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8. Dec 2022 - 16:42 Uhr

„Freiheit versus Gesundheit? - Pro und Contra zur geplanten Cannabis-Legalisierung“ - CDU-Bundestagsabgeordnete Diana Stöcker diskutierte mit Experten

„Freiheit versus Gesundheit? - Pro und Contra zur geplanten Cannabis-Legalisierung“ - CDU-Bundestagsabgeordnete Diana Stöcker (Bild) diskutierte mit Experten.
„Freiheit versus Gesundheit? - Pro und Contra zur geplanten Cannabis-Legalisierung“ - CDU-Bundestagsabgeordnete Diana Stöcker (Bild) diskutierte mit Experten.

Legalisierung Ja oder nein? Über diese Frage diskutierte Diana Stöcker (CDU) mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther, BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, amtierende Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit im Bundestag, Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke, Ärztliche Direktorin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Freiburg, sowie Johannes Ertelt, Apotheker und Vorstandsvorsitzender des Verbands der Cannabis versorgenden Apotheken und Bürgerinnen und Bürgern.

Es herrschte auch bei unterschiedlichen Standpunkten bei den Expertinnen und Experten sowie den Teilnehmern ein breiter Konsens: Cannabis ist eine Droge und potenziell schädlich für die Konsumenten, insbesondere für junge Menschen unter 21/25 Jahren. Prof. Dr. Dr. Domschke erklärte hierzu: „Cannabinoide sind natürlicher Bestandteil des Körpers in einem sehr fein abgestimmten System. Bei zusätzlicher Zuführung wirkt sich unter anderem das in der Cannabispflanze enthaltene THC auf die Ausreifung von Neuronen und Nervenscheiden sowie die Botenstofftransmission im Gehirn aus. Dabei greift es insbesondere bei jungen Menschen in die Reifung des Gehirns ein, die erst ungefähr mit dem 25. Lebensjahr abgeschlossen ist. Nachweisbar ist, dass sich Volumen, Form sowie Dichte der Nervenzellen in Gehirngebieten verändern, die für das logische Denken, das Gedächtnis und die Emotionalität verantwortlich sind. Abhängig von der individuellen Risikofaktorenkonstellation kann es zu erheblichen Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten kommen, weiterhin zu einem sogenannten amotivationalen Syndrom bis hin zu schweren Depressionen und - allerdings selten auftretenden - Psychosen. Ausschlaggebend ist hier auch die Konzentration des konsumierten Produkts. Es besteht bei Cannabiskonsum zudem grundsätzlich ein 10%iges Risiko, abhängig zu werden, bei täglichem Konsum erhöht sich dieses auf 25%. Im Informationspapier der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wird auf die Gefahren von Cannabis-Konsum für die psychische Gesundheit und die dringende Notwendigkeit von Prävention und Jugendschutz hingewiesen.“

Warum sie für eine Legalisierung ist, begründete Dr. Kappert-Gonther wie folgt: Gerade weil sie als Fachärztin mit schwerst suchtkranken und psychotischen Menschen gearbeitet habe und zunächst skeptisch war, habe sie im Verlauf erkannt, dass der Konsum von Cannabis unabhängig davon ansteige, ob er legal oder illegal sei. „Und vor diesem Hintergrund ist es im Sinne des Jugend- und Gesundheitsschutzes, den Verkauf in lizensierten Fachgeschäften mit Beratung zu Gefahren des Konsums anzubieten. Nur so können wir den Schwarzmarkt zurückdrängen und die Menschen vor verunreinigten, mit Streckmitteln versetzten Substanzen oder synthetischen Cannabinoiden schützen und den Jugendschutz durchsetzen.“ Die aktuelle Verbotspolitik verstärke die gesundheitlichen Risiken. Nach einer Legalisierung sei es zudem für die Konsumierenden einfacher, ohne Angst vor Repression Beratung und im Ernstfall Hilfe zu suchen.

„Große Sorge bereitet neben den Wirkungen auf die körperliche und mentale Entwicklung junger Menschen und die einschneidenden Folgen, die bereits der Konsum eines Gramms Cannabis pro Tag oder weniger auslösen kann, die mit dem Wort ,Legalisierung‘ einhergehende Banalisierung und Bagatellisierung von Cannabis. Die Wortwahl Genusszwecke für Erwachsene lädt ja quasi zum Konsum ein. Nachhaltig zu erklären, dass legal nicht ungefährlich bedeutet, würde schon jetzt eine große Aufklärungskampagne erfordern“, mahnte Diana Stöcker, die der Legalisierung sehr kritisch gegenübersteht. „Die Cannabispflanze hat 400-500 Inhaltsstoffe“, so Johannes Ertelt. „Diese haben verschiedene Wirkungen und sind im medizinischen Bereich verschieden nutzbar. Viele dieser Bestandteile sind jedoch noch nicht abschließend erforscht. Medizinalcannabis soll in das System des Körpers eingreifen, um beispielsweise bei Schmerzpatienten zu helfen. Hier müssen auch bei ärztlich verordneter Einnahme immer Neben- und Wechselwirkungen einkalkuliert werden. Bei ‚Genusscannabis‘ sollte sichergestellt werden, dass dieser keine zu hohen THC-Konzentrationen (z.B. maximal 10%-15%) enthält. Darüber hinaus darf es keine THC-haltigen Lebensmittel (Edibles) wie Weed-Brownies im Verkauf geben, um der Banalisierung einer psycho-aktiven (Heil-)Pflanze entgegenzuwirken“, erklärte Johannes Ertelt, der sich im Falle einer kontrollierten, aber auch kontrollierbaren, Freigabe für die bewusste Einbindung von Apotheken aussprach, um eine unabhängige Beratung und Aufklärung von Konsument:innen über gesundheitliche Auswirkungen sicherzustellen. Gleichzeitig müsse die Versorgung von Cannabis-Patient:innen verbessert und vereinfacht werden.

Die engagierte und lebhafte Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte, wie sehr die Thematik die Menschen beschäftigt. So wurde aus dem Publikum die Frage aufgeworfen, warum ein weiteres Gift freigegeben werden solle, wie sich eine Freigabe auf das Verhalten im Straßenverkehr und Sanktionierungen von Verstößen auswirken solle oder wie man bei Legalisierung kontrollieren wolle, dass nur die zulässige Menge abgegeben werde. Sehr persönlich berichteten Betroffene aus der Präventionsarbeit, so von der Polizei Freiburg und dem Zentrum Suchtprävention der Villa Schöpflin Lörrach. Die Sorge um den Kinder- und Jugendschutz einte alle Teilnehmenden. Einigkeit bestand auch darin, dass Präventionsangebote sowie Hilfsmöglichkeiten und Unterstützung bei einer bereits vorliegenden Abhängigkeit sowohl bei Legalisierung als auch bei Nicht-Legalisierung umfassend und flächendeckend ausgebaut werden müssen.

Derzeit liegt noch kein Gesetzentwurf der Regierungskoalition vor, sondern lediglich ein Eckpunktepapier des Bundeskabinetts. Dieses beinhaltet Vorschläge zum Umgang mit Anbau, Vertrieb, Verkauf in lizensierten Fachgeschäften sowie Prävention und Jugendschutz. Es wurde bei der EU zur Klärung eingereicht.

(Presseinfo: Büro Diana Stöcker, 08.12.2022)


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