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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

25. Mai 2022 - 15:38 Uhr

Nachhaltigkeit als neues Paradigma des Wirtschaftens - IHK-Kongress in Freiburg beleuchtete Wege zum klimaneutralen Unternehmen

Nachhaltigkeit als neues Paradigma des Wirtschaftens - IHK-Kongress in Freiburg beleuchtete Wege zum klimaneutralen Unternehmen.
Mario Schmidt von der Hochschule Pforzheim hielt eine Keynote zum Thema „Klimaneutralität – sinnvolle Strategie oder fragwürdige Mogelpackung“.

Foto: IHK Südlicher Oberrhein - Olga Heiland
Nachhaltigkeit als neues Paradigma des Wirtschaftens - IHK-Kongress in Freiburg beleuchtete Wege zum klimaneutralen Unternehmen.
Mario Schmidt von der Hochschule Pforzheim hielt eine Keynote zum Thema „Klimaneutralität – sinnvolle Strategie oder fragwürdige Mogelpackung“.

Foto: IHK Südlicher Oberrhein - Olga Heiland

Das Thema Nachhaltigkeit ist neben Industrie 4.0. ein Megatrend in der Wirtschaft. Durch den Druck von Politik und Gesellschaft können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, die Nachhaltigkeit zu vernachlässigen. Welche Wege dorthin führen können und welche Werkzeuge hilfreich sind, war das Thema des IHK-Kongresses im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche am vergangenen Dienstag im historischen Kaufhaus in Freiburg.

Ressourceneffizientes, nachhaltiges Wirtschaften ist in aller Munde. Auch für die Unternehmen am südlichen Oberrhein wird der Trend zur Nachhaltigkeit immer wichtiger. „Es gibt von immer mehr Seiten Druckpunkte, die das Thema vorantreiben: Die Politik schreibt durch den Green Deal vor, dass Europa bis 2050 klimaneutral werden muss. Deutschland will bereits 2045 klimaneutral werden und nimmt auch die Unternehmen in die Verantwortung. Mit der Verpflichtung zur Erstellung einer CO2-Bilanz bekommt die Ermittlung und Bewertung von Wertschöpfungseffekten einen neuen Schub. Und gesellschaftlich beschleunigt der fortschreitende Klimawandel das Bestreben zum nachhaltigen Wirtschaften“, erklärte André Olveira-Lenz, Leiter des Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt bei der IHK Südlicher Oberrhein bei der Abschlussveranstaltung zur IHK-Nachhaltigkeitswoche. „Wir können es uns nicht leisten, hier nichts zu machen, sonst werden wir global abgehängt, wie es bereits bei der digitalen Transformation geschehen ist“, warnte Olveira-Lenz vor rund 100 Unternehmer:innen im historischen Kaufhaus in Freiburg.

Unter dem Titel „Klimaneutralität – sinnvolle Strategie oder fragwürdige Mogelpackung“ hielt Prof. Dr. Mario Schmidt von der Hochschule Pforzheim die Keynote zur Veranstaltung. „Klimaneutralität ist eher ein Marketing-Gag, der in Wahrheit kaum einlösbar ist – auf allen Ebenen. Wenn ein Unternehmen wirklich etwas für den Klimaschutz tun will, dann muss es energie- und materialeffizient produzieren, auf den verstärkten Einsatz von regenerativen Energien setzen und seine Produkte energiesparend und recyclinggerecht konstruieren“, sagte der Experte. Statt Klimaneutralität solle also besser Treibhausgas-Neutralität angestrebt werden. Denn, so Schmidt: „Jede eingesparte Kilowattstunde im Betrieb ist für den Klimaschutz mehr wert, als sich mitunter zweifelhafte Embleme „Klimaneutralität“ zu kaufen“. In seinem Vortrag führte er aus, dass Klimaschutz alle Handlungsbereiche von Unternehmen betrifft – vom Einkauf der Materialien und der Energie über die Produktion bis hin zur Verpackung und zum Vertrieb. „Die meisten Unternehmen glauben, mit dem Wechsel zu sogenanntem grünen Strom oder durch Kompensationszahlungen für die eigenen Emissionen habe man seine Schuldigkeit getan. Das ist aber ein Fehler, denn die Energieeffizienz und eigene regenerative Stromerzeugung stehen an erster Stelle“, stellte Schmidt klar. Zu Kompensationen rät der Wissenschaftler als letzten Schritt nur dann, wenn zusätzlich und langfristig im Unternehmen Emissionen eingespart werden.

