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Kreis Emmendingen - Emmendingen

10. Oct 2026 - 20:59 Uhr

Groß angelegte Katastrophenschutzübung im Landkreis Emmendingen: Mehr als 550 Einsatzkräfte im Einsatz - Neun Übungsszenarien fordern die Hilfsorganisationen und den Führungsstab – Wichtige Erkenntnisse für künftige Einsatzplanung

Szenario Waldbrand

Foto: Landratsamt Emmendingen
Szenario Waldbrand

Foto: Landratsamt Emmendingen
Landkreis Emmendingen. - Mehr als 550 Einsatzkräfte haben am Samstag, 10. Oktober 2026 an einer groß angelegten Katastrophenschutzübung im Landkreis Emmendingen teilgenommen. Gemeinsam übten zahlreiche Feuerwehren, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Bergwacht und das Technische Hilfswerk (THW) die Bewältigung unterschiedlicher Schadenslagen. Insgesamt neun Übungsszenarien forderten die Einsatzkräfte und den Führungsstab des Landkreises über den gesamten Tag hinweg.
Die Leitung und Koordination der komplexen Übungslagen übernahm der Führungsstab des Landkreises Emmendingen. Dieser setzte sich aus Mitgliedern der Feuerwehren, des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, Fachberatern des THW und des DRK-Kreisverbands Emmendingen sowie Verbindungsoffizieren der Bundeswehr zusammen. Ziel war es, das Zusammenspiel der beteiligten Organisationen, die Kommunikation und die überörtliche Koordination bei lang andauernden und umfangreichen Schadenslagen zu trainieren.

Von Waldbränden bis zur Gefahrstofflage

Die ersten Kräfte wurden bereits gegen 6 Uhr zu einer angenommenen Großschadenslage in den Landkreis Konstanz alarmiert. Um frühzeitig auf eine mögliche Ausweitung der Lage reagieren zu können, wurde vorsorglich auch der Führungsstab des Landkreises Emmendingen aktiviert.
Gegen 7 Uhr folgten Meldungen über zwei größere Waldbrände in Elzach und Simonswald. Mehrere Feuerwehren wurden zur Unterstützung angefordert, insbesondere für die Versorgung mit Löschwasser. Drohnengruppen der Feuerwehr Waldkirch und der Bergwacht lieferten Luftbilder zur Lagebeurteilung, die auch live in den Stabsraum übertragen wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag am Haus Tecum des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) in Emmendingen. Bei einem angenommenen Kellerbrand musste eine größere Anzahl Menschen gerettet, versorgt und transportiert werden. Mehr als 40 Personen galten als verletzt oder transportbedürftig. Die Rettungskräfte übten den Transport zum Krankenhaus Emmendingen und zum ZfP. Nach Abschluss der Löschmaßnahmen stellte das THW Emmendingen mit einem 175-kVA-Stromaggregat die Stromversorgung des Gebäudes sicher.
In Weisweil wurde ein brennendes Boot nach einer Kollision auf dem Rhein simuliert. Gemeinsam mit der DLRG rückten die angrenzenden Feuerwehren mit Booten und Wasserrettungseinheiten aus. Zwei Personen wurden am Ufer aufgefunden, sieben weitere mussten aus dem Boot und Wasser gerettet werden.
Am Mittag stand eine Chemieunfall in einem Betrieb Wyhl auf dem Übungsplan. Aus einem zunächst angenommenen Brandmeldealarm entwickelte sich bei der Erkundung ein Gefahrstoffaustritt. Daraufhin wurden die Gefahrstoffzüge des Landkreises sowie zahlreiche Kräfte des DRK alarmiert, um die Zusammenarbeit bei einem Ereignis mit chemischen Gefahren zu trainieren.

Auch die Trinkwasserversorgung im Blick

Am frühen Nachmittag beschäftigte sich der Führungsstab mit einer weiteren möglichen Krisenlage: Aufgrund anhaltender Trockenheit wurde eine drohende Trinkwasserknappheit in mehreren Bereichen des Landkreises angenommen. Gemeinsam mit den Fachberatern von DRK und THW erarbeitete der Stab Möglichkeiten, die Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung und Nutztiere sicherzustellen. Dabei standen insbesondere Trinkwasseraufbereitungsanlagen und geeignete Transportwege im Mittelpunkt.
Darüber hinaus wurden die Hauptübungen der Feuerwehren Sexau, Vörstetten und Winden im Elztal in den übergreifenden Übungstag eingebunden. So konnten auch örtliche Einsatzlagen im Zusammenspiel mit der übergeordneten Führungsstruktur geübt werden.

Wichtige Erkenntnisse für künftige Einsätze

Für den Führungsstab und die Fachberater endete die Übung gegen 16 Uhr. Neben der Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen standen insbesondere die Abläufe bei der Anforderung überörtlicher Hilfe, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Stellen und die Arbeit des Führungsstabs über einen längeren Zeitraum im Fokus. Auch Schichtwechsel innerhalb des Stabes konnten unter realitätsnahen Bedingungen erprobt werden.
„Übungen dieser Größenordnung sind unverzichtbar, um auf komplexe und lang andauernde Schadenslagen vorbereitet zu sein“, lautet das Fazit des Übungstages. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, Abläufe zu überprüfen, Verbesserungspotenziale zu erkennen und die Einsatzplanung des Landkreises Emmendingen weiterzuentwickeln.
Die Ergebnisse der Übung werden ausgewertet und fließen in die künftige Katastrophenschutzplanung ein.

INFO: Führungsstab des Landkreises Emmendingen
Landratsamt Emmendingen

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