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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

3. Feb 2023 - 11:52 Uhr

Standesamt Freiburg blickt auf betriebsames Jahr 2022 zurück - Viele Geburten, Trauungen und so viele Kirchenaustritte wie noch nie


Das Leben schreibt die besten Geschichten – und das Standesamt erzählt sie regelmäßig in seiner Jahresbilanz. Jetzt liegt die Statistik für ein spannendes Jahr 2022 vor, die wieder jede Menge Zahlen, Fakten, aber auch Rekorde, Trends und Anekdoten liefert. Eine Besonderheit vorneweg: Obwohl sich die Zahl der Geburten weiterhin auf sehr hohem Niveau bewegt, gab es im vergangenen Jahr keinen Rekord.

Einen neuen Rekordwert kann die Leiterin des Standesamtes, Dominique Kratzer, dennoch vermelden: Die Kirchenaustritte sind 2022 weiter angestiegen, sogar der Vorjahresrekord lag deutlich darunter. Auch die Zahl der Sterbefälle bewegt sich weiter auf sehr hohem Niveau. Der nähere Blick auf die Statistik verrät weitere Details:

Geburten:

Der jährliche Geburtenrekord war in den letzten Jahren in Freiburg quasi Tradition, gehört jetzt aber der Vergangenheit an: „Nur“ 5.600 Babys wurden 2022 in Freiburg beurkundet und damit 426 weniger als im Rekord- und Pandemiejahr 2021. „Damit bewegt sich die Zahl der Neugeborenen wieder auf dem Niveau von 2020. Damals haben wir 5.656 Babys beurkundet“, bilanziert die Standesamtsleiterin Dominique Kratzer. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Rekord 2021 auf die Phasen des Lockdowns zurückzuführen ist. Wie in den Jahren zuvor wurden wieder etwas mehr Jungen (2.889) als Mädchen (2.711) geboren.

Wenig überraschend ist damit auch die Anzahl der Mehrlingsgeburten zurückgegangen: Mit 131 Zwillingsgeburten wurde der Rekord aus dem Vorjahr (159) deutlich verfehlt. Gleich blieb allerdings die Zahl der Drillingsgeburten; zwei Freiburger Paare durften sich über das dreifache Elternglück freuen. Noch voller wird das Haus eines anderen Paares: Es brachte Vierlinge auf die Welt und wird in Zukunft alle Hände voll zu tun haben.

2022 ist der prozentuale Anteil der Eltern, die aus dem Umland in die Freiburger Kliniken kamen, erneut leicht gestiegen. Denn das Standesamt registriert nicht nur den Nachwuchs der Freiburgerinnen und Freiburger. Gezählt werden alle Kinder, die hier geboren werden. 60,1 Prozent (2019: 59%) der beurkundeten Geburten sind Eltern zuzurechnen, die beispielsweise aus dem Freiburger Umland, dem Hochschwarzwald oder der Ortenau stammen.

Der Freiburger „Geburtstag des Jahres“ fiel 2022 auf Ende Mai: Am 30. Mai wurden 28 Kinder in den Freiburger Kreißsälen geboren. Dicht gefolgt vom 29. April mit 27 Babys. Den Tag mit den wenigsten Geburten teilen sich der 4. Februar und 20. März. An beiden Tagen kamen jeweils nur sechs Neugeborene zur Welt. Auf den Monat bezogen hat sich der Trend der vergangenen Jahre bestätigt: Die meisten Geburten gab es im Sommermonat Juli (537), die wenigsten im Winter (Februar: 374).

Der Blick auf das Datum oder die Uhrzeit bringen immer wieder kuriose Zufälle ans Licht: Am 22. September 2022 kamen in der gleichen Freiburger Klinik zwei Kinder um exakt 7.30 Uhr auf die Welt. Der 2. Februar 2022 stand hingegen bei Mädchen hoch im Kurs: Es kamen 18 weibliche Babys zur Welt – an keinem anderen Tag waren es mehr.

Knapp 29 Prozent der frischgebackenen Eltern waren unverheiratet, im Jahr zuvor waren es etwas mehr (30 Prozent). Die jüngste Mutter, die das Standesamt 2022 beurkundet hat, war wie im Vorjahr 15 Jahre alt. Die älteste Mutter war 51 und gleichzeitig war ihr Ehemann mit 68 Jahren der älteste Vater. Insgesamt kamen die Eltern aus 121 verschiedenen Herkunftsländern – sehr nah dran an dem Rekord aus dem Jahr 2021 (123).

