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Ortenaukreis - Lahr

24. Jun 2016 - 14:30 Uhr

"Sprachvielfalt ist Sprachreichtum" - Der Hausacher Schriftsteller José F. Oliver begrüßt den Lahrer Mundart-Wettbewerb "Murre"

José F.A. Oliver
Foto von Yves G. Noir
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Der 1961 in Hausach im Schwarzwald geborene Schriftsteller José F. Oliver ist als Sohn spanischer Gastarbeiter mehrsprachig aufgewachsen. Er schreibt in all diesen Sprachen, auch in Alemannisch. Der international renommierte Verfasser von Lyrik, Prosa und Essays wohnt in Hausach, hält sich aber immer wieder für längere Zeit im Ausland auf, er war unter anderem "Stadtschreiber" von Kairo. Seine Werke werden mehrsprachig in vielen Ländern veröffentlicht. Mit dem Essayband "Fremdenzimmer" hat Oliver seine mehrsprachige Sozialisation im Kinzigtal eindrucksvoll dargestellt. Oliver ist vielfach mit Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Kulturpreis von Baden-Württemberg. Am 8. Mai 2016 wurde Oliver in Lörrach der "Hebeldank" des Hebel-Bundes verliehen. Für die Mediathek Lahr sprach Heinz Siebold mit dem Hausacher Schriftsteller.

Frage: Sie sind zwei – bzw. viersprachig aufgewachsen: Andalusisch, Spanisch, Hochdeutsch und Alemannisch – dies sind die Sprachen Ihrer Kindheit. Wie haben Sie den Überblick behalten?

Oliver: Es war die Leichtigkeit des „Spieles“ in den verschiedenen Sprachen sein zu dürfen. Die Erwachsenen, die mich in den ersten Lebensjahren begleiteten, sind nicht wertend mit den unterschiedlichen Sprach-Kulturen umgegangen, sondern haben alle vier gefördert. Sprachvielfalt ist Sprachreichtum.

Frage: Wann ist für Sie als Kind das Kennen und Sprechen der alemannischen Sprache wichtig geworden?

Oliver: Das Alemannische war immer präsent. Allerdings wurde es mit meinen ersten Schreiberfahrungen in der Schule auch „kindsliterarisch“ wichtig. Ich habe schon mit 9 oder 10 Jahren erste kleine Texte und Verdichtungen auf Alemannisch geschrieben. Mein Ziel war es ein alemannischer Dichter zu werden.

Frage: Sie schreiben jetzt in mehreren Hochsprachen, aber auch in Alemannisch – warum auch in Alemannisch?

Oliver: Es ist eine wunderbare Sprache der Geborgenheit, des Zuhauseseins, des Kindheitaufsuchens. Das alemannische schenkt mir Wörter, die es in der Hochsprache nicht gibt, reicht mir eine Grammatik des Alltages und führt mich durch die Quasi-Verbannung des Präteritums. Die Vergangenheit im Alemannisches ist gegenwartspräsenter.

Frage: Alemannisch ist im Gegensatz zu Hochdeutsch oder Spanisch keine Schriftsprache. Junge Leute erleben Alemannisch immer seltener, höchstens bruckstückhaft und nur mündlich, aber nicht als Literatur. Hat der Dialekt in der anglizisierten Welt noch eine Chance?

Oliver: Das kommt jetzt darauf an, was Sie unter „Schriftsprache“ verstehen. Denken Sie an die „Alemannischen Gedichte“ von Johann Peter Hebel - das ist schon „verschriftet“. Es ist die Frage, ob jemand den Mut hätte, einige „Regeln“ der „Verschriftlichung“ aufzustellen, die dann auch als Unterrichtsfach vorkommen dürften. Weshalb nicht „Alemannisch“ in der Schule? Das wäre doch eine feine Sache.

Frage: Es gibt in Lahr einen Mundart-Literaturpreis "Die Lahrer Murre", getragen von der städtischen Mediathek. Er dient der Erhaltung, Förderung und Verbreitung der alemannischen Mundart. Würden Sie junge Menschen dazu ermuntern, Texte in alemannischer Sprache zu schreiben?

Oliver: Auf jeden Fall. Ich würde den Preis sogar ausweiten auf „Alemannische Liedtexte“.


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