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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

27. Nov 2025 - 11:12 Uhr

Südbaden im Wandel: Perspektiven, Impulse und Orientierung für den regionalen Arbeitsmarkt – Quo vadis? - Arbeitsmarkt braucht Klartext – Podiumsgespräch setzt Zeichen

Podiumsteilnehmer Von links: Marco Baier (Geschäftsführender Gesellschafter
LIMBERGER + DILGER GmbH), Nadyne Saint-Cast MdL (Bündnis 90 / Die
Grünen), Bernd Kramer (Badische Zeitung Wirtschaftsredaktion), Kirsten
Moser (Geschäftsführerin Colombi Hotel und Hotel Stadt Freiburg),
Alexander Merk (Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit
Freiburg)
Podiumsteilnehmer Von links: Marco Baier (Geschäftsführender Gesellschafter
LIMBERGER + DILGER GmbH), Nadyne Saint-Cast MdL (Bündnis 90 / Die
Grünen), Bernd Kramer (Badische Zeitung Wirtschaftsredaktion), Kirsten
Moser (Geschäftsführerin Colombi Hotel und Hotel Stadt Freiburg),
Alexander Merk (Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit
Freiburg)

Südbaden im Wandel: Perspektiven, Impulse und Orientierung für den
regionalen Arbeitsmarkt – Quo vadis? - Arbeitsmarkt braucht Klartext – Podiumsgespräch setzt Zeichen

Freiburg - Die Vereinigung Badischer Unternehmen und Verbände e.V.
blickt auf ein lebendiges und wegweisendes Podiumsgespräch zurück,
das am 26. November 2025 im Zeichen der zentralen Zukunftsfrage des
regionalen Arbeitsmarkts stand. Unter dem Leitmotiv „Arbeitsmarkt
Südbaden – Quo vadis?“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus
Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammen, um den Blick zu schärfen
für jene Entwicklungen, die die Region prägen und herausfordern.
Zu Beginn hieß Nina Hartmann, Präsidentin der Vereinigung, die Gäste im
Hotel Stadt Freiburg willkommen und verlieh ihrer Wertschätzung für die
große Resonanz Ausdruck. Mit klaren Worten beschrieb sie die
Spannungslage, in der sich der Arbeitsmarkt befindet, und rückte
insbesondere die mittelständischen Betriebe ins Licht, die täglich
zwischen Verantwortung, Erwartungen und wirtschaftlichen Zumutungen
balancieren. Sie betonte die Bedeutung einer politischen Führung, die
Orientierung schafft, Chancen erkennt und in Europa einen Partner zur
Stärkung des Mittelstands sieht. Mit Blick auf die mehr als 6.000 kleinen
und mittleren Unternehmen sowie die 17.000 landwirtschaftlichen
Familienbetriebe, die die Vereinigung repräsentiert, unterstrich sie die
gemeinsame Verantwortung, Anliegen gebündelt und kraftvoll in die
politischen Entscheidungsräume zu tragen.

Den thematischen Auftakt setzten die Kurzvorträge von Marco Baier,
geschäftsführender Gesellschafter von LIMBERGER + DILGER, Alexander
Merk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiburg,
und Dr. Kirsten Moser, Geschäftsführerin des Colombi Hotel und des
Hotel Stadt Freiburg. Sie beleuchteten die Lage des regionalen
Arbeitsmarkts aus unternehmerischer, arbeitsmarktpolitischer und
gastgewerblicher Perspektive und spannten damit einen facettenreichen
Rahmen für die anschließende Diskussion.

In ebenso ruhiger wie prägnanter Weise lenkte Moderator Bernd Kramer
aus der Wirtschaftsredaktion der Badischen Zeitung das Gespräch, setzte
klare Akzente und führte das Podium sicher durch zentrale wirtschaftliche
Fragestellungen, die die Region bewegen.

Das Podium, auf dem neben den Referenten auch Nadyne Saint-Cast, MdL
vertreten war, widmete sich einer Reihe drängender Fragen. Die Runde
setzte sich mit der Dynamik von Betriebs- und Unternehmensschließungen, Investitionszurückhaltung und den Folgen
struktureller Veränderungen auseinander. Die Region Freiburg, deren
Wirtschaft stärker vom Dienstleistungssektor geprägt ist als andere Teile
Baden-Württembergs, wurde dabei sowohl als stabilisierend als auch als
verletzlich beschrieben – insbesondere dann, wenn industrielle Kaufkraft
verloren geht und regionale Wirtschaftskreisläufe ins Wanken geraten.
Die Diskussion griff zudem die Frage nach der Qualität neu entstehender
Arbeitsplätze auf und richtete den Blick auf die Rolle des öffentlichen
Dienstes, dessen Wachstum an Grenzen stößt. Ebenso wurden
internationale Einflussfaktoren, politische Versäumnisse der vergangenen
Jahre und der Reformbedarf in zentralen Bereichen wie Einwanderung,
Sozialversicherung und Steuern erörtert. Die Erwartung an eine neue
Entschlossenheit in der Politik, ein „Herbst der Reformen“, schwang dabei
spürbar mit.

Ein weiteres Augenmerk galt der aktuellen Lage in Südbaden: offenen
Stellen, der Vermittlungsleistung der Arbeitsagentur und der Frage,
welche Eigenschaften Arbeitgeber heute mitbringen müssen, um junge
Menschen für sich zu gewinnen. Die Einschätzung der
Leistungsbereitschaft der Jugend sowie die Rolle von Unternehmerinnen
und Unternehmern in der gesellschaftlichen Wahrnehmung rundeten das
breite Spektrum des Abends ab.

Zum Abschluss des Abends fasste Michael Hafner, Hauptgeschäftsführer
der VBU, die aktuelle Stimmung pointiert zusammen. Er ermutigte die
Unternehmen, ihren Weg entschlossen weiterzugehen, verband dies
jedoch mit einem deutlichen Appell an die Politik. Der vielbeschworene
„Herbst der Reformen“ sei bisher lediglich ein Versprechen geblieben. Es
brauche endlich konkretes Handeln, um der Wirtschaft den notwendigen
Spielraum zu verschaffen. Denn ohne Reformen drohe ein ungebremster
Aufprall.

Der Abend fand seinen Ausklang bei einem Imbiss, der Raum für neue
Kontakte, anregende Gespräche und vertiefende Gedanken bot. Ein
lebendiger Abschluss eines inhaltlich dichten und richtungsweisenden
Forums für die Zukunft des Arbeitsmarkts in Südbaden.

(INFO: Vereinigung Badischer Unternehmen und Verbände e.V.)


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