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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

12. Mai 2022 - 08:04 Uhr

Bozidarka Zimmermann vom Universitätsklinikum Freiburg ist Pflegerin des Jahres - Initiative Herz & Mut kürt Pflegerin des Jahres - Wertschätzung für die Pflege - Die aus 1.000 Pflegekräften ausgewählte Siegerin wohnt in Teningen

Bozidarka Zimmermann vom Universitätsklinikums Freiburg ist Pflegerin des Jahres 

Bild: Jobtour medical
Bozidarka Zimmermann vom Universitätsklinikums Freiburg ist Pflegerin des Jahres

Bild: Jobtour medical

Bozidarka Zimmermann ist Deutschlands Pflegerin des Jahres. Die 36-jährige Fachgesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet im OP des Universitätsklinikums Freiburg und engagiert sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit stark bei der Ausbildung des Nachwuchses.

Zimmermann wurde von der Initiative „Herz & Mut“ unter rund 1.000 Pflegekräften für die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ausgewählt.
Der zweite Platz (3.000 Euro) geht an Palliativ-Pflegefachkräfte Michaela Bayer und Sara Loy vom Münchner Universitätsklinikum. Die beiden informieren auf ihrem Instagram-Kanal elsa.palliative.care über ihre sensible Arbeit.
Mit dem dritten Platz (2.000 Euro) wird Giovanica Fois aus Düsseldorf ausgezeichnet, die als Pflegehelferin in einem Altenheim mit Schwerpunkt Demenz arbeitet.
Darüber hinaus erhält die Comedian Ramona Schukraft für ihre Figur der Pflegerin „Sybille Bullatschek“ einen Sonderpreis (1.500 Euro) für Humor in der Pflege. Insgesamt ist der vom Baden-Badener Personaldienstleister „Jobtour medical“ initiierte Pflege-Award mit 11.500 Euro dotiert.

Ausgezeichnet werden die Preisträgerinnen und Preisträger anlässlich des Internationalen Tags der Pflege, der immer am 12. Mai gefeiert wird. Er geht auf den Geburtstag der im 19. Jahrhundert wirkenden britischen Pionierin der modernen Krankenpflege Florence Nightingale zurück.

Der Pflege-Award „Pfleger/Pflegerin des Jahres“ wurde zum sechsten Mal ausgeschrieben.

Unter dem Motto „Herz & Mut“ wurden bundesweit Pflegekräfte gesucht, die auf besondere Weise Herz und Mut täglich unter Beweis stellen. Insbesondere Angehörige, Patienten und Arbeitskollegen haben Pflegerinnen und Pfleger vorgeschlagen. Rund 1.000 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer verzeichnet der Wettbewerb dieses Jahr. Eine siebenköpfige Fachjury wählte unter den teils sehr berührenden Vorschlägen die Pflegerinnen und Pfleger aus, die ihre Arbeit auf besonders vorbildliche und nachahmenswerte Weise ausüben.

Außerdem flossen auch biografische Besonderheiten der Pflegerinnen und Pfleger in die Bewertung mit ein. Am Ende hat sich die Jury für Bozidarka Zimmermann entschieden.

In Bosnien geboren ist Zimmermann als achtjähriges Kind mit ihrer Familie vor dem Krieg in der Heimat geflohen. Ein Jahr waren sie auf der Flucht, bis sie 1994 nach Deutschland gekommen sind. In der Nähe von Gütersloh lebte dann die Familie, und Boba, wie sich Bozidarka bis heute selbst nennt, hatte schon früh den Wunsch, Krankenschwester zu werden. „Ich wollte einen Beruf lernen, den ich überall auf der Welt ausüben kann“, erzählt sie. Ein Schüler-Praktikum in der Chirurgie verstärkte den Wunsch – und so absolvierte sie die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Fachweiterbildung OP-Pflege.
Direkt nach ihrem Abschluss konnte sie im OP-Bereich der Universitätsklinik Münster arbeiten.

Auch nach ihrem Umzug in den Breisgau im Jahr 2009 ist sie den OP-Sälen treu geblieben. Im Universitätsklinikum Freiburg wurde sie im Zentral-OP angestellt, und nur wenige Wochen darauf, hat sie parallel dazu die Weiterbildung zur Fach-, Gesundheits- und Krankenpflegerin
für operative Medizin und Endoskopie begonnen und 2011 angeschlossen. „Eine gute Ausbildung und ein umfangreiches Fachwissen sind die Grundvoraussetzung dafür, einen bestmöglichen Job zum Wohl der Patienten zu machen“, erklärt die Pflegerin des Jahres.

Dies war auch ihre Motivation, junge Menschen bei der Ausbildung zu unterstützen, Fachwissen und Erfahrung weiterzugeben und sie für den Beruf der Operationstechnischen Assistenz (OTA) zu begeistern.

Mehrere Jahre war sie Dozentin für OP-Lehre an der Akademie für medizinische Berufe an der Uniklinik. Darüber hinaus startete sie ihr Engagement als Mentorin für Pflege-Schülerinnen und -Schüler.
Wohlgemerkt: Alles zusätzlich zum eigentlichen Beruf im OP.

