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25. Jun 2020 - 18:00 Uhr Bild: clipdealer.com
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„Nur jede vierte Leberzirrhose wird frühzeitig erkannt“ -Lebervorsorge in Zeiten des Corona-Virus – Fachärzte informierten -Nachbericht zum Lesertelefon

Viele Menschen sind derzeit zurückhaltend, wenn es um Arztbesuche geht. Der Grund: Sie wollen kein unnötiges Risiko eingehen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Doch diese Zurückhaltung kann Folgen haben, wenn zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen auf die lange Bank geschoben werden. Das gilt auch und besonders im Falle von Lebererkrankungen, die sich über lange Zeit zunächst völlig unbemerkt entwickeln können. Wird eine Lebererkrankung jedoch nicht frühzeitig erkannt, können sich aus gut behandelbaren Anfangsformen schwere Erkrankungen wie eine Zirrhose oder sogar Leberkrebs entwickeln. Worauf es bei Vorsorgeuntersuchungen der Leber ankommt, dazu informierten Fachmediziner der Universitätsmedizin Mainz und des Universitätsklinikums des Saarlands. Die wichtigsten Fragen und Antworten fasst Dr. Michael Nagel, Leiter des Lebervorsorgeprogramms SEAL zusammen.

Schadet es wirklich, wenn ich eine Vorsorgeuntersuchung um zwei oder drei Monate verschiebe?
Dr. med. Michael Nagel: Vorsorgeuntersuchungen dienen dazu, langfristig Erkrankungen zu verhindern. Eine Verzögerung von drei Monaten ist sicher zu verkraften. Noch nicht erkannte Erkrankungen können in dieser Zeit jedoch weiter voranschreiten – sie machen keine Pause. Wichtig ist, dass Vorsorgeuntersuchungen nicht zu lange aufgeschoben werden oder gar völlig entfallen. Das gilt insbesondere für die Lebervorsorge, da eine Lebererkrankung symptomlos verlaufen kann – ein Grund, weshalb das SEAL-Vorsorgeprogramm in Rheinland-Pfalz und dem Saarland ins Leben gerufen wurde.

Gibt es besondere Risikogruppen für eine Lebererkrankung?
Dr. Nagel: Die häufigsten Ursachen für chronische Lebererkrankungen sind übermäßiger Alkoholkonsum und das metabolische Syndrom, bei dem starkes Übergewicht, Bluthochdruck, ein erhöhter Blutzuckerspiegel und ein gestörter Fettstoffwechsel zusammenwirken. Als weitere Ursache können Hepatitis-Viren die Leber befallen, die durch Körperflüssigkeiten, Blutprodukte und Nadelverletzungen übertragen werden.

Gibt es frühe Anzeichen, bei denen man an eine Lebererkrankung denken sollte?
Dr. Nagel: Kaum – und das ist auch das größte Problem bei einer Lebererkrankung. Meist entwickelt sie sich völlig unbemerkt oder macht bestenfalls durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Oberbauchschmerzen auf sich aufmerksam. So wird eine Leberzirrhose derzeit nur bei jedem vierten Patienten bereits im Frühstadium festgestellt. Gerade deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die auch die Leber einschließen, so wichtig.

Was genau passiert bei einer Lebervorsorgeuntersuchung?
Dr. Nagel: Zunächst einmal ist sie eine Erweiterung der bestehenden Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt – dem so genannten Check-up 35, den alle gesetzlich Versicherten alle drei Jahre in Anspruch nehmen können und sollten. Zusätzlich zu den Blutuntersuchungen im Rahmen des Check-up 35 werden beim Lebervorsorgeprogramm SEAL Leberwerte im Blut bestimmt. Falls es dort Auffälligkeiten gibt, wird eine Weiterleitung zum Facharzt mit entsprechender Abklärung veranlasst.

Wie geht es weiter, wenn die Blutwerte nicht in Ordnung sind?
Dr. Nagel: Die fachärztliche Abklärung besteht in zusätzlichen, spezifischeren Blutuntersuchungen sowie einem Ultraschall der Leber. Bei Auffälligkeiten erfolgt anschließend eine Weiterleitung an ein Leberzentrum, um die Ursache der Lebererkrankung zu klären und eine entsprechende Therapie einzuleiten.

Wird die Leber nicht immer beim regelmäßigen Gesundheits-Check untersucht?
Dr. Nagel: Aktuell ist die Bestimmung von Leberwerten nicht Bestandteil der regelmäßigen Gesundheitsvorsorge. Ziel des SEAL Lebervorsorgeprogramm ist es, die Bestimmung von Leberwerten bundesweit in den Leistungsumfang des Check-up 35 aufzunehmen, um Lebererkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren und behandeln zu können.

Wer trägt die Kosten für eine Lebervorsorgeuntersuchung?
Dr. Nagel: Die Kosten für den Check-up 35 trägt regulär ohnehin die Krankenkasse. Die Erweiterung um das SEAL-Lebervorsorgeprogramm ist für Versicherte der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland ebenfalls kostenlos. Die Kosten werden den teilnehmenden Ärzten direkt über das Vorsorgeprogramm erstattet. Selbstverständlich können auch alle anderen Patienten eine Untersuchung ihrer Leberwerte veranlassen – tragen dann allerdings in der Regel die Kosten privat.

Können alle Hausärzte an dem Programm teilnehmen?
Dr. Nagel: SEAL ist ein Programm des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der unter anderem den Katalog der Regelleistungen im Gesundheitswesen festlegt. Derzeit ist das Programm auf Rheinland-Pfalz und das Saarland begrenzt. In diesen beiden Bundesländern können alle Hausärzte am SEAL-Lebervorsorgeprogramm teilnehmen, die auch den Check-up 35 durchführen.

Wie lässt sich einer Lebererkrankung vorbeugen?
Dr. Nagel: Beim Blick auf die häufigsten Ursachen für eine Lebererkrankung wird klar, dass es darum geht, die Risikofaktoren Alkoholkonsum, Übergewicht und Zuckererkrankung zu minimieren. Wer also Alkohol in Maßen genießt, sich gesund und ausgewogen ernährt und regelmäßig Ausdauersport betreibt, beugt Lebererkrankungen effektiv vor.

INFO

SEAL – Lebervorsorge statt Spätkomplikationen
Gesetzlich gefördertes Vorsorgeprogramm exklusiv in Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den gesetzlichen Auftrag, neue Versorgungsformen und Forschungsprojekte zu fördern, die über die bisherige Regelversorgung hinausgehen und zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind. Das Projekt SEAL (Strukturierte Früh-Erkennung einer Asymptomatischen Leberzirrhose) erprobt, inwieweit ein Leberwert-Screening beim Hausarzt dabei hilft, den Anteil früh diagnostizierter Erkrankter zu erhöhen und wirksam zu behandeln. Allen über 35-jährigen AOK-Versicherten in Rheinland-Pfalz und im Saarland wird angeboten, sich im Zuge des regelmäßigen medizinischen Check-Up beim Hausarzt ihren persönlichen Leber-Risikowert ermitteln zu lassen.

Weitere Informationen für Hausärzte und Patienten unter www.lebervorsorge.de

Die Fragen zum Thema Lebervorsorge beantwortete:

Dr. med. Michael Nagel; Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Projektleiter des SEAL-Programms der Universitätsmedizin Mainz und des Universitätsklinikums des Saarlands

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