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RegioTrends

Stadtkreis Freiburg - Freiburg

6. Mai 2019 - 17:31 Uhr

Ermöglichung und Mitgestaltung von Großveranstaltungen bzw. Open-Air-Veranstaltungen im Stadtgebiet - Statement IG-Subkultur

Im Anbetracht der besorgniserregenden Entwicklungen der letzten Monate betreffend des Freiburger Nachtlebens müssen erweiterte und neue Konzepte entwickelt werden, die die Attraktivität Freiburgs erhalten und stärken. Erfreulicherweise wurden neben den bestehenden Kulturförderungen auch weitere Projekte wie der Freiburger Booking Fonds, Multicore e.V. und Bretterbude e. V. in die Haushaltplanung mit aufgenommen. Die IG Subkultur hat sich im Anbetracht der anstehenden Kommunalwahlen dennoch folgende Forderungen bzw. Maßnahmen überlegt, die dazu beitragen können, die desolate Lage für Kulturschaffende und Kulturbegeisterte in der Stadt zu verbessern. Unsere Vorschläge sehen wie folgt aus.

Ermöglichung und Mitgestaltung von Großveranstaltungen bzw. Open-Air-Veranstaltungen im Stadtgebiet

Die IG Subkultur beteiligte sich im Sommer 2018 mit einer Bühne bei „Freiburg stimmt ein“ im Stadtgarten. Bespielt wurde diese hauptsächlich von Künstler*innen aus dem Bereich der elektronischen Live-Musik. Die hohe Besucher*innenzahl kann als Beleg für den dringenden Bedarf an solchen Veranstaltungsformaten gewertet werden. Auch nach Abschluss des Events bekam die IG Subkultur viel Zuspruch aus verschiedenen Kreisen der Freiburger Bürger*innenschaft. Dies zeigt, wie wichtig die Einbindung unterrepräsentierter Nutzer*innengruppen in die bestehenden Großveranstaltungen Freiburgs (u.a. Schlossbergfest, Stadtjubiläum) ist. Um die Partizipation von möglichst vielen Interessengruppen in diese oder ähnliche Aktionen zu ermöglichen, schlagen wir folgende Maßnahmen vor
.
1. Teilhabe an Entscheidungsprozessen kultureller Großveranstaltungen.
2. Öffnung bzw. Bereitstellung öffentlicher Räume für Kulturschaffende aus verschiedenen Bereichen.
3. Ausbau der vom Popbeauftragen initiierten Vernetzungsstrukturen.
4. Bereitstellung benötigter Informationen zur Anmeldung und Durchführung öffentlicher Veranstaltung.
5. Ausbau der Kommunikationswege zwischen Ämtern und Kulturschaffenden.

Teilhabe an kulturellen Entscheidungsprozessen in der Stadtverwaltung
In dem ersten Vorschlag wurde bereits eine Teilhabe an kulturellen Entscheidungsprozessen genannt, die wir als gewinnbringend für mehrere Akteure erachten. In den letzten Jahren haben sich unterschiedliche ehrenamtliche Vereine und Initiativen gegründet, die aktiv das Nachtleben mitgestalten und zur Vielfalt und Lebendigkeit Freiburgs beitragen. Der Großteil der Arbeit, die von diesen Gruppierungen geleistet wird, ist ehrenamtliche Arbeit. Mit diesem Einsatz wird ein kulturelles Angebot ermöglicht, dass die Attraktivität der Stadt Freiburg steigert, ohne dass der Stadt dadurch Kosten entstehen. Der Mehrwert für die Kulturlandschaft in Freiburg, der durch solch ein Engagement entsteht, ist enorm. Der Einfluss, den diese Akteure auf kulturpolitische Entscheidungen haben, dagegen kaum existent. Die Einbindung der genannten Akteure in Entscheidungen, die sie betreffen, birgt jedoch ein immenses Potenzial. An dieser Stelle sei das Stichwort Empowerment genannt: Entscheidungen der Kulturverwaltung könnten unter Einbeziehung von kulturschaffenden Gruppen demokratisiert werden. Zudem ermöglicht dies, dass Anliegen aus den verschiedenen Szenen direkt in die Verwaltung getragen werden könnten. Interessen könnten gebündelt, Probleme gesammelt und daraus resultierende Lösungsansätze gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat erarbeitet werden. Stadtverwaltung wie kulturschaffende und kulturbegeisterte Gruppen könnten von solch einem Ansatz enorm profitieren und von der Expertise der jeweils anderen Partei lernen.