Die Zahl der Geburten außerhalb der Freiburger Kliniken oder einer anderen Geburtseinrichtung ist auf 69 Babys gesunken (2021: 98). Und nicht bei allen Müttern verlief die Geburt wie geplant: Ein Neugeborenes erblickte in einem Taxi das Licht der Welt.

34 Kinder kamen tot auf die Welt, drei weniger als im Vorjahr.

Trauungen:

Die Trauung im Freiburger Standesamt ist nach wie vor gefragt: 2022 haben sich 1.034 Paare das Ja-Wort gegeben, fast genau so viele wie im Vorjahr (2021: 1.033). Der Freiburger Heiratsrekord liegt übrigens mit 1.463 Trauungen im Jahr 1967.

Für 789 Paare war es eine Hochzeitspremiere, also die erste Ehe, die sie eingingen (2021: 836). Ein Paar gab sich nach der Scheidung erneuet das Ja-Wort. 20 Prozent der frisch Vermählten hatte bereits gemeinsame Kinder. Im Vorjahr waren es 22 Prozent.

Insgesamt gingen 22 weibliche und 13 männliche Paare die Ehe ein. Sechs davon ließen eine bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln. Diese Möglichkeit besteht, genau wie die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, seit 2017.

Auch am Wochenende waren die Standesbeamtinnen fleißig im Einsatz: Fast ein Drittel der Ehen wurde an einem Samstag geschlossen. Der beliebteste Heiratsmonat lag mit dem Juli (131 Trauungen) wieder im Sommer. Darauf folgt der August mit 113 Trauungen und der September mit 108 Trauungen. Am wenigsten gefragt, wie schon seit Jahren: Der Januar mit nur 25 Trauungen.

82 Prozent, und damit der Großteil der Ehepaare, wohnte auch in Freiburg. 189 Brautpaare (18 Prozent) kamen von auswärts zur Trauung hierher. 263 Freiburger Paare, also ein Viertel, haben sich für den umgekehrten Weg entschieden und außerhalb von Freiburg geheiratet. Weitere 71 beantragten eine Bescheinigung für die Eheschließung im Ausland. Eine Trauung fand in einer Klinik statt.

Bei 249 Trauungen hatte mindestens einer der Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit. In 70 Fällen traf das auf beide zu. Insgesamt stammten die Brautleute aus 64 verschiedenen Staaten, darunter nach Deutschland am häufigsten Italien (27 Personen), die Türkei (17 Personen) und Kroatien (12 Personen).

Die Zahl der älteren Semester, die sich für ein Ja-Wort entschieden, ist erneut leicht gestiegen: 13 frisch Vermählte waren über 70 Jahre alt, darunter sieben sogar über 80. Der größte Altersunterschied zwischen den Partnern lag bei 29 Jahren.

662 Paare (64 Prozent) haben 2022 einen gemeinsamen Nachnamen gewählt. Ähnlich viele waren es auch im Vorjahr. 83 Prozent von ihnen wählten den Nachnamen des Mannes.

Sterbefälle:
Einen deutlichen Anstieg gab es bei den Sterbefällen: 3.277 Verstorbene hat das Standesamt Freiburg 2022 beurkundet, 84 mehr als im Vorjahr. Damit liegt die Zahl auf dem höchsten Niveau seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und hat damit das Jahr 2015 mit 3.207 Todesfällen nochmal deutlich überstiegen. Wie in den Vorjahren sind wieder etwas weniger Frauen (1.604) als Männer (1.673) verstorben. Knapp 55 Prozent hatten ihren Wohnsitz in Freiburg. In 247 Fällen war die Todesursache unklar und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. 29 Personen waren unter 18 Jahre alt, als sie gestorben sind (2021: 39). Am anderen Ende der Alterspyramide gab es aber auch 26 Verstorbene, die über hundert Jahre alt waren – vier Personen weniger als im Vorjahr.

Kirchenaustritte:
Ein Rekordwert zeigt sich erneut bei den Kirchenaustritten: Nie zuvor sind in Freiburg so viele Menschen aus ihrer Religionsgemeinschaft ausgetreten, wie 2022. Ihre Zahl hat sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche stark zugenommen. Insgesamt hat das Standesamt Freiburg im vergangenen Jahr 3.805 Kirchenaustritte beurkundet. Das sind 859 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021 mit 2.946 Austritten. Aus der katholischen Kirche sind 2.428 Personen ausgetreten (2021: 1863), aus der evangelischen 1.367 (2021: 1.078) und aus anderen Glaubensgemeinschaften weitere zehn.


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