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Ortenaukreis - Lahr

30. Sep 2019 - 15:02 Uhr Positive Zwischenbilanz des Projekts „Eurostage 2020“ gezogen - Von links: Claude Fröhlicher (Präsident Eltern Alsace),  Sandrine Koehrlen (Collège Obernay), Dr. Tanja Bohner-Auer (Geschäftsführerin Schwarzwald Eisenhandel GmbH & Co. KG, Lahr), Karin Finkenzeller (IHK Südlicher Oberrhein), Christine Fermin (Handwerkskammer Freiburg), Elif Yazici Schülerin Collège Erstein), Dominique Drouard (Académie de Strasbourg).
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Erfolgsmodell grenzübergreifende Berufspraktika – Positive Zwischenbilanz des Projekts „EuroStage 2020“ in Lahr gezogen - Für das neue Schuljahr haben sich über 360 Schüler aus Frankreich für ein Praktikum in Deutschland angemeldet

2015 startete eine Initiative französischer Eltern mit Unterstützung der IHK Südlicher Oberrhein, elsässischen Schülern ein Berufspraktikum in Deutschland zu ermöglichen. 13 Schüler der elsässischen Schule Collège Obernay ließen sich damals auf das Abenteuer „Praktikum in Deutschland“ bei neun deutschen Firmen ein. In den Folgejahren stieg die Zahl der teilnehmenden Schüler auf 130 und die der teilnehmenden Schulen auf zehn. 2018 wurden die Praktika-Möglichkeiten als öffentlich gefördertes Projekt Eurostage 2020 offiziell.

Die IHK Südlicher Oberrhein und die Handwerkskammer Freiburg arbeiten seither eng mit der Académie Strasbourg und den ELTERN Alsace zusammen. Im Schuljahr 2018/2019 konnten elf Schulen im Elsass für die Teilnahme am Projekt gewonnen werden. 153 französische Schüler absolvierten Berufspraktika bei 97 deutschen und zehn Schweizer Firmen.
Inzwischen werden auch die Anreise- und Unterbringungskosten gefördert. Eine Vereinbarung mit den Jugendherbergen sorgt für günstige Unterbringungsmöglichkeiten.
Heute zogen die teilnehmenden Organisationen eine erste Zwischenbilanz.

„Eurostage 2020 ist ein Erfolgsmodell“, erklärte Karin Finkenzeller, die von Seiten der IHK Südlicher Oberrhein als Referentin Eurostage betreut. So habe man in den letzten Jahren sowohl die Anzahl der teilnehmenden Schulen und der Schüler als auch die der teilnehmenden Betriebe kontinuierlich steigern können. Es sei gelungen, die IHK-Mitgliedsbetriebe für die grenzübergreifenden Möglichkeiten zu interessieren, so Finkenzeller. Außerdem habe man Möglichkeiten der Lehrerweiterbildung ins Leben gerufen, um noch mehr elsässische Schulen zu erreichen.

„Im Bereich des Handwerks gibt es zwei große Hürden“, berichtete Christine Fermin, Beauftragte der Handwerkskammer Freiburg für das Projekt. „Zum einen ist es die Sprache, zum anderen das immer noch schlechte Image der Handwerksberufe“, so Fermin.
Viele französische Schüler hätten ein falsches Bild von deutschen Betrieben und man habe deshalb Ausbildungsbotschafter installiert, die vermitteln und positive Erfahrungen weitergeben.

Von Seite der Arbeitgeber berichtete Dr. Tanja Bohner-Auer, Geschäftsführerin der Schwarzwald Eisenhandel GmbH & Co. KG in Lahr von positiven Erfahrungen mit französischen Schülern. Diese seien zwar anfangs zurückhaltend, merkten jedoch schnell, welche Möglichkeiten ein Praktikum berge. Bisher sei zwar noch kein konkretes Ausbildungsverhältnis aus den Praktika hervorgegangen, was aber eher am französischen Schulsystem läge. Bohner-Auer lobte die gute Zusammenarbeit mit dem benachbarten Collège Erstein.

Dominique Drouard von der Académie Strasbourg erläuterte, dass das deutsch-französische Jugendwerk und die Akademie die Finanzierung der Fahrt- und Übernachtungskosten unterstützten und das eine neue Vereinbarung mit den deutschen Jugendherbergen für günstige Übernachtungsmöglichkeiten sorge.
Die Region Grand Est täte viel dafür, die bestehende Sprachbarriere zu durchbrechen. So böten schon 50 Prozent aller elsässischen Schulen bilinguale Züge an, 80 Prozent aller Schulen erteilen zumindest deutschen und englischen Sprachunterricht.
„Wichtig ist der Austausch zwischen deutschen und elsässischen Schülern“, nennt Drouard eine der Voraussetzungen, die Sprachbarriere zu durchbrechen.

"Es ist für alle Schüler wichtig, so früh wie möglich die grenzübergreifenden Möglichkeiten kennen zu lernen", sagte Claude Fröhlicher, Präsident von „Eltern Alsace“, der 2015 die Idee der grenzübergreifenden Praktika hatte.

Schülerin Elif Yazici vom Collège Erstein berichtet von ihren Erfahrungen eines Praktikums in einer Lahrer Physiotherapiepraxis. „Es hat mir sehr gut gefallen“, erzählt die Schülerin. Sie habe viel gelernt und wolle im nächsten Jahr erneut ein solches Praktikum absolvieren.

Für die französischen Schüler ist ein Praktikum in deutschen Betrieben deshalb eine neue Erfahrung, weil sie hier mit anpacken dürfen. In Frankreich dürfen sie normalerweise nicht mitarbeiten. Hier bietet ein Praktikum eher nur informative Einblicke. Für deutsche Betriebe können französische Mitarbeiter das Problem des Facharbeitermangels abmildern. In Frankreich können die angebotenen Arbeitsplätze die hohe Jugendarbeitslosigkeit abschwächen.

Lehrerin Sandrine Koehrlen vom Collège Obernay erklärt, dass es in ihrer Schule für die Schüler des bilingualen Zuges inzwischen Pflicht sei, das Berufspraktikum in Deutschland zu absolvieren. „Die Schüler lernen viel und werden viel selbstständiger“, nennt sie die positiven Seiten dieser Praxis.
Schüler, die in der Vergangenheit ein solches Praktikum in Deutschland absolviert haben, entscheiden sich auffällig oft für das „Abi-Bac“, einen deutsch-französischen Schulabschluss.

Derzeit findet in den Räumen der IHK in Lahr eine weitere Lehrerfortbildung statt, die die französischen Lehrkräfte auf die Organisation und Begleitung solcher Praktika-Wochen vorbereitet. Das ist auch nötig, denn für das neue Schuljahr haben sich über 360 Schüler für ein Praktikum in Deutschland angemeldet.

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