Beim anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Experten aus der Praxis über unternehmerische Chancen und Herausforderungen der Klimaneutralität. „Klimastabilität kann nur erreicht werden, wenn Unternehmen am stärksten Hebel ansetzen und CO2 maximal vermeiden und reduzieren. Den verbleibenden Carbon Footprint gilt es zu kompensieren, und zwar dort, wo es wirklich gebraucht wird, nämlich in Entwicklungs- und Schwellenländern“, erklärte Gesa Schöneberg, Leiterin Forschung und Beratung der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima. „Der positive Beitrag zu den Entwicklungswirkungen lässt sich dann gemäß der Social Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen ermitteln.“ Birte Hackenjos, CEO der Haufe group betonte die Rolle der Mitarbeitenden bei der Transformation: „Das Thema Nachhaltigkeit ist vor allem ein Thema der Unternehmenskultur. Dabei müssen die Hierarchien und die Fehlerkultur im Unternehmen ebenfalls unter die Lupe genommen werden. Denn die Mitarbeitenden sind die Träger der Maßnahmen – sie sollten an erster Stelle motiviert und auch in die Lage versetzt werden, die Maßnahmen mitzutragen.“ Ohne eine aktive Nachhaltigkeitsstrategie wird ein Unternehmen künftig nicht überleben können, darin waren sich alle Expert:innen einig. „Man wird auch schlicht keine neuen Mitarbeitenden mehr gewinnen können, wenn man keine Antwort auf die Frage hat, was Klimaneutralität für das Unternehmen bedeutet und wie man mit CO2-Neutralität umgeht“, betonte Hackenjos.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden nützliche Werkzeuge für die betriebliche Klimabilanzierung vorgestellt. Den Anfang machte das Projekt „Zielgerade 2030“ der IHK Südlicher Oberrhein und der Energieagentur Regio Freiburg. Der Beitritt in diesem Bündnis bietet Unternehmen die Möglichkeit, eine betriebliche Klimabilanz inklusive einer Maßnahmendefinition und kontinuierlichem Monitoring der Verbesserungen zu erhalten, um bis 2030 treibhausgasneutral zu werden. Die Informationen zu den CO2-Emissionen und -Verbesserungsmaßnahmen werden, aufgeschlüsselt in produkt-, prozess- und standortbezogene Daten und Maßnahmen, in einem passgenauen Bericht aufbereitet, der erkennen lässt, an welchen Schrauben das Unternehmen drehen sollte. Ein weiteres präsentiertes Tool ist der scope3analyzer, mit dem sich CO2-Emissionen in der Lieferkette ermitteln lassen. Dabei werden statistische Emissionen der Zulieferunternehmen erhoben und globale Handelsdaten mit einbezogen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten drei Best-Practice-Beispiele aus Unternehmen der Region. Die FSM, Elektronikspezialist aus Kirchzarten, präsentierte ihren ganzheitlichen Unternehmensansatz zur Nachhaltigkeit. Neben der Verwendung moderner Gebäudetechnik, gehören dazu auch e-Geschäftsfahrzeuge und Schulungen, die das Umweltbewusstsein der Mitarbeitenden schärfen, beispielsweise durch die Themen fahrradfreundliche Arbeitgeberin und nachhaltiges Abfallmanagement. Die Papierfabrik Koehler Gruppe aus Oberkirch zeigte Beispiele für Nachhaltigkeit durch Innovationen in Produkten und Prozessen auf. Koehler setzt ausschließlich auf hochwertiges Recyclingpapier und plant die vollständige Dekarbonisierung ihrer bisher fossilen Energie- und Dampferzeugung in Oberkirch. Dabei soll ein Steinkohleheizkraftwerk umgebaut und modifiziert werden zu einem Biomasse-Heizkraftwerk. Als Handelsunternehmen zeigte die Schwarzwaldeisen Gruppe aus Lahr, wie sie ihre konventionelle Versorgung durch Stromeinkauf und Gasheizung auf Eigenstromnutzung durch eine große Photovoltaikanlage umgestellt hat. Neben der Erzeugung und dem Direktverbrauch wird dabei bereits heute langfristig gedacht und das Thema Speicherung mit berücksichtigt. Eine neue Trafostation wurde bereits entsprechend zukunftsfähig dimensioniert und steht für die Erweiterung der PV-Anlage, für Wärmepumpen und für das Thema E-Mobilität im Unternehmen bereit.

(Presseinfo: IHK Südlicher Oberrhein, 25.05.2022)


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