GRATIS! Internet-Tageszeitung für alle, die in der Regio „etwas zu sagen haben“! Einfach „Hier schreiben Sie!“ benutzen! Mehr…

RegioTrends

Kreis Emmendingen - Denzlingen

5. Mai 2026 - 20:41 Uhr

Denzlinger Grünflächen: Zukunftsversprechen oder Baureserve?

Dieser Blick ist bald Geschichte,  wenn es nach der Vorstellung der Gemeindeverwaltung geht. Auf der anderen Seite bewirbt Denzlingen das Käppelematten mit "Urbanen Grün, Freiraum und Lebensqualität". Die Verwaltung scheint hier zwischen guten und schlechten Grün zu unterscheiden. Oder ist das beim Käppelematten nur Marketing?
Dieser Blick ist bald Geschichte, wenn es nach der Vorstellung der Gemeindeverwaltung geht. Auf der anderen Seite bewirbt Denzlingen das Käppelematten mit "Urbanen Grün, Freiraum und Lebensqualität". Die Verwaltung scheint hier zwischen guten und schlechten Grün zu unterscheiden. Oder ist das beim Käppelematten nur Marketing?

In Denzlingen wird es konkret: Für die Gemeinderatssitzung am 12. Mai 2026 liegt unter TOP 9 die Beschlussvorlage „Bebauungskonzept Spielplatz Ricarda-Huch-Straße“ vor. Geprüft wird die Bebaubarkeit einer Fläche, die bislang als Grünfläche festgesetzt ist und im Quartier als Spiel-, Freizeit- und Aufenthaltsfläche genutzt wird.

Damit geht es nicht mehr nur um Spielgeräte oder Unterhaltskosten. Es geht um die grundsätzliche Frage, ob eine gewachsene Grünfläche mitten im Wohngebiet zur Baufläche werden soll.

Besonders kritisch ist der mögliche Rückgriff auf den Bau-Turbo. Ein Instrument zur Beschleunigung des Wohnungsbaus darf nicht dazu führen, dass bestehende Spiel-, Grün- und Freizeitflächen unter Zeit- oder Haushaltsdruck leichter verwertbar werden.

Hier entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem: Wenn die Gemeinde bei neuen Baugebieten mit Grün, Aufenthaltsqualität und Schwammstadt wirbt, darf sie bestehende Grünflächen in älteren Quartieren nicht gleichzeitig als Baureserve behandeln. Grün darf nicht nur dort zählen, wo es ein neues Projekt attraktiver macht.

„Gilt Grün in Denzlingen nur dann als wertvoll, wenn es ein neues Baugebiet attraktiver macht?“

Der Vergleich mit Freiburg zeigt, wohin moderne Stadtentwicklung gehen kann – und das unter schwierigeren Voraussetzungen. Freiburg ist wesentlich größer, dichter bebaut und stärker versiegelt als Denzlingen. Trotzdem setzt die Stadt im Bestand auf mehr Grün, Schatten, Entsiegelung und Aufenthaltsqualität.

Konkrete Beispiele sind die Freiburger Grünoasen: In der Innenstadt entstanden Bauminseln, Pflanzmodule und Sitzgelegenheiten; an der Kaiser-Joseph-Straße/Gerberau wurde ein neuer Aufenthaltsort im Schatten einer alten Platane geschaffen. In der Wiehre wurde an der Urachstraße/Hildastraße eine ungenutzte Asphaltfläche entsiegelt und in eine kleine Grünoase verwandelt. Hinzu kommen urbane Gärten auf öffentlichen Grünflächen und Bürgerpatenschaften über „Freiburg packt an“.

Der politische Vergleich macht die Frage noch deutlicher: Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn setzt sichtbar auf Begrünung im bestehenden Stadtraum. Bürgermeister Fabian Nitz muss sich in Denzlingen nun daran messen lassen, ob die Begriffe, mit denen Käppelematten beschrieben wird, auch für bestehende Quartiere gelten.

Denn bei Käppelematten wurde Nitz laut Bericht zur Informationsveranstaltung die Zielsetzung zugeschrieben, dort „höchste Lebensqualität“ durch bedarfsgerechte Wohnformen, ein klimaneutrales Nahwärmenetz und den Anschluss an das „urbane Grün im erweiterten Stadtpark“ zu schaffen. Die Gemeinde beschreibt Käppelematten ebenfalls als städtebauliche Weiterentwicklung mit Einbindung in die Parklandschaft; in Berichten zur Planung ist zudem von kleineren Parkanlagen und Versickerungsflächen im Sinne der Schwammstadt die Rede.

