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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

19. Apr 2021 - 14:21 Uhr

Wie geht‘s dem Handwerk nach einem Jahr Corona? – Handwerkskammer Freiburg zeichnete anhand aktueller Konjunktur-Umfrage ein Stimmungsbild seiner Mitgliedsbetriebe

Handwerkskammer Freiburg zeichnete anhand einer aktuellen Konjunkturumfrage ein Stimmungsbild seiner Mitgliedsbetriebe.
Handwerkskammerpräsident Johannes Ullrich.

RT-BIldschirm-Foto: Online-Pressekonferenz Handwerkskammer Freiburg
Handwerkskammer Freiburg zeichnete anhand einer aktuellen Konjunkturumfrage ein Stimmungsbild seiner Mitgliedsbetriebe.
Handwerkskammerpräsident Johannes Ullrich.

RT-BIldschirm-Foto: Online-Pressekonferenz Handwerkskammer Freiburg

(HWK/RT) Lockdown, Hygienekonzepte und jetzt die Testpflicht: Das sind nur drei der Themen, die die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk der Handwerkskammer Freiburg derzeit umtreiben.
Wie es um das Handwerk nach einem Jahr Corona-Pandemie derzeit bestellt ist, darüber informierte Handwerkskammerpräsident Johannes Ullrich am heutigen Montagvormittag im Rahmen einer Online-Pressekonferenz.

Die Geschäftslage des südbadischen Handwerks hat sich im ersten Quartal 2021 weiter verschlechtert. Das geht aus der vierteljährlichen Konjunktur-Umfrage der Handwerkskammer Freiburg hervor. Knapp ein Drittel der Betriebe (31,0 Prozent) meldete Ende März eine schlechte Geschäftslage. „Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt“, erläuterte Handirk von Ungern-Sternberg, Mitglied der
Kammergeschäftsleitung.

42,9 Prozent der Befragten meldeten zudem gesunkene Auftragseingänge (Vorjahr: 30,2 Prozent) und über die Hälfte der Betriebe (54,1 Prozent) musste Umsatzrückgänge hinnehmen (Vorjahr: 30,1 Prozent). „Die anhaltenden Beschränkungen des Lockdowns und das Hin und Her bei Schließungen etwa für die Kosmetiker fordern ihren Tribut“, berichtete Ungern-Sternberg. „Vor allem in den Dienstleistungsgewerken und Nahrungsmittelhandwerken ist die aktuelle Lage alles andere als rosig“, ergänzte Kammerpräsident Johannes Ullrich.

Dennoch gäbe es Lichtblicke. „Die Geschäfts-, Auftrags- und Umsatzerwartungen seien deutlich besser als vor einem Jahr. Die 30 Mitgliedsbetriebe erwarteten in den nächsten Monaten eine Verbesserung der Lage. Dann dürften aber nicht noch weitere zusätzliche Belastungen für die Betriebe hinzukommen, mahnten die Verantwortlichen der Kammer. „Die aktuelle Entwicklung, beispielsweise bei den Rohstoffpreisen, wird durch die Krise schon jetzt ein weiterer limitierender Faktor für die Unternehmen“, informierte Ungern-Sternberg. Bei Holz wurde schon von Preissteigerungen von nahezu 100 Prozent berichtet, bei Betonstahl seien es rund 30 Prozent.
Auch die Verfügbarkeit der Rohstoffe gerate ins Stocken. Grundsätzlich seien in der Coronakrise unkomplizierte Hilfen und eine klare Öffnungsperspektive nötig. „Ein wirklicher Plan ist nicht ersichtlich“, resümierte Johannes Ullrich.

Viele Handwerksbetriebe sind von finanziellen Schwierigkeiten betroffen. So mussten beispielsweise Friseure wochenlang schließen und ihre Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Während diese so wenigstens einen Teil ihres Einkommens gesichert bekamen, schauten die Inhaber selbst in die Röhre.
„Die Betriebsinhaber zehrten lange von ihren Reserven und Rücklagen für die Altersversorgung. Nun sind diese Mittel jedoch vielerorts erschöpft“ berichtete Handwerkskammerpräsident Ullrich. „Gerade die Kleinen wie die Kosmetikbetriebe stehen gerade jetzt vor der Entscheidung, zu schließen“, wusste Ullrich.

