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RegioTrends

Kreis Emmendingen - Riegel

17. Feb 2019 - 16:12 Uhr

Publikumsgunst trifft Jury-Meinung! Internationaler André Evard-Preis für Rüdiger Seidt aus Forbach - Antonio Marra (Offenbach) holt Publikumspreis - Landrat Hanno Hurth: "Kunsthalle in Riegel ist kultureller Leuchtturm des Landkreises!"

Kunsthalle Messmer (Riegel): Internationaler André Evard-Preis - Jürgen A. Messmer konnte rund 150 internationale Gäste bei der Preisverleihung begrüßen

REGIOTRENDS-Foto: Reinhard Laniot
Kunsthalle Messmer (Riegel): Internationaler André Evard-Preis - Jürgen A. Messmer konnte rund 150 internationale Gäste bei der Preisverleihung begrüßen

REGIOTRENDS-Foto: Reinhard Laniot
REGIOTRENDS kompakt: Bereits zum 5. Mal vergab die Kunsthalle Messmer in Riegel mit dem André Evard-Preis einen der weltweit wichtigsten Kunstpreise im Bereich der konkret-konstruktiven Kunst.

Für den diesjährigen Preis hatten sich über 600 Künstler aus 45 verschiedenen Ländern beworben, womit die Ausstellung wieder international breit aufgestellt war. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde unter den Künstlern der drei überzeugendsten Werke der Ausstellung aufgeteilt.

Bei der Preisverleihung am Sonntagvormittag kündigte Initiator Jürgen A. Messmer die Fortsetzung dieses international bedeutenden Kunstpreises mit der siebten Auflage in drei Jahren an.

Landrat Hanno Hurth würdigte die herausragende Stellung der Galerie ("Leuchtturm") unter den engagierten Galerien im Landkeis.

Interessant dann die Prämierung. Der Publikumspreis ging an Antonio Marra (Offenbach) mit seinem Werk "Die Weisheit der Seegurken".
Zweiter in der Gunst der Besucher wurde Rüdiger Seidt (Forbach/Schwarzwald) mit seiner Skulptur "Circletetra".

Überraschung dann bei der Verleihung des Kunstpreises. Die Fachjury sah auf den beiden ersten Positionen auch die vom Publikum während der Ausstellung Gewählten - jedoch in umgekehrter Reihenfolge.
So konnte Rüdiger Seidt den 5000-Euro-Scheck entgegennehmen.

Beim anschließenden Preisträger-Rundgang stellte Jürgen A. Messmer die Künstler bei ihren Werken nochmals kurz vor.

Weitere PreisträgerInnen des 5. internationalen andré evard-preises 2018/2019:
3. Christiane Grimm
4. Werner Dorsch
5. Mariano Ferrante
6. Otto Laszlo
7. OMI Riesterer
8. Christian Rudolph

INFOService (Quelle: Ausstellungskatalog)

>> André Evard-Preis

RÜDIGER SEIDT (*1965 Forbach im Schwarzwald - lebt und arbeitet in Forbach)
Prämiert: Circletetra, 2018 -- Cor-Ten - 105 x 112 x 34 cm

Komplex ineinanderfließende Flächen und Volumina, verbunden mit einer Vorliebe für Biegungen, Schwünge, Kurven und Verdrehungen, prägen die dynamischen Stahlplastiken von Rüdiger Seidt. Elegant und harmonisch im Ausdruck, thematisieren sie die Kraft und Spannung der reinen, elementar reduzierten Form, deren innewohnende Energien über sphärische Wölbungen und gedehnte Streckungen in den Raum drängen. Mit ihrem reizvollen Wechselspiel von Ruhe und Bewegung und der Beschränkung auf die absolute Form sind Seidts Arbeiten als Raumzeichen zu deuten. (Dr. Andreas Gabelmann)

>> Publikumspreis

ANTONIO MARRA (*1959 in Volturara Irpina, Italien - lebt und arbeitet in Offenbach/Main)

Prämiert: Die Weisheit der Seegurken, 2018 - Acryl, Zellulose auf Leinwand - 110 x 140 cm

Metamorphosen - Antonio Marras Bilder verwirren den Betrachter. Je nach Blickwinkel zeigen sie ein völlig anderes Motiv. Jedes Gemälde hat drei vollkommen unterschiedliche Erscheinungsvariationen.
Wechselt der Betrachter seinen Standpunkt, verändert sich auch das Bild.