Das sind richtige und wichtige Ziele. Aber gerade deshalb stellt sich an der Ricarda-Huch-Straße die Glaubwürdigkeitsfrage: Wenn urbanes Grün, Parklandschaft, Versickerung und Lebensqualität bei neuen Baugebieten zentrale Argumente sind, warum soll dann eine bereits vorhandene Grün- und Freizeitfläche in einem bestehenden Quartier zur möglichen Baufläche werden?

Auch die eigene Bürgerumfrage der Gemeinde zeigt, was viele Menschen an Denzlingen schätzen. In „20 Minuten für Denzlingen“ heißt es, Klimaschutz und Lebensqualität seien eng miteinander verknüpft. 98 Prozent der Teilnehmenden gaben an, gerne in Denzlingen zu leben. Die Erhaltung und Gestaltung innerörtlicher Grünflächen wurde positiv bewertet.

Gerade deshalb wäre der Verlust einer bestehenden Grünfläche im Wohngebiet ein falsches Signal. Wenn die Gemeinde selbst feststellt, dass Klimaschutz, Lebensqualität und innerörtliches Grün Denzlingen ausmachen, muss sie diese Werte auch in konkreten Entscheidungen schützen.

Hinzu kommt: An der Berliner Straße entsteht mit „Wohnen am Mauracher Berg“ bereits zusätzlicher Wohnraum in erheblichem Umfang. Umso wichtiger werden die verbleibenden Grünflächen als Ausgleich – zum Spielen, Begegnen, Versickern, Kühlen und Durchatmen.

Die Beschlussvorlage zur Ricarda-Huch-Straße ist deshalb mehr als ein technischer Prüfauftrag. Sie ist ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Denzlinger Grünflächenpolitik: Ob die Gemeinde ihre eigenen Worte zu Grün, Schwammstadt, Klimaschutz und Lebensqualität ernst nimmt – oder ob diese Begriffe am Ende nur dort gelten, wo sie politisch bequem sind. (tk)

https://www.change.org/Denzlinger_Kinder

kontakt@denzlinger-freiraeume.de

Quellen und Bezugspunkte:
Beschlussvorlage Gemeinde Denzlingen 2026/De/085, TOP 9, 12.05.2026. Freiburger Grünoasen und „Freiburg packt an“: freiburg.de. Käppelematten: denzlingen.de und wzo.de. Bürgerumfrage „20 Minuten für Denzlingen“: denzlingen.de. Projekt „Wohnen am Mauracher Berg“: Gisinger Unternehmensgruppe.

INFO: Tobias, Knoll, Denzlingen


Weitere Beiträge von RT-Leser
Jeder Verfasser einer Meldung (Firma, Verein, Person...) hat zusätzlich noch SEINE eigene "Extrazeitung" bei REGIOTRENDS! Oben auf den roten Namen hinter „Weitere Beiträge von“ klicken. Schon sehen Sie ALLE seine abrufbaren Meldungen in unserer brandaktuellen Internet-Zeitung.


QR-Code
> Weitere Meldungen aus Denzlingen.
> Weitere Meldungen aus der Rubrik "Städte und Gemeinden".
> Suche
> Meldung schreiben



P.S.: NEU! Sind Sie bei Facebook? Werden Sie Fan von RegioTrends!

Twitter Facebook studiVZ MySpace Google Bookmarks Linkarena deli.cio.us Digg Folkd Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo Yigg
























Schwarzwald, Lokalzeitung, Wochenzeitung EMMENDINGER TOR, WZO, Wochenzeitungen am Oberrhein, Der Sonntag, Markgräfler Bürgerblatt, Primo Verlag, Freiburger Wochenbericht, Kurier, Freiburger Stadtkurier, Zeitung am Samstag, Zypresse, Kaiserstuhl, Breisgau,RegioTrends, RegioZeitung, Freiburg, Emmendingen, Waldkirch, Endingen, Kenzingen, Herbolzheim, Breisach, Lahr, Offenburg, Müllheim, Bad Krozingen, Staufen, Weil, Lörrach, Denzlingen, Feldberg, Kaiserstuhl, Breisgau, Ortenau, Markgraeflerland, Schwarzwald