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Ortenaukreis - Offenburg

11. Jul 2019 - 16:50 Uhr Ortstermin Waldwirtschaft Zell (v.l.) Klaus Pfundstein, Revierleiter Zell am Harmersbach, Philipp Glanz, Revierleiter Haslach-Biberach, Simeon Springmann, Forstbezirksleiter Offenburg und Markus Maise, Leiter der Staatswaldes im  Ortenaukreis, demonstrieren Käfer- und Trockenheitsschäden am Holz.


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Massive Trocken- und Käferschäden am Wald - Forstleute und Waldbesitzer im Ortenaukreis im Einsatz, um Ausbreitung zu begrenzen

Die Wälder in den tieferen Schwarzwaldtälern des Ortenaukreises sind aktuell in einem kritischen Zustand. Darüber und über die umfassenden forstlichen Maßnahmen zum Schutz des Waldes informierte das Amt für Waldwirtschaft im Landratsamt Ortenaukreis bei einem Vor-Ort-Termin am heutigen Donnerstag in Zell am Harmersbach. Dabei wurde auch am Beispiel eines Schonwaldes veranschaulicht, wie es ohne den unermüdlichen Einsatz der forstlichen Kräfte in den Tälern der Ortenau aussehen würde.

„Auch wenn die Schwarzwaldhänge beim ersten Blick im sattem Grün zu stehen scheinen, finden sich in den tieferen Lagen des Schwarzwaldes rötlich verfärbte Tannen, Fichten und Laubhölzer“, so Simeon Springmann, Forstbezirksleiter Offenburg. „Geschwächt durch die Hitze und Trockenheit im Jahr 2018, kämpfen viele Bäume in diesem Sommer ums Überleben“, bringt es Springmann auf den Punkt. Besonders betroffen seien die eigentlich als robust geltende Tanne und einheimische Laubhölzer wie die Buche. Die Wasserreserven seien aufgebraucht und immer mehr Bäume sterben ab. „Aktuell kommt noch ein starker Befall an Borkenkäfern bei den Nadelbäumen hinzu, die ohnehin geschwächten Bäume können sich dagegen kaum noch wehren. Deswegen drohen ganze Hangbereiche abzusterben“, erklärt der Forstbezirksleiter.

Um dem Szenario entgegenzuwirken, sind Förster, Waldarbeiter und Waldbesitzer seit letztem Herbst unermüdlich im Einsatz. Die Entnahme von Käferbäumen und stark geschwächten Bäumen läuft auf Hochtouren. Denn geschädigtes Holz ist die ideale Brutstätte für die Käfer; es muss entfernt werden, bevor sich die Tiere unter der Rinde vermehren, ausfliegen und weitere Bäume befallen. „Ziel ist es, weiteren Schaden zu begrenzen und den Wald als vielfältigen Lebensraum mit all seinen wichtigen Funktionen wie Boden-, Wasser- und Klimaschutz zu erhalten“, so Springmann.

Neben der landschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des Waldes dienen die forstlichen Maßnahmen auch der Sicherheit von Waldbesuchern. Denn abgestorbene Bäume werden bereits in kurzer Zeit brüchig und stellen vor allem entlang von Wegen ein großes Risiko dar. Besonders gefährlich sind dabei die ausladenden, dürren Kronen der Laubbäume.

„Die umfassenden Maßnahmen täuschen momentan noch über das Schadensausmaß hinweg“, resümiert Simeon Springmann, beruhigt aber zugleich in einem anderem Punkt: „Die großen Mengen an eingeschlagenem Holz am Wegesrand bedeuten nicht, dass der Wald übernutzt wird. Anstatt der ursprünglich geplanten Holzernte werden fast ausschließlich geschädigte Bäume entnommen.“ Auch Arten- und Naturschutz seien berücksichtigt. Eine flächige chemische Bekämpfung der Borkenkäfer im Waldbestand finde nicht statt. Als ultima ratio behandle man lediglich am Wegesrand auf Poltern gelagerte Stämme, sofern diese nicht aus dem Wald gefahren werden können, bevor die Käfer ausfliegen. Auch der Anteil an ökologisch wertvollem Totholz werde trotz der Maßnahmen in unseren Wäldern weiter ansteigen.

Mitentscheidend für die weitere Schadentwicklung ist laut dem Amt für Waldwirtschaft das Wetter in den kommenden Wochen und Monaten. Forstleute und Waldbesitzer hoffen nach dem extremen Trockenjahr 2018 daher in den nächsten Wochen auf regelmäßige Niederschläge.


Hintergrundinformation: Schonwald

Wie es ohne den Einsatz der forstlichen Kräfte in den Schwarzwaldtälern der Ortenau flächenhaft aussehen würde, demonstrierte das Amt für Waldwirtschaft am Beispiel eines sogenannten Schonwaldes, also eines geschützten Waldreservat, am Ortseingang von Zell a.H. Hier sind an einem südexponiertem Hang viele Tannen in einem Laubmischwald aufgrund Trockenheit und Käferbefall bereits abgestorben. Solch ein Ausmaß soll auf großer Fläche verhindert werden. Der umgebende Wald wird daher intensiv überwacht.

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