Thema Testen: „Pragmatische Lösungen viel sinnvoller“
Das Thema Testen in Unternehmen beschäftigte sowohl Kammer als auch Betriebe in den letzten Tagen unaufhörlich. Die Einführung einer Testangebotspflicht in den Unternehmen sieht die Handwerkskammer Freiburg äußerst skeptisch. „Die jetzt beschlossene Pflicht ist das falsche Signal und kommt einem Misstrauensvotum gegenüber unseren Betrieben gleich“, machte Kammerpräsident Ullrich deutlich. Eine Blitzumfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Kammer Anfang vergangener Woche ergab, dass viele Handwerksunternehmen im Kammerbezirk bereits in den letzten Wochen freiwillig ihre Beschäftigten regelmäßig getestet haben. 35 Prozent direkt im Betrieb. Zudem würden gerade in vielen kleinen und mittleren Unternehmen auch viele betriebsexterne Testmöglichkeiten in Kooperation mit Ärzten, Apotheken oder Testzentren genutzt. „Also auch vor der Testangebotspflicht gab es bereits eine große Bereitschaft, Tests anzubieten“, so Ullrich. „Viele unserer Betriebe sind bereit, sich verantwortlich zu verhalten“, so der Kammerpräsident. „Viele kleine Unternehmen überfordert diese Aufgabe aber bereits. Hier sehen wir deutlich, dass in vielen Betrieben eine Testlogistik mit professioneller Unterstützung durch Ärzte und Apotheken viel sinnvoller ist.“

Ein Drittel der Betriebe meldete zudem große Probleme bei der Verfügbarkeit von Tests, weitere 40 Prozent berichteten von gelegentlichen Problemen. Hier setzt die Handwerkskammer ebenfalls auf eine pragmatische Lösung, wie Handirk von Ungern-Sternberg erläuterte. Zur Unterstützung der Unternehmen habe die Kammer einen Rahmenvertrag mit einem verlässlichen Anbieter aus der Region geschlossen. „Unsere Mitgliedsunternehmen können dort schnell verfügbare Schnelltests in guter Qualität zu Sonderkonditionen bestellen“, so von Ungern-Sternberg. Die Bestellung der Tests sei zudem mit einem kostenlosen Sachkunde-Schulungsangebot zur korrekten Durchführung der Tests gekoppelt. „Damit können unsere Betriebe möglichst unkompliziert die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen, ihre Beschäftigten direkt im Betrieb zu testen.“

Neben den pandemie-bedingten Problemen werden die seit Jahren drängenden Herausforderungen nicht geringer. So drücken das Handwerk nach wie vor Nachwuchssorgen. „Viele Betriebe wollen gerne ausbilden“, so Ullrich. Allerdings wurden die Chancen, geeignete junge Menschen ans Handwerk heranzuführen, durch Corona nicht größer. Die Ausbildungsbörsen finden, wenn überhaupt, nur online statt und so fielen die wenigen Möglichkeiten, mit Schulabgängern ins Gespräch zu kommen, auch noch weg.
Auch wenn es vielen Ausbildungsbetrieben derzeit nicht wirklich gut geht, bleibt die Bereitschaft, Nachwuchs auszubilden, groß.

Als Fazit stellt die Handwerkskammer Freiburg fest, dass auch nach einem Jahr Coronakrise die Handwerksbetriebe je nach Branche unterschiedlich stark leiden. Fakt bleibt jedoch, dass die langen Einschränkungen in allen Branchen Spuren hinterlassen werden. Um die langfristigen Schäden so gering wie möglich zu halten, sind weitere, unkomplizierte Hilfen nötig. Dazu hält die Handwerkskammer den Beschluss einer Öffnungsperspektive für unumgänglich, da derzeit ein konkreter Plan nicht ersichtlich ist. Dazu müssen Vorschriften an die aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Es fehlt derzeit an einem einheitlichen Auftreten in der Politik.


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