Ausweitung der Stelle des Popbeauftragten

Auf dem letzten Kongress „Kein Raum für Kultur“ der IG Subkultur vom 01.12.18 berichtete Tilo Buchholz von seinen Erfahrungen des ersten Jahres als Popbeauftragter. Dabei fiel auf, dass die Menge und Vielfältigkeit der Interessen der verschiedenen Akteure in der Freiburger Kulturlandschaft dafür sorgt, dass nicht alle Anfragen bedient werden können. Dies lässt sich auch auf das geringe Stundenkontingent, welches aus der Halbtagsstelle resultiert, zurückführen. Deshalb spricht sich die IG Subkultur für eine Aufstockung der Popbeauftragtenstelle um mindestens 50% aus. Um die angesprochenen vielfältigen Anfragen adäquat bearbeiten zu können, sollte die zweite 50% -Stelle mit jemandem besetzt werden, der nicht aus dem Livemusiksektor stammt, sondern sich eher mit der Clubszene identifiziert. Sinnvoll erscheint auch eine höhere Transparenz im Entscheidungsprozess sowie die Einbeziehung der IG Subkultur als stimmberechtigte Instanz.
Planung und Bau des Musiker*innenhaus unter Beteiligung von Multicore e.V.

Nach dem Wegfall der Proberäume auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, mangelt es Musiker*innen an Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Dieses Problem ist, wie die Forderungen der IG Subkultur im Jahr 2016 zeigen, nicht neu. Die Lage hat sich seitdem nicht verbessert, sondern scheint sich - wie die letzten Berichte bei fudder zeigen - zu verschlechtern. Einziger Ausblick ist die Planung und Bau der Musiker*innenhaus. Elementar ist an dieser Stelle, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt Musiker*innen aus der entsprechenden Szene in der Planung miteinbezogen werden, damit der Bau die Anforderungen der späteren Nutzer*innen gerecht wird. Multicore e.V. hat in den letzten Monaten gezeigt, dass sie die Bedürfnisse und Notwendigkeiten etablierter und junger Bands kennt. Eine Beteiligung von Multicore e.V. an der Planung und dem Bau des Musiker*innenhauses ist daher unabdingbar, um dieses Projekt konstruktiv für alle Beteiligten umsetzen zu können.


Ersatz der Kulturtagesstätte des White Rabbit Clubs

Mit der Schließung des Walfisches, der Leobar und insbesondere des White Rabbit Clubs gehen weitere Eckpfeiler der subkulturellen Kulturlandschaft verloren. Einmal mehr ist Freiburg gefährdet an kultureller Vielfalt und damit einhergehend als Studienstandort an Attraktivität zu verlieren. Auf die Dringlichkeit entsprechende Räumlichkeiten zu erhalten, wurde in den letzten Wochen ausführlich in verschiedenen Medien berichtet. Diese Medienpräsenz verdeutlicht umso mehr, dass es gilt, diese Räume mit allen möglichen Mitteln zu erhalten, Zwischenlösungen zu finden und/oder neue Räume, die als Ersatz für Kulturtagesstätte dienen, zu erschließen.

Der ‚Verein zur Erhaltung und Förderung der Pop-und Clubkultur in Freiburg e.V.‘ strebte an, den White Rabbit Club mit einem erweiterten Konzept weiterzuführen. Diese Bemühungen wurden von verschiedenen Amtsträger*innen der Stadt Freiburg unterstützt und sind nunmehr an der Ablehnung des Vermieters gescheitert.

Daher ist es wichtig, dass die Stadt Freiburg weiterhin diese Bemühungen unterstützt, ggf. neue Räume erschließt, in welcher die konzeptionelle Umsetzung der Kulturtagesstätte wie sie der Clubkultur e.V. vorsieht, durch institutionelle Förderung zu ermöglichen.


Berücksichtigung kultureller Flächen bei der Erschließung neuer Bauflächen

Die größte Problematik verbunden mit der besorgniserregenden Lage im Freiburger Nachtleben, geht auf den Mangel an Räumen zurück. Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Indikatoren feststellbar, die darauf hinweisen, dass sich in naher Zukunft Räume für Kultur im Stadtgebiet erschließen lassen. Es ist bekannt, dass in Zukunft neue Flächen bebaut werden, um der erdrückenden Raumnot etwas entgegensetzen zu können. Die IG Subkultur spricht sich dafür aus, dass bereits in den Planungsphasen dieser Projekte Kulturflächen mitbedacht werden, welche Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt werden können. Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang, dass notwendige Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden, um ein konfliktfreies Miteinander, unter Wahrung der unterschiedlichen Interessen, ermöglichen zu können. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Interessen von Anwohner*innen und kulturschaffenden und kulturbegeisterten Personen nicht gegeneinander ausgespielt werden.


