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21. Sep 2022 - 14:49 Uhr

IG BAU warnt vor Drehen an der Mietenschraube: „Zitrone nicht weiter auspressen“ - Mehr Wohnungen durch Umbau und Dachaufstockung

G BAU warnt vor Drehen an der Mietenschraube

Bild: IG BAU
G BAU warnt vor Drehen an der Mietenschraube

Bild: IG BAU

Die Bevölkerung in den Landkreisen wohnt auf insgesamt vielen Millionen Quadratmetern. Die verteilen sich auf eine bestimmte Anzahl von Wohnungen, von denen viele sieben oder sogar mehr Räume haben.

Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU beruft sich dabei auf aktuelle Daten zum Wohnungsbestand vom Statistischen Bundesamt, die vom Pestel-Institut (Hannover) für die IG BAU analysiert wurden.

„Wer so eine große Wohnung hat, die ihm auch noch gehört, hat eine Sorge nicht: die Angst vor steigenden Mieten“, sagt Ilse Bruttel. Die Vorsitzende der IG BAU Südbaden warnt die Immobilienwirtschaft davor, die Mietenspirale weiter nach oben zu drehen und damit die Inflation zusätzlich anzuheizen.

Bruttel fordert Privatvermieter genauso wie Wohnungsgesellschaