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15. Oct 2019 - 14:02 Uhr
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"Landwirtschaft und Naturschutz zusammenbringen" - „Weinsberger Runde“ legt Vorschläge für mehr Artenschutz in Baden-Württemberg vor

Die Ursachen für den Insektenschwund und den Artenrückgang sind vielfältig. Klimaveränderungen, Lebensraumverlust, Flächenversiegelung, Lichtverschmutzung, naturferne Gärten, aber auch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung spielen eine Rolle. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ adressiert nur einen Teil dieser Ursachen. Jetzt haben zehn Verbände von Landwirtschaft, Obst- und Weinbau über Naturschutz und Imkerei (Weinsberger Runde) Eckpunkte für mehr Artenschutz in Baden-Württemberg vorgelegt, die landwirtschaftliche Interessen mit denen des Naturschutzes vereinen sollen.

„Wir Landwirte sind uns unserer Verantwortung bewusst und bereit, unseren Beitrag zur Sicherung und Förderung der Artenvielfalt zu leisten. Als Verbändebündnis setzen wir uns für den Dialog im Rahmen eines „Runden Tisches“ ein, der neben dem landwirtschaftlichen Berufsstand auch die Naturschutzverbände mit einbezieht“, erklärt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes (LBV). „Wir möchten die Artenvielfalt gemeinsam nach vorne bringen und dabei den Bauernfamilien eine Perspektive bieten“, erläutert Rukwied das Ziel des Verbändebündnisses.

Ökolandbau-Ausbau bis 2030 auf 30 Prozent:
Die Verbände unterstützen das Ziel, den Ökolandbau in Baden-Württemberg auf 30 Prozent der Fläche bis 2030 auszudehnen. Preisstabilität und Absatzsicherheit sind entscheidende Faktoren, die den Familienbetrieben wichtig sind. „Der ökologische Landbau bietet hervorragende Chancen für viele weitere Betriebe im Land und bietet zudem großes Potenzial, mehr für den Artenschutz zu tun“, betont der Bioland-Landesvorsitzende Marcus Arzt. Für einen weiteren Ausbau des Ökolandbaus muss die Infrastruktur und Finanzausstattung verbessert und das Marketing für heimisches Bio intensiviert werden.

Pflanzenschutzreduktionsstrategie mit realistischen Zielen:
Das Verbändebündnis unterstützt eine fachlich fundierte Pflanzenschutzmittelreduktionsstrategie. Reduktionspotenziale sollen ermittelt und verwirklicht werden. „Die gemeinsame Forderung, den Pflanzenschutzmitteleinsatz nachweisbar zu reduzieren, ist ein richtiger und wichtiger Schritt zur Förderung der Artenvielfalt im Land“, erklärt Dr. Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes (LNV). Das Bündnis fordert die Landesregierung auf, hierbei die Landwirte entschlossen zu unterstützen.

„Die Acker-, Obst- oder Weinbauern brauchen praktikable, ökonomisch umsetzbare und wirkungsvolle Alternativen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren“, betont Werner Räpple, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV). Wenn sich die Branche mit der Wissenschaft und staatlicher Beratung an der Seite sowie der gebotenen Unterstützung der Politik auf den Weg macht, kann Baden-Württemberg auch hier Vorbild werden, sind sich Imker, Naturschützer und Bauernvertreter einig.

Ziel: Gesellschaftsvertrag mit breiter Akzeptanz
Gemeinsam gilt es ein praxisnahes und umsetzbares Maßnahmenbündel zu definieren, mit dem der Artenschutz gesichert, die Artenvielfalt gesteigert und zugleich Entwicklungsperspektiven für die Landwirtschaft erhalten und geschaffen werden. „Wir fordern die Landesregierung auf, die durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ausgelösten Sorgen der Landwirtschaft ernst zu nehmen, unsere Vorschläge aufzugreifen und im Sinne eines Gesellschaftsvertrages für eine breite Akzeptanz bei unseren Mitbürgern im Land zu werben“, so die Weinsberger Runde.

Hintergrund:
Weinsberger Runde: Die Weinsberger Runde besteht aus zehn Verbänden, die sich seit Sommer 2019 regelmäßig in Weinsberg treffen, um über konkrete Lösungsansätze für mehr Artenschutz in Baden-Württemberg zu diskutieren. Unterzeichner der Vorschläge der Weinsberger Runde sind: Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV), der Badische Weinbauverband, Berufsimker Bundesverband AG Süd, der Bioland Landesverband Baden-Württemberg, der Landesbauernverband in Baden-Württemberg (LBV), der Landesverband Badischer Imker, der Landesverband Württembergischer Imker (LVWI), der Landesverband Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO), der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) und der Württembergische Weinbauverband.

(Presseinfo: Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband e.V., 15.10.2019)

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