Institutionelle Förderung des Freiburger Booking Fonds

Die Schwierigkeit für Musik- und Kulturschaffenden ein vielfältiges Programm zu bieten, ist immer wieder die Abwägung, ob mit den gewünschten Acts ein finanzielles Risiko eingegangen wird. In den Entscheidungen überwiegt zumeist die Sicherheit. Weder Veranstalter*innen noch Kulturinteressierte sind über diese Entscheidungen erfreut.

Abhilfe kann der Freiburger Bookings Fonds verschaffen, welches durch ein niederschwelliges Vergabeverfahren es Clubbetreiber*innen und Veranstalter*innen ermöglichen soll, finanziell entlastet zu werden. Gefördert sollen hierbei u.a. Reise- und Übernachtungskosten der Acts sowie ein Teil der zu zahlenden Gage. Die IG Subkultur, die sich aus verschiedenen Kulturschaffenden speist, weiß um die finanziellen Schwierigkeiten und sieht in der Idee des Freiburger Booking Fonds einen enormen Mehrgewinn für Veranstalter*innen. Es ist erfreulich zu sehen, dass sich der Gemeinderat für die finanzielle Förderung des Freiburger Booking Fonds ausgesprochen hat und das Vorhaben im Doppelhaushalt 2019/2020 berücksichtigt wird.


Abschaffung der Sperrstunde

Die Debatte um die Lärmproblematik auf öffentlichen Plätzen und die Forderung die Sperrstunde abzuschaffen, sind nicht neu. Die letzten Jahren sowie die medienträchtigen Fälle verdeutlichen die Wichtigkeit sich weiterhin mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die Lärmproblematik birgt ein erhöhtes Konfliktpotenzial zwischen Nachbar*innen und den jeweiligen Clubbetreiber*innen oder der Stadt Freiburg selbst. Versucht man die Umstände des Lärms zu verstehen, so kann festgestellt werden, dass – angesichts der sogenannten Putzstunde („Sperrstunde“) – alle Besucher*innen um 05:00 Uhr die Kulturstätte verlassen müssen.

Demnach befinden sich um diese Uhrzeit größere Menschenmassen vor Clubs und Diskotheken, die sich nach Hause begeben wollen. Angesichts gruppendynamischer Prozesse als auch durch den zumeist alkoholisierten Zustand der Personen sind laute Gespräche vorprogrammiert.

Durch die Abschaffung der Sperrstunde wäre es möglich, die großen Menschengruppen zu entzerren. Diese Entzerrung würde unserer Meinung nach zur Entspannung der Lärmsituation beitragen und somit deeskalierend auf die Konflikte zwischen Anwohner*innen und Clubbetreiber*innen wirken.


Mediator des Nachtlebens

Die beschriebene Lärmdebatte stellt nur eine Facette der Interessenskonflikte zwischen den beteiligten Nutzer*innengruppen der Stadt dar. Oftmals sind Vermittlungen zwischen den Parteien schwierig, da diese den jeweils anderen nicht nachvollziehen und daher verstehen können oder wollen. Um eine bessere, reibungslose und gar konstruktive Kommunikation zu ermöglichen, ist es sinnvoll, nach dem Vorbild des Mannheimers Modell des Nachtbürgermeisters, einen Mediator für das Nachtleben einzuführen. Hierbei sollte gemäß der Mediation die Aufgabe in der vermittelnden Tätigkeit zwischen den einzelnen Akteuren und deren Interessen bestehen. Als externe und neutrale Person kann dieser zu einer gemeinsamen und für alle beteiligten Parteien nachvollziehbaren Lösung beitragen und damit ermöglichen, dass konstruktive Lösungsansätze unter Berücksichtigung der Interessen der verschiedenen Nutzer*innengruppen erarbeitet und umgesetzt werden.


Was am Ende noch gesagt werden muss

Wir gehen davon aus, dass die Gründe für die genannten Maßnahmen nachvollziehbar sind und wir verdeutlicht haben, welches Potenzial in den vorgeschlagenen Konzepten steckt. Wir sind dazu bereit unsere Vorschläge, in Kooperation mit Entscheidungsträger*innen der Stadt, in die Tat umzusetzen und freuen uns darüber mit den entsprechenden Personen ins Gespräch zu kommen.

(Presseinfo: Yvonne Morick und Artur Frei von der IG Subkultur)


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