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Kreis Emmendingen - Emmendingen

15. Apr 2019 - 17:26 Uhr Das DRK-Notfallnachsorgeteam heute.
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DRK Kreisverband Emmendingen feierte 20 Jahre DRK-Notfallnachsorge - Landrat Hanno Hurth konnte zahlreiche Gäste zur Feierstunde begrüßen

"Wir brauchen Dich, um helfen zu können" ist einer der Slogans, mit denen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) um aktive Unterstützer wirbt. Vor zwei Jahrzehnten traf dieser Appell bei 16 Mitbürgerinnen und Mitbürgern auf fruchtbaren Boden. Sie gründeten die DRK-Notfallnachsorge im Landkreis Emmendingen.

Zahlreiche Gäste konnte der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Emmendingen, Landrat Hanno Hurth, zur Feierstunde "20 Jahre DRK-Notfallnachsorge" begrüßen. Die medizinische und logistische Hilfe nach einem traumatischen Schadensereignis ist das Eine, so Hurth. Doch wer kümmert sich "um die Seele"? Es war diese Lücke im Versorgungssystem, die nicht nur Notärzte und Rettungsdienstprofis in ihrem Berufsalltag immer wieder bemängelten. "Wir haben mit ganz kleinen Schritten angefangen", erinnerte sich Sonja Heinrich, eine der Initiatorinnen der DRK-Notfallnachsorge im Landkreis Emmendingen. Damals sei sie mit ihrer Idee bei DRK-Kreisgeschäftsführer Herbert Fuchs vorstellig geworden. Mit einem Rundschreiben an die DRK-Ortsvereine warb dieser für die neue Einrichtung. Mit Erfolg: Fast zwei Dutzend Interessierte kamen zum ersten Informationsabend. 16 von ihnen blieben - und gründeten die DRK-Notfallnachsorgegruppe im Landkreis Emmendingen. "Es war eine Herausforderung", so Sonja Heinrich, denn eine einheitlich strukturierte Ausbildung gab es damals noch nicht. Vieles wurde selbst erarbeitet. Doch schon bald sollte der erste Einsatz kommen. "Wir betreuten Eltern, deren Kind vermisst wurde. Am anderen Tag wurde es tot aufgefunden", erinnerte sich Sonja Heinrich. Der sprichwörtliche "Sprung ins kalte Wasser" also - doch "wir haben's bewältig. So wie wir alle Einsätze bewältigt haben".

Einen weit zurück reichenden Blick in die Historie der psychosozialen Notfallnachsorge wagte Pascal Koffer, Referent des DRK-Landesverbandes Badisches Rotes Kreuz. 1960 sei der erste Vorstoß der Kirchen erfolgt, die Seelsorge im Rettungsdienst zu verankern. Doch der Vorstoss scheiterte an Vorbehalten der Politik. Viele Großschadensereignisse machten aber auch den Hilfsorganisationen deutlich, wie wichtig psychosoziale Hilfe ist. Mitte der 1990iger Jahre bildeten sich in München beim Bayrischen Roten Kreuz erste strukturierte Gruppen der Notfallnachsorge. Bald schon sollten erste Kreisverbände im Badischen Roten Kreuz folgen. Seit 2006 gibt es einheitliche Ausbildungsrichtlinien für die Helfer, die 2012 noch einmal überarbeitet wurden. Seit Herbst 2018 ist an der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg die erste Landeszentralstelle psychosoziale Notfallversorgung etabliert.

Grüße des DRK-Landesverbandes überbrachte dessen stellvertretender Geschäftsführer Andreas Formella. "Sie leisten eine großartige Arbeit". Dem schloss sich auch Ulrich Hildenbrand, Leiter des Polizeireviers Waldkirch namens aller Polizeidienststellen und Hilfsorganisationen an. "Die meiste Hilfe geht von denen aus, die still und heimlich wirken", stellte er fest. Peter Zimmermann, einer der Gründerväter der Notfallnachsorge, skizzierte im Zwiegespräch mit der Moderatorin der Feierstunde, Regina Keller, die aktuelle Situation der Notfallnachsorge. Wer mitmachen wolle, durchläuft eine 80stündige Grundausbildung, der sich regelmäßig Supervisionen anschließen.

Christina Siegwarth, Dozentin für Trauerpsychologie, fand es "toll, dass es Menschen gibt, die da ansetzen, wo andere kneifen". Und das sprichwörtlich für den früher so bezeichneten "Gotteslohn": Geld für diese Arbeit gibt es nicht, nicht einmal öffentliche Anerkennung. Denn die Notfallnachsorge verläuft im Stillen, die Finanzierung ausschließlich über Spenden.

Ehrungen: Drei von 16 Gründungsmitgliedern aus dem Jahr 1999 sind noch immer aktiv in der Notfallnachsorge dabei: Für ihre 20jährige aktiven ehrenamtlche Tätigkeit wurden Anita Pfanner, Brigitte Volk und Peter Zimmermann geehrt. Seit zehn Jahren ist Gerlinde Purucker aktiv dabei, seit fünf Jahren Barbara Dörenbecher.


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