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5. Mai 2026 - 12:11 Uhr

Konjunkturumfrage der wvib Schwarzwald AG - Gebremster Aufschwung bei Industrie in der Regio

Konjunkturumfrage der wvib Schwarzwald AG.
wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme.

Foto: Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V.
Konjunkturumfrage der wvib Schwarzwald AG.
wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme.

Foto: Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V.

In der wvib-Konjunkturumfrage zum ersten Quartal hat sich der Ende Februar ausgebrochene Irankrieg noch nicht voll niedergeschlagen. Nach einem Zwischenhoch ist das Geschäftsklima spürbar zurückgegangen und liegt nur noch knapp im positiven Bereich.

Hanna Böhme, wvib-Hauptgeschäftsführerin: „Die Zahlen für das erste Quartal könnten Hoffnung machen, aber die Erwartungen sind wieder schlechter als zuletzt: In den Büchern war das Quartal bei vielen Unternehmen besser als es der Blick in die Zeitung vermuten lässt; auch der Auftragseingang ist überwiegend positiv. Trotzdem sind die Unternehmen in ihren Erwartungen deutlich zurückhaltender. Hinter der nachhaltigen Erholung steht derzeit ein großes Fragezeichen.“

Für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. März 2026 meldeten die wvib-Mitglieder ein durchschnittliches Umsatzplus von rund 4 Prozent. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gaben die Unternehmen ein Umsatzplus von 2,3 Prozent an. Für das Gesamtjahr 2025 meldeten die wvib-Mitgliedsunternehmen ein knappes Umsatzplus von 0,3 Prozent.

Im ersten Quartal vermeldeten 44 Prozent der Unternehmen steigende Umsätze (Q1 2025: 39 Prozent). 48 Prozent meldeten dagegen gesunkene Umsätze (Q1 2025: 50 Prozent). Im Gesamtjahr 2025 hielten sich steigende und sinkende Umsätze mit jeweils 47 Prozent die Waage.

Die Aussichten haben sich zuletzt eingetrübt: Rund 30 Prozent der Unternehmen erwarten in den nächsten sechs Monaten steigende Umsätze. Dagegen rechnen 16 Prozent der Befragten mit sinkenden Umsätzen. Vor drei Monaten rechneten noch 39 Prozent mit steigenden und 13 Prozent mit sinkenden Umsätzen.

Verrechnet man positive und negative Umsatzentwicklung, so erhält man einen Wert für die Geschäftslage der Unternehmen. Analog dazu ist die Geschäftserwartung der Saldo aus positiver und negativer Umsatzerwartung. Aus dem Mittel zwischen Geschäftslage und Geschäftserwartung bildet sich das wvib-Geschäftsklima.

Zum Ende des ersten Quartals liegt die wvib-Geschäftslage mit minus 4 Punkten (Gesamtjahr 2025: 0 Punkte) erstmals seit dem Sommer 2025 wieder im negativen Bereich. Die Geschäftserwartungen sind mit 14 Punkten weiterhin positiv, wenn auch deutlich schwächer als zuletzt: In der Umfrage vor drei Monaten (zum Gesamtjahr 2025) lagen die Erwartungen mit 26 Punkten im Plus. Insgesamt ergibt sich ein Geschäftsklima von 4,8 Punkten. Der Wert bleibt damit zwar im positiven Bereich, ist jedoch deutlich niedriger als noch vor drei Monaten. Damals war das Geschäftsklima mit 12,6 Punkten auf dem höchsten Wert seit Sommer 2023.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres stieg der Auftragseingang bei den befragten Unternehmen um 7,8 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 verzeichneten die Unternehmen ein Plus von 2,4 Prozent. Im ersten Quartal des Vorjahres vermeldeten die Unternehmen einen Anstieg des Auftragseingangs um 3,8 Prozent

Während sich der Auftragseingang bei 47 Prozent verbesserte, meldeten 30 Prozent Rückgänge. Im Gesamtjahr 2025 hatte sich der Auftragseingang noch bei 48 Prozent verbessert, während 34 Prozent Rückgänge meldeten.

Auch die Aussichten beim Auftragseingang sind relativ robust: Derzeit rechnen 29 Prozent in den nächsten sechs Monaten mit einem steigenden Auftragseingang, während 17 Prozent mit weniger Aufträgen rechnen. In der Umfrage vor drei Monaten erwarteten lediglich 22 Prozent steigende Auftragseingänge, während 23 Prozent mit einem Rückgang rechneten.

Der Kommentar von wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme: „Die Zahlen zum ersten Quartal sind erstaunlich gut. Davon sollten wir uns aber nicht täuschen lassen: Ein geschwächter Standort ist geopolitischen Turbulenzen schonungslos ausgeliefert.

Externe Schocks lassen sich nicht verhindern. Aber sie sind eindringlicher Weckruf für mehr Resilienz. Dafür, den Unternehmen vor Ort endlich wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu bieten. Deutschlands Probleme sind hausgemacht: Der Faktor Arbeit ist durch die Lohnnebenkosten zu teuer. Das Land hat sich in der eigenen Bürokratie verheddert. Wir haben weltweit mit die höchsten Energiepreise. Allein mit schuldenfinanzierten Sondervermögen lässt sich nicht mehr privates Kapital mobilisieren. Um das Land wieder in Schwung zu bringen, braucht es endlich eine umfassende Reformagenda.“

(Presseinfo: Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden e.V., 05.05.2026)

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