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Überregional - Stuttgart

16. Apr 2015 - 12:09 Uhr Michael Lorenzet  / pixelio.de
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Luchs im Schwarzwald bestätigt - Minister Bonde: "Wald in Baden-Württemberg wird auch für seltene Wildtiere wieder zur Heimat" - Luchs mit Peilsender versehen

Einige Zeichen hatten in diesem Winter schon länger darauf hingedeutet, dass ein Luchs in den Hochschwarzwald zugewandert ist. Nachdem der Luchs immer wieder Fährten im Schnee hinterlassen hatte, gelang es Beschäftigten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) vor wenigen Tagen, den Luchs zu fangen, zu untersuchen, mit einem Peilsender zu versehen und wieder in die Freiheit zu entlassen.

„Ich freue mich, dass ein Luchs in den Hochschwarzwald zugewandert ist. Das bedeutet, dass unser Wald auch für seltene Wildtiere wieder zur Heimat wird. Der Halsbandsender, den der Luchs jetzt trägt, liefert wichtige Daten zu Wanderrouten und zum Lebensraum des Luchses. Diese Informationen, die das Luchsmonitoring unserer Fachleute zusammen mit den Verbänden sammelt, sind wichtige Grundlagen für zukünftige Entscheidungen“, sagte Naturschutzminister Alexander Bonde heute in Stuttgart.

Der männliche Luchs, der vermutlich aus der Schweiz zugewandert ist, wurde an einem erbeuteten Schaf gefangen. Dies war nur möglich, weil der Schafhalter die Experten umgehend informiert hatte. „Es ist erfreulich, dass hier alle Beteiligten eng zusammengearbeitet haben. Zum Glück ist es selten, dass Luchse Nutztiere reißen, aber wenn es geschieht, brauchen wir den engen Schulterschluss. Deshalb ist es gut, dass eine unbürokratische Entschädigung aus dem von privaten Verbänden eingerichteten Fonds möglich war. Wenn der Luchs den Schwarzwald als Lebensraum wieder besiedelt, ist dies eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft und darf nicht zu Lasten der Nutztierhaltenden gehen“, so der Minister. Luchse ernähren sich überwiegend von Wildtieren. Die konstruktive Zusammenarbeit mit der Jägerschaft vor Ort ist aus diesem Grund ein Baustein für den Erfolg des Monitorings. Mit dem Generalwildwegeplan und mit einer angepassten Waldwirtschaft verfolgt das Land auch das Ziel, dem Luchs großräumige Wanderbewegungen zu ermöglichen. Nun gilt es, diese Wanderrouten nachzuvollziehen und die Genproben zu untersuchen. Dies wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen. „Wichtig ist, dass der Luchs dabei nicht selbst zum Gejagten wird. Wir werden darum den aktuellen Aufenthaltsort des Luchses nicht bekanntgeben. Waldbesuchende bitte ich um Zurückhaltung“, sagte Bonde. Alle an die FVA gemeldeten Beobachtungen würden dort bewertet und mit der AG Luchs und Wolf abgestimmt.
Hintergrundinformationen:

Die Arbeitsgruppe Luchs besteht bereits seit 2004 (seit 2014 AG Luchs und Wolf) und behandelt alle Fragen rund um den Luchs in Baden-Württemberg. In dieser Arbeitsgruppe sind neben der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) eine Vielzahl von Organisationen und Institutionen aus den Bereichen Naturschutz, Jagd und Landwirtschaft vertreten. Weitere Hinweise auf Luchse nimmt die FVA jederzeit unter der Nummer 0761/4018-274 entgegen.

Luchse erreichen die Größe eines Schäferhundes, haben einen kurzen Schwanz und charakteristische Ohrpinsel. In ihrem Streifgebiet von bis zu 300 Quadratkilometer erbeuten sie hauptsächlich Rehe und Gämsen, gelegentlich auch Füchse und andere Säugetiere. Übergriffe auf Nutztiere werden durch private Verbände entschädigt. Dem Menschen gegenüber zeigt sich der Luchs äußerst selten. Kommt es zu einer Begegnung, so zieht sich der Luchs schnell zurück.

Weitere Informationen zum Luchs finden sich auf der Homepage der Arbeitsgruppe Luchs unter www.ag-luchs.de.

(Presseinfo: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg, Pressestelle, stuttgart, vom 16.4.15)

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