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Kreis Emmendingen - Emmendingen

19. Feb 2015 - 01:49 Uhr Politischer Aschermittwoch Emmendingen - Die Redner des Abends. Von links: Alexander Bonde, Jürgen Trittin, Kerstin Andreae. Rechts: Moderator Alexander Schoch.
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Grüne: Politischer Aschermittwoch in Emmendingen - Deftig, ironisch, realistisch - Andreae, Trittin und Bonde rechnen mit politischen Gegnern ab

Etwa 150 Zuhörer erwarteten gestern Abend beim 5. südbadischen politischen Aschermittwoch der Grünen in der Emmendinger Steinhalle eine illustre Runde von Rednern aus der grünen Landes- und Bundespolitik.
Heike Petereit-Zipfel vom Vorstand des Kreisverband Emmendingen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erinnerte anfangs an den 40. Jahrestag der Bauplatzbesetzung in Wyhl, der zeitgleich an historischer Stelle gefeiert wurde.

Der damalige Aktivist und heutige Kreisrat und Geschäftsführer des BUND-Regionalverband Südlicher Oberrhein, Axel Mayer meldete sich kurz zu Wort und erinnerte daran, dass aus dem damailgen "Nai hämmer g'sait" der Wyhl-Gegner eine internationale Anti-Atomkraft-Kampagne geworden ist, die mit dem Atomausstieg Deutschlands und weiterer europäischer Staaten inzwischen vielfältige Erfolge verzeichnen konnte. Den ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Mappus bezeichnete Mayer markig als "aus der Zeit gefallene Reinkarnation von Strauß und Filbinger".

Ähnlich deftig rechnete Alexander Bonde, baden-württembergischer Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit der Landes-CDU ab. Bonde, der an allen bisherigen fünf politischen Aschermittwoch-Veranstaltungen in Emmendingen teilnahm, erklärte dem Bremer Parteifreund Trittin zuerst die im Norddeutschen eher unbekannte Fasnet und schlussfolgerte darauf: "Der politische Aschermittwoch ist die Fortsetzung der Fasnet mit anderen Mitteln."
Nach einem kurzen Seitenhieb auf die CSU ("Mein Vorschlag für den Vogel des Jahres war Horst Seehofer!" und "Dobrindt ist jetzt Internetminister, so viel Schmalspur will sich um Breitband kümmern!") verbiss sich Bonde in das Thema Opposition im Land. "Die FDP fällt ja in mein Ressort", skandierte Bonde. "Als Minister für den ländlichen Raum bin ich ja auch für den Artenschutz zuständig."

Als Hauptgegner machte der Minister jedoch die CDU fest. Er prognostizierte für das nächste Jahr einen eher langweiligen Wahlkampf, da die CDU wenig auf der Pfanne habe. Mit Guido Wolf hätten sich die ehemaligen Mappus-Unterstützer durchgesetzt und damit sei eher Rückschritt als Fortschritt zu erwarten.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Kerstin Adreae, verlegte sich auf die Schelte für die große Koalition auf Bundesebene. Sigmar Gabriel sei keineswegs ein Superminister sondern eher die Abrissbirne für die Energiewende. Die Marschrichtung der Regierung sei klar. Hauptsache die Wirtschaft brummt.
Entschieden wandte sich Andreae gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Es käme nicht auf das Aussehen an, so die Abgeordnete. "Ich habe längere Beine als Alexander Bonde und eine größere Oberweite als Jürgen Trittin, aber darauf kommt es nicht an", versuchte Andreae die Unsinnigkeit optischer Vergleiche zu verdeutlichen. Den CDU-Abgeordneten Thomas Strobl bezeichnete sie als "Möchtegern-George Clooney", der für den derzeitigen CDU-Kurs "vorwärts nimmer, rückwärts immer" stehe. Auch SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles sprach sie Rechenkünste ab. Nahles habe dies mit ihrer Gesangseinlage (Pippi-Langstrumpf während einer Bundestagsrede) eindrucksvoll bewiesen. Überhaupt ändere die große Koalition Gesetze schneller, als Horst Seehofer seine Meinung.

Jürgen Trittin, bundesweit einer der schillerndsten Grünen-Politiker der letzten Jahrzehnte, ging auf die Pegida-Demonstrationen in Dresden ein. Gerade dort gäbe es bundesweit die drittwenigsten Ausländer. "Was soll man denn da ent-islamisieren", fragt sich Trittin. "Gibt es da etwa zukünftig ein Verbot von Sultaninen im Dresdner Stollen?"

Da die meisten Flüchtlinge aus Europa kämen und zumeist katholisch wären, stehe eher eine Re-Katholisierung des Abendlandes bevor.
Trittin forderte ein vernünftiges, bundesweit geltendes Einwanderungsgesetz mit klaren Regeln.

Ebenfalls bedenklich findet Trittin die heutigen Parolen von Horst Seehofer. Mit "Wir sind nicht das Sozialamt für alle" plappere Seehofer Wahlkampfparolen von NPD und AfD nach.
Eine Fehlbesetzung im Verteidigungsministerium sei Ursula von der Leyen. Trittin zählte die zahlreichen Pannen und Ausfälle bei der Bundeswehr auf. Das Transportflugzeug A400M sei ein Reinfall und passe daher zum Berliner Flughafen "BER" wie "Arsch auf Eimer".
Auch die Waffenlieferungen der Bundesregierung an Saudi-Arabien kritisierte Trittin scharf.

Zur CSU bemerkte Trittin: "Widersprechen sie nie Horst Seehofer, das tut er morgen selber!"

Die Straßen und Brücken würden kaputtgespart und die Solar-, Wind- und Biogasbetriebe systematisch vernichtet. Dies sei auch eine der größten Aufgaben der Grünen, so Trittin. "Wir müssen die Energiewende gegen Schwarz-Rot verteidigen!" Wie es funktioniere, zeige die Baden-Württembergische Landesregierung.
"Unterstützen wir im nächsten Jahr Winfried Kretschmann," so Trittin. "Wir wollen zwar den Wolf im Schwarzwald, aber wenn er den Menschen zu nahe kommt, müssen wir ihn vergrämen!"

Landtagsabgeordneter Alexander Schoch, der den Abend moderierte, bedankte sich bei den Rednern mit einem guten Tropfen badischen Weins.

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