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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

9. Dec 2025 - 16:29 Uhr

ver.di Südbaden Schwarzwald: Uniklinik Freiburg braucht endlich strukturelle Unterstützung - Landespolitik und Investitionsstau gefährden Versorgung und Beschäftigung


Die wirtschaftliche Lage des Universitätsklinikums Freiburg bleibt kritisch. Das Klinikum musste bereits Betriebsmittelkredite aufnehmen, das Defizit lag zuletzt bei 56 Millionen Euro und steigt weiter an. Gleichzeitig sind bis zu 350 Stellen in den kommenden drei Jahren von Abbau betroffen.

Für den ver.di-Bezirk Südbaden Schwarzwald steht fest: Diese Krise ist politisch verursacht und darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Land muss Verantwortung übernehmen – Investitionsstau ist Kern des Problems:
Über Jahre hinweg hat das Land Baden-Württemberg zu wenig Investitionsmittel bereitgestellt. Die Folge: Die Uniklinik musste fast 300 Millionen Euro selbst finanzieren – aus Eigenmitteln und Krediten. Diese Summen belasten heute massiv das Jahresergebnis

Michael Herbstritt, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Südbaden Schwarzwald, betont ausführlich:
„Die zentrale Ursache der aktuellen finanziellen Schieflage liegt nicht im Klinikum selbst, sondern in der chronischen Unterfinanzierung des Landes. Wenn ein Universitätsklinikum seine Grund-Infrastruktur über Eigenmittel finanzieren muss – von Leitungen über Lüftungen bis hin zu Medizintechnik – dann entsteht eine systemische Schieflage. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Ergebnis politischer Entscheidungen über viele Jahre.
Wir erwarten vom Land, dass es nicht nur einmalige Hilfen bereitstellt, sondern dauerhaft die Investitionsfinanzierung sicherstellt. Nur so können Universitätskliniken ihre Aufgaben in Versorgung, Forschung und Lehre verlässlich erfüllen. Planungssicherheit ist kein Luxus, sondern Voraussetzung dafür, dass Beschäftigte ihre Arbeit gut machen können.“

Vorstand muss stärker für die Beschäftigten kämpfen – ver.di fordert klare Linie:
ver.di erwartet auch vom Klinikvorstand eine aktive Rolle im politischen Dialog. Aus Sicht der Gewerkschaft wurde in der Vergangenheit zu zögerlich darauf hingewiesen, dass das Land seiner Pflicht nicht nachkommt.
Herbstritt ergänzt: „Wir sehen, dass die neue kaufmännische Führung erste Schritte geht. Aber angesichts der Dimension der wirtschaftlichen Herausforderung reicht ein vorsichtiges Thematisieren nicht aus. Die Beschäftigten brauchen eine Klinikführung, die klar und laut sagt: Wir können Spitzenmedizin nur leisten, wenn das Land uns solide finanziert. Dafür muss man sich mit Nachdruck einsetzen – zum Wohl der Beschäftigten und der Patientinnen und Patienten.“

Die Beschäftigten sind Teil der Lösung, nicht das Problem:
Zu versuchen wie vom Klinikvorstand angekündigt die Leistung zu erhöhen und gleichzeitig Personal abzubauen ist ein Widerspruch. Die Beschäftigten sind diejenigen, die tagtäglich die Leistung erbringen, die Klinik am Laufen halten und die Patientinnen und Patienten versorgen. Um bessere Arbeitsbedingungen und damit verbunden eine bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten zu erreichen, haben die Beschäftigten über viele Jahre tarifliche Verbesserungen erkämpft. Diese haben unter anderem auch dazu geführt, dass mehr Personal aufgebaut werden konnte. Diese positive Entwicklung rückgängig zu machen in einer alternden Gesellschaft, die auf eine gute und ausreichende Gesundheitsversorgung angewiesen ist, wäre ein Rückschritt.

Beschäftigte brauchen Sicherheit, Verlässlichkeit und Perspektiven:
Franziska Pfab, Gewerkschaftssekretärin, hebt hervor:
„Die Kolleginnen und Kollegen tragen diese Klinik jeden Tag mit enormem Engagement. Sie sind diejenigen, die in Notfallsituationen reagieren, die Versorgung sichern, Forschung ermöglichen und Abläufe zusammenhalten.
In einer solchen Situation Stellenstreichungen zu planen, verunsichert nicht nur die Belegschaft, sondern gefährdet auch langfristig die Versorgungsqualität. Wir erwarten eine klare politische Absicherung, damit Beschäftigte nicht die Leidtragenden struktureller Fehlentwicklungen werden.
Die Menschen hier haben ein Recht auf sichere Arbeitsbedingungen, faire Perspektiven und echte Mitgestaltung. Jede Entscheidung muss darauf abzielen, Belastungen zu reduzieren – nicht zu erhöhen.“

ver.di fordert daher:

1. Eine nachhaltige und deutliche Erhöhung der Investitionsmittel durch das Land Baden-Württemberg - Nicht als einmaliges Signal, sondern als verbindliches, langfristiges Konzept.

2. Einen klaren Schulterschluss von Land, Klinikvorstand und Beschäftigtenvertretungen - Transparenz, regelmäßiger Austausch und gemeinsame Strategien statt isolierter Sparansagen.

3. Eine verbindliche Zusage: Beschäftigtensicherung hat Vorrang - Keine betriebsbedingten Kündigungen – und keine strukturellen Einschnitte ohne Einbeziehung der Beschäftigten.

4. Stärkung der Arbeitsbedingungen statt weiterer Verdichtung - Mehr Entlastung, bessere Planbarkeit und gezielte Maßnahmen gegen den zunehmenden Druck in allen Bereichen.

(Presseinfo: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bezirk Südbaden Schwarzwald, 09.12.2025)

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