pablo De Blasis trat an und verwandelte mit einem Flachschuss ins linke Eck zur Führung für die Rheinhessen. Mit dem bitteren Rückstand ging es im Anschluss tatsächlich in die Kabinen.

„Ich habe mir vorgenommen, so etwas über mich ergehen zu lassen", sagte Christian Streich. „Wir thematisieren das intern nicht und wollen die Dinge beeinflussen, die wir beeinflussen können."

Offensivere Ausrichtung mit Kleindienst

Auch der zweite Durchgang war neben einem gellenden Pfeifkonzert von Protesten mehrerer Mainzer Anhänger begleitet, die etliche Rollen Toilettenpapier von der Tribüne warfen und den Wiederanpfiff damit um einige Minuten verzögerten.

Als die Partie fortgesetzt wurde, schickte das Trainerteam des Sport-Club mit Angreifer Tim Kleindienst für Kempf eine offensivere Ausrichtung ins Rennen und kehrte zur Viererkette zurück. Doch der SC wirkte verunsichert. Symbolisch hierfür war nicht nur ein Kopfball von Kleindienst, der an die eigene Latte ging (64.).

Zwar tasteten sich die Freiburger - wie etwa in Person von Manuel Gulde, dessen Schuss zur Ecke abgeblockt wurde (55.) oder mit einem Kopfball von Kleindienst, der knapp über dem Querbalken zum Liegen kam (73.) - nun mehr in Richtung gegnerisches Tor. Die besseren Angriffe zeigten mit De Blasis (58.) und Suat Serdar (67.) aber weiter die Schützlinge von Trainer Sandro Schwarz - und profitierten wenig später von einem Fehler der Südbadener.

Weiteres Gegentor und Relegationsplatz

Schwolows Pass geriet zu kurz und landete direkt im Lauf von Quaison, der gedankenschnell in die Mitte zu De Blasis spielte. Der musste seinerseits nur noch ins leere Tor einschieben (79.). Auch ein Volleyschuss von Nils Petersen an die linke Torbegrenzung (88.) und ein Kopfball von Gulde über das Tor (90.) konnten die Wende nicht herbeiführen. Damit rutschte der Sport-Club auf den Relegationsplatz ab.

Nach der langen wartet nun eine vergleichsweise kurze Vorbereitungswoche auf den Sport-Club. Am Samstag ab 15.30 Uhr (live auf Sky und im Liveticker auf scfreiburg.com) steht ein Gastspiel beim Hamburger SV an. Zeitgleich geht es für den FSV auswärts gegen Augsburg.

(Sina Ojo, SC Freiburg)

Stenogramm

FSV Mainz 05: Adler - Brosinski, Balogun, Hack, Diallo - Gbamin - Serdar (80. de Jong), Latza - Öztunali (85. Holtmann), De Blasis (90. Ujah) - Quaison
Trainer: Sandro Schwarz

Sport-Club Freiburg: Schwolow - Söyüncü, Gulde, Kempf (46. Kleindienst) - Stenzel, Koch (69. Schuster), Höfler, Günter - Höler (78. Kath), Haberer - Petersen
Trainer: Christian Streich

Schiedsrichter: Guido Winkamnn Zuschauer: 26400
Tore: 1:0, 2:0 De Blasis (45.+7, Handelfmeter, 79.)
Gelb: Balogun - Haberer, Gulde


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