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Kreis Lörrach - Aitern

19. Mai 2022 - 15:47 Uhr

Quellen am Belchen werden erfasst und Strategien zum Schutz in Zeiten des Klimawandels erarbeitet - Staatssekretär Baumann und Regierungspräsidentin Schäfer informierten sich über Modellprojekt zum Schutz naturnaher Quellen in Aitern

Quellen am Belchen werden erfasst und Strategien zum Schutz in Zeiten des Klimawandels erarbeitet.
Umweltstaatssekretär Andre Baumann und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer informierten sich am Belchen über das Biosphären-Projekt zum Schutz naturnaher Quellen. 

Foto: Regierungspräsidium Freiburg - Biosphärengebiet Schwarzwald
Quellen am Belchen werden erfasst und Strategien zum Schutz in Zeiten des Klimawandels erarbeitet.
Umweltstaatssekretär Andre Baumann und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer informierten sich am Belchen über das Biosphären-Projekt zum Schutz naturnaher Quellen.

Foto: Regierungspräsidium Freiburg - Biosphärengebiet Schwarzwald
Das Biosphärengebiet Schwarzwald engagiert sich seit 2021 mit einem Pilotprojekt für den Schutz naturnaher Quellen im Südschwarzwald. Über ein Vorhaben an einer naturnahen Waldquelle im Bereich Belchen-Hohtann in Aitern (Kreis Lörrach) haben sich Umweltstaatssekretär Andre Baumann und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer am heutigen Donnerstag informiert. Das Projekt wird von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg aus Erträgen der Glücksspirale mit 184.000 Euro gefördert.

Umweltstaatssekretär Andre Baumann sagte im Rahmen des Besuchs: „Naturnahe Quellen und ihre zugehörigen Quellbereiche bieten hochspezialisierten Pflanzen- und Tierarten einzigartige Bedingungen. Ihr besonderer Strukturreichtum, der Lebensräume im Wasser und zu Land miteinander verzahnt, zeichnet sie aus und macht sie zu wertvollen Rückzugsgebieten für Arten, die nährstoffarme und kühle Gewässer benötigen. Damit sind unsere Quellen unersetzbare Biotope, die es insbesondere in Zeiten des Klimawandels zu schützen und zu erhalten gilt.“

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer ergänzte: „Als UNESCO-Modellregion für nachhaltige Entwicklung ist das Biosphärengebiet Schwarzwald auch ein Forschungslabor unter freiem Himmel, das innovative Konzepte zum besseren Zusammenleben von Mensch und Natur entwickelt. Deshalb passt das Quellenprojekt am Belchen wunderbar in unser Großschutzgebiet und wird dazu beitragen, seine wertvollen Lebensräume in Zeiten des Klimawandels zu schützen.“

Aufgrund der geringen Größe der einzelnen Teillebensräume einer Quelle, der relativen Artenarmut und der Spezialisierung vieler Quellbewohner auf ihren Lebensraum sind Quellbiotope sehr anfällig gegenüber Störungen. Beispielgebend werden im Rahmen des von der Stiftung Naturschutzfonds geförderten Modellprojektes der Schutz und die Erhaltung der Biodiversität natürlicher Quellen im Biosphärengebiet Schwarzwald sowie die Bewahrung der Ökosystemdienstleistungen angestrebt. Im vierjährigen Modellprojekt werden Quell-Lebensräume im Biosphärengebiet Schwarzwald erfasst und ein regional angepasstes Schutzkonzept entwickelt. Da für ein nachhaltiges Schutzkonzept bisher fundierte Daten zum Ist-Zustand der Quellen fehlen, ist Ziel des Projekts, eine Zustandsbewertung von Quell-Lebensräumen in unterschiedlichen Höhenlagen vorzunehmen. Dabei werden etablierte Kartier- und Bewertungs­verfahren sowie methodische Grundlagen aus der Schweiz und Bayern an die Situation im BSG angepasst. Untersucht werden Eigenschaften wie Lage, Quellgröße, Temperatur, kulturhistorische Bedeutung, Flora und Fauna sowie potenzielle Veränderungen durch den menschlichen Einfluss. Die Anwendung eines eDNA-Monitorings (durch Wasserproben gewonnenes molkulargenetisches Material) ermöglicht die Untersuchung der genetischen Vielfalt quelltypischer Arten. Als Schwerpunkte wurden die Einzugsbereiche von Brugga, Kleiner Wiese inklusive Belchengebiet sowie Menzenschwander und Bernauer Alb festgelegt. Wissenschaftlich begleitet das Projekt die Universität Basel und das Büro „Life Science“ AG.

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist es, Schutzmaßnahmen zu konzipieren und Bewusstsein für besseren Quellschutz zu schaffen. So besteht für interessierte Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit, sich nach einer Schulung und praktischer Anleitung bei der Erfassung der Quellen zu beteiligen.

(Presseinfo: Regierungspräsidium Freiburg, 19.05.2022)


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