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Kreis Lörrach - Landkreis Lörrach

17. Mai 2018 - 10:29 Uhr

Hohes Borkenkäferrisiko erfordert Maßnahmen - Mildes Wetter und Sturmholz begünstigen die Ausbreitung

Von Borkenkäfern befallenes Holz © FVA Abt. Waldschutz
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Buchdrucker und Kupferstecher heißen die Borkenkäfer, die derzeit bei den Forstleuten die Alarmglocken schrillen lassen. Bedingt durch das vom Sturmtief „Burglind“ verursachte Sturmholz und die warm-trockene Witterung im April, besteht die akute Gefahr einer Massenvermehrung der bekannten Forstschädlinge, die geschwächte Bäume absterben lassen können. Um dies zu begrenzen, arbeiten Forstbetriebe mit Hochdruck und großem Aufwand an der Aufarbeitung und Abfuhr des befallenen Holzes. Trotzdem muss davon ausgegangen werden, dass flächig verbreitet eine große Zahl von Jungkäfern unter der Rinde oder in der Bodenstreu überwintert hat und nun ausfliegt.

Der Fachbereich Waldwirtschaft des Landratsamtes Lörrach appelliert daher an alle Waldbesitzer, dringend Maßnahmen zu ergreifen:

Falls noch nicht geschehen, sollten Sturmholz und das bereits 2017 vom Käfer befallene Nadelholz schnellstmöglich aufgearbeitet werden.

Ab sofort bis etwa Ende September müssen potentiell gefährdete Bestände im ein- bis zweiwöchigen Turnus intensiv auf Befall kontrolliert werden. Dabei ist besonderes Augenmerk auf vorjährige Befallsorte, südexponierte Lagen und durch Sturm geschädigte Bestände zu richten. Frischer Stehendbefall zeigt sich durch braunes Bohrmehl sowie verstärkten Harzfluss. Kennzeichen, wie abfallende Rinde bei noch grüner Krone, Specht-Einschläge, rötliche Verfärbungen der Krone oder massiver Verlust noch grüner Nadeln weisen darauf hin, dass das Brutgeschäft der Käfer schon weit vorangeschritten ist.

Bei aktuellem Befall muss das Holz innerhalb von zwei bis maximal fünf Wochen aus dem Wald abtransportiert oder durch Entrinden, beziehungsweise Hacken, unschädlich gemacht werden. Auch die Zwischenlagerung in einem Nasslager ist eine mögliche Alternative. Insbesondere, wenn der Abtransport nicht zuverlässig und zeitnah garantiert werden kann, kann als letztes Mittel der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gerechtfertigt sein. Dabei müssen alle entsprechenden Auflagen und die Bestimmungen der Zertifizierungen beachtet werden.

Sofern sich Privatwaldbesitzer nicht in der Lage sehen, die nötigen Maßnahmen eigenständig auszuführen, bieten die Forstbezirke und die zuständigen Revierleiter ihre Unterstützung an.

Mildes Wetter und Sturmholz begünstigen die Ausbreitung

Entscheidend für die Fortpflanzung der Borkenkäfer ist neben der Temperatur ab etwa 16 Grad Celsius die Verfügbarkeit von bruttauglichem Material. Für ein enormes Potential hat vor allem das Sturmtief „Burglind“ gesorgt, bei dem am 3. Januar diesen Jahres kreisweit über 30.000 Kubikmeter Sturmholz umgeworfen wurden. Die überwiegende Menge nimmt dabei die als Flachwurzler besonders windanfällige Fichte ein. Noch immer ist die Fichte das wirtschaftliche Rückgrat vieler Waldbesitzer. Im Landkreis Lörrach ist sie auf circa 31 Prozent der Waldfläche zu finden. Entsprechend gefürchtet sind die wirtschaftlichen Schäden, die durch die Fichtenborkenkäfer verursacht werden können.

100.000 Nachkommen jährlich pro Käfer-Pärchen

Unter günstigen Bedingungen kann es bei drei Folgegenerationen pro Jahr zu einer explosionsartigen Massenvermehrung der Käfer kommen, wobei ein Pärchen bis zu 100.000 Nachkommen pro Jahr produzieren kann. Eine solche Vermehrung würde gravierende Schäden für die Waldbesitzer mit sich bringen. Ob es zu der gefürchteten Massenvermehrung kommt, hängt neben dem Witterungsverlauf der kommenden Wochen maßgeblich davon ab, ob das bruttaugliche und befallene Holz rasch genug aufgearbeitet werden kann.

Forstbetriebe arbeiten gegen die Zeit

Äußere Umstände erschweren die Arbeit der Forstbetriebe: Während die Böden in den tieferen Lagen zu Beginn des Jahres nach anhaltenden Regenfällen noch so durchnässt waren, dass sie lange nicht befahrbar waren, verhinderte in den Hochlagen der Schnee den Zugang zum Sturmholz. Da in vielen Waldbeständen nur wenige oder gar nur einzelne Bäume umgestürzt waren, gestaltet sich die Holzernte arbeitsintensiv, aber nur wenig effizient.

Bereits im Jahr 2017 gab es im Landkreis Lörrach spürbare Schäden durch den Buchdrucker sowie einer weitgestreuten Verteilung der Befallsherde. Bemerkenswert dabei ist vor allem die Tatsache, dass gerade auch die höheren Lagen im Schwarzwald betroffen waren, obwohl diese aufgrund der kühleren Temperaturen und höheren Niederschlagsmengen normalerweise vom Borkenkäfer verschont bleiben.

Aktuelle Informationen zu diesem Thema finden sich im jeweils aktuellen „Borkenkäfer-Newsletter“ auf der Internetseite der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg unter www.fva-bw.de.

(Medieninfo: Landratsamt Lörrach, 17.05.2018)

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