Nach der Geburt der Tochter beendete sie die Dozentinnen-Tätigkeit – aber die Mentorinnen-Aufgabe als Praxisanleiterin für junge Menschen ist ihr so ans Herz gewachsen, dass sie diese weiter ausfüllt. „Es geht darum, die Schülerinnen und Schüler an die tägliche Arbeit im OP heranzuführen, ihnen die Strukturen und Abläufe zu vermitteln oder in die Geräte einzuweisen. Es geht um den Transfer der Theorie in die Praxis“, erklärt Zimmermann.

Doch es geht auch darum, den künftigen Fachkräften mental bei schwierigen Situationen im OP zur Seite zu stehen, ihnen zu vermitteln, wie sie auch in Stresssituationen professionell und ruhig bleiben. Außerdem: „Man muss lernen, nach dem Dienst abschalten zu können“, macht die Pflegerin des Jahres deutlich und ergänzt: „Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten, wertschätzend und verantwortungsvoll gegenüber sich selbst zu sein und seine eigenen Grenzen zu akzeptieren. Man muss und darf in der Pflege auch mal nein sagen.“

Um dies zu erkennen, hat sie selbst einige Jahre gebraucht. „Die Geburt unserer Tochter und die Elternzeit haben zu einem Umdenken geführt“, berichtet Boba Zimmermann, die mit ihrem Mann in Teningen wohnt und wie am ersten Tag begeistert von ihrem Beruf ist. „Im
OP ist man ganz nah an der Anatomie und Physiologie des Menschen dran und erkennt, was für ein Wunderwerk der Körper ist. Zu sehen, zu was er alles fähig ist und wie Operationen den Patienten helfen können und ihnen ein deutlich besseres Leben ermöglichen, ist immer wieder aufs Neue eine unbeschreibliche Erfahrung.“

Nominiert wurde Zimmermann von einer Arbeitskollegin, die neben der hohen fachlichen Kompetenz und dem großen Engagement für die Ausbildung besonders die Fähigkeit der Pflegerin des Jahres hervorhebt, für ihren Beruf zu begeistern, zu motivieren und Wissen zu
vermitteln. „Trotz Schichtdienst, Wochenendarbeit und 16 Stunden Bereitschaftsdiensten ist sie stets positiv und liebt ihren Job“, heißt es in der Nominierung.

„Ich gratuliere Bozidarka Zimmermann herzlich zu dieser tollen Auszeichnung. Die Jury würdigt zurecht ihre hervorragende fachliche Kompetenz und ihr Einfühlungsvermögen. Wir sind stolz, so eine gute Botschafterin für unseren Nachwuchs zu haben“, sagt Helmut
Schiffer, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Freiburg. „Bozidarka Zimmermann steht stellvertretend für das, was moderne Pflege ausmacht: hochqualifiziert und engagiert für Patient*innen und Kolleg*innen. Es freut mich sehr, dass an diesem Tag auch die
Berufsgruppe der OP-Fachkräfte in den Fokus rückt, denn hier wird hinter verschlossenen Türen und für viele nicht sichtbar großartige Arbeit geleistet,“ sagt Pflegedirektor Helmut Schiffer.

Mirjam Rienth, Inhaberin des Preisinitiators Jobtour medical, lobt die Preisträgerin als „vorbildliche Pflegerin, die ihren Beruf als Berufung lebt. Bozidarka Zimmermann zeigt eindrucksvoll, wie die Kombination von fachlicher Qualifikation, großer Empathie und Liebe zum Pflegeberuf sich auf die Pflegequalität positiv auswirken und auch junge Menschen für den Beruf begeistern kann.“ Weiter macht Rienth deutlich: „Durch den Preis und die Kampagne Herz & Mut werben wir seit Jahren für eine höhere Wertschätzung der Pflege.

Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass Politik und Gesellschaft gleichermaßen verinnerlichen, wie existenziell wichtig die Arbeit der Pflege ist.“ Die Preisinitiatorin hebt hervor: „Im Grunde verdient die gesamte Pflege eine Auszeichnung. Vor diesem Hintergrund stehen die Preisträgerinnen und Preisträger stellvertretend für die vielen hervorragend qualifizierten, hoch motivierten und empathischen Pflegekräfte, die tagtäglich einen gesellschaftlich unverzichtbaren Beitrag leisten.“

***

Über Jobtour medical:
Der auf Pflege- und medizinische Fachkräfte spezialisierte Personaldienstleister „Jobtour medical“ zählt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – von Altenpflegern über medizinisches Fachpersonal bis hin zu Ärzten. Jobtour medical arbeitet nach der Maxime „die Pflege pflegen“ und hat ein eigenes Versorgungswerk für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzipiert: Dazu gehören eine überdurchschnittliche Bezahlung, eine private Zusatzkrankenversicherung, Unterstützung bei der eigenen Altersvorsorge, regelmäßige Fortbildungen und individuell abgestimmte Arbeitsbedingungen. Dafür wurde das Unternehmen unter anderem mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis ausgezeichnet.

(Info: Jobtour medical)


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