Prämiert: Die Weisheit der Seegurken, 2018 - Acryl, Zellulose auf Leinwand - 110 x 140 cm

>> André Evard-Preis

RÜDIGER SEIDT (*1965 Forbach im Schwarzwald - lebt und arbeitet in Forbach)
Prämiert: Circletetra, 2018 - Cor-Ten - 105 x 112 x 34 cm

Komplex ineinanderfließende Flächen und Volumina, verbunden mit einer Vorliebe für Biegungen, Schwünge, Kurven und Verdrehungen, prägen die dynamischen Stahlplastiken von Rüdiger Seidt. Elegant und harmonisch im Ausdruck, thematisieren sie die Kraft und Spannung der reinen, elementar reduzierten Form, deren innewohnende Energien über sphärische Wölbungen und gedehnte Streckungen in den Raum drängen. Mit ihrem reizvollen Wechselspiel von Ruhe und Bewegung und der Beschränkung auf die absolute Form sind Seidts Arbeiten als Raumzeichen zu deuten. (Dr. Andreas Gabelmann)

Prämiert: Circletetra, 2018 -- Cor-Ten - 105 x 112 x 34 cm


>> Blick zurück: REGIOTRENDS-Vorschau

In der Ausstellung werden 101 ausgewählte Arbeiten auf internationalem Niveau präsentiert, wobei diese eine Zusammenfassung der spannendsten Facetten der geometrisch-abstrakten Gegenwartskunst bietet. In Medien aller Art gewähren die Exponate einen tiefen Einblick in das aktuelle und internationale Schaffen der konkretkonstruktiven Szene. Die Ausstellung zeigt dabei, wie unterschiedlich und individuell sich die Künstler mit derselben Kunstrichtung auseinandersetzen.

Gewidmet ist der Kunstpreis André Evard (1876–1972), der als Wegbereiter der Schweizer Moderne gilt und sich zu Lebzeiten nicht nur der figurativen, sondern vor allem der abstraktgeometrischen Malerei gewidmet hat. Die Bedeutung André Evards nimmt in Fachkreisen stetig zu. So war Henry Drake, ein amerikanischer Kunstsammler, überzeugt davon, dass Evard seiner Zeit um Jahre voraus war.

Die Werke des Schweizer Künstlers bilden das Herzstück der Sammlung der kunsthalle messmer. Von der sehr frühen Entwicklung André Evards in der konkret-konstruktiven Kunst kann sich zur gleichen Zeit in der GALERIE MESSMER überzeugt werden, die räumlich an die kunsthalle messmer angeschlossen ist, und passend zur Ausstellung in der kunsthalle seine Werke zeigen wird.

Die Bezeichnung konstruktiv, abgeleitet vom Konstruktivismus von Wladimir Tatlins Reliefkonstruktionen und den suprematistischen Werken Kasimir Malewitschs (1914), bezeichnet eine bis dahin abstrakt genannte, ungegenständliche Malerei und Plastik. Linie, Fläche und Farbe werden frei voneinander eingesetzt. Konkret hingegen, bezeichnet die Arbeitsweise eines Künstlers, der sein Werk nach einem vorab festgelegten, z. B. geometrisch-mathematischen Konzept ausführt und somit der spontanen gestalterischen Handlung bewusst Grenzen setzt. Sie ist im eigentlichen Sinne nicht „abstrakt“, da sie nichts in der materiellen Realität Vorhandenes abstrahiert, sondern im Gegenteil Geistiges materialisiert, keine symbolische Bedeutung besitzt und mehr oder weniger rein durch geometrische Konstruktion erzeugt ist. Der Begriff Konkrete Kunst wurde 1924 von Theo van Doesburg eingeführt und 1930 in einem Manifest bei der Gründung der Gruppe „Art concret“ programmatisch festgelegt.

Zu den bisherigen Preisträgern des Evard-Preises zählen der Franzose Knut Navrot, die Österreicherin Inge Dick, die deutschen Künstler Wolfram Ullrich und Jo Niemeyer sowie Peter Somm aus der Schweiz als Publikumspreisträger. Preisträger des 3. Preises war der Japaner Tutsushi Kawanabe. Betty Rieckmann gewann den 4. André Evard-Preis, wobei das Publikum Bodo Sperlings Werk als Favorit wählte.

(Medieninfo: Kunsthalle Messmer, Riegel, 18.10.2018)


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