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Gesamte Regio - Waldkirch

22. Oct 2021 - 12:08 Uhr

Drehorgelkonzert mit Brecht’s „Dreigroschenoper“ brillierte in Waldkirch mit Gesang und Musik - Premiere mit der Berliner Original-Drehorgel aus dem Jahre 1928 bei den Tagen der Waldkircher Dreh- und Jahrmarktorgeln

Drehorgelkonzert mit Brecht’s „Dreigroschenoper“ brillierte in Waldkirch mit Gesang und Musik.
Alle Mitwirkenden bei der Premiere im Barocksaal des Elztalmuseums.
Drehorgelkonzert mit Brecht’s „Dreigroschenoper“ brillierte in Waldkirch mit Gesang und Musik.
Alle Mitwirkenden bei der Premiere im Barocksaal des Elztalmuseums.
Es wurde zum musikalischen Höhepunkt – das Drehorgelkonzert „Dreigroschenoper“ mit der Sopranistin Agnes Lipka und dem Tenor David Brooke. Wie seinerseits bei der Uraufführung 1928 in Berlin war die eigens dafür gebaute Drehorgel Begleitinstrument zur weltberühmten „Dreigroschenoper“ von Bertold Brecht und dem Komponisten Kurt Weill. Jetzt war diese Original-Drehorgel das Ersatzorchester für die Uraufführung in Waldkirch.

Waldkirchs Oberbürgermeister Roman Götzmann sollte in seiner Begrüßung recht behalten. Das Konzert im Barocksaal des Elztalmuseum war ein Programmpunkt im Rahmen der „Tage der Waldkircher Dreh- und Jahrmarktorgeln“, aber es sollte der Höhepunkt werden. Das Konzert sei etwas ganz Besonderes, auch wegen Corona. Henning Ballmann führte in das Thema ein und fand zwischen den Stücken die verbindenden Worte. „Alle kennen Meckie Messer“ aus der 1928 in Berlin uraufgeführten „Dreigroschenoper“ von Bertold Brecht. Gedacht war sie für neun Musiker, die 22 Instrumente spielen. Für die Original-Drehorgel wurden drei Walzen angefertigt, die alle drei in Waldkirch zum Einsatz kamen. Ausgesucht wurden acht Lieder, die die Dreigroschenoper im Wesentlichen widerspiegeln.

Bei Bertold Brechts sozialkritischem Stück geht es um zwei kriminelle Geschäftemacher und Konkurrenten in London: den charmanteren Macheath (Mackie Messer genannt) und Peachum, Inhaber einer Bettlerfirma. Peachum’s Tochter Polly heiratet ausgerechnet Macheath. Auf seiner späteren Flucht trifft er im Hurenhaus auf Jenny und später im Gefängnis auf Lucy, die Tochter des Polizeichefs. Erst kurz vor dem Galgen wird Mackie Messer durch einen königlichen Boten gerettet und freigelassen.

Mit Gesang kommt Brecht-Drehorgel voll zur Geltung:
Musikalisch und gesanglich wurden Macheath alias Meckie Messer durch Tenorsänger David Brooke (Freiburg) und Polly bzw. Lucy durch die Sopranistin Agnes Lipka (Köln) verkörpert. Begleitet wurden sie von William Cuthbertson (Waldkirch) am Klavier und dem Orgelbauer Stefan Fleck an der Brecht-Drehorgel. Nach dem Auftakt von „Mackie Messer“ auf der ersten Walzenrolle eröffnete David Brooke, übrigens auch Dirigent der Waldkircher Arions Singers, mit dem Lied und der Moritat von Mackie Messer mit der legendären Zeile „Und der Haifisch, der hat Zähne“, dem später „Der Kanonensong“ mit „Soldaten wohnen auf den Kanonen“ folgte.

Die Sängerin Agnes Lipka mit ihrer kraftvollen und ausdrucksstarken Stimme sang leidenschaftlich „Die Seeräuberjenny“, den „Barbarasong“ sowie am Klavier begleitend die „Arie der Lucy“, letztere wurde allerdings aus der Berliner Uraufführung gestrichen. Orgelbauer Fleck, der 2006 die Orgel restaurierte, fand sichtbar Gefallen an den Musikstücken mit der Gesangsbegleitung und fand die nahezu perfekte Geschwindigkeit und Drehung für die Walzen. Moderator Ballmann verriet, dass original erhaltene, handschriftliche Aufschriebe auf der Drehorgel noch vorhanden sind, die Anweisungen zum langsamen oder schnellen Spiel geben. Stefan Fleck muss sich genau daran gehalten haben wie danach Drehorgelfachleute bemerkten.

Das wunderbare und eindrucksvolle Konzert mit den acht ausgewählten Stücken fand durch das ganze Ensemble mit „Unter Lilien jener Freuden“ einen grandiosen Höhepunkt. Fleck kurbelte auf der dritten Walze nochmals „Mackie Messer“, die Gesangsinterpreten und das Publikum sangen zum Abschluss kräftig mit. Die Zuhörer waren begeistert und spendeten langanhaltenden Applaus.

Die Original-Drehorgel aus der „Dreigroschenoper“ heute im Elztalmuseum:
Doch warum diese Premiere des Drehorgelkonzertes „Dreigroschenoper“ ausgerechnet in Waldkirch? Das Original der Dreigroschenoper-Drehorgel wurde 2019 im Elztalmuseum Waldkirch vorgestellt und steht dort seit einem Jahr als Leihgabe. Eigentümer ist kein Geringerer als der Orgelbauer Stefan Fleck, der der heimischen Orgelstadt Waldkirch den Vorzug vor Berlin gab. Die Brecht-Drehorgel war Thema der letztjährigen Waldkircher Orgelschlemmerwochen, bei der die Idee zu diesem speziellen Konzert mit Gesang entwickelt und jetzt umgesetzt wurde. Henning Ballmann traf es richtig auf den Kopf: Erst mit dem Gesang und Musik wurde die Brecht-Drehorgel so richtig zum Leben erweckt. So wurde sie nun bei den Tagen der Waldkircher Dreh- und Jahrmarktorgeln als Begleitinstrument eingesetzt, so wie es vor 93 Jahren am 31.8.1928 am Berliner „Theater am Schiffbauerdamm“ gedacht war. Die Uraufführung des Dreigroschenoper Drehorgelkonzertes in Waldkirch wurde so zu einem unvergesslichen Erlebnis und Hörgenuss – zur Nachahmung empfohlen.

(Presseinfo: Hubert Bleyer, 22.10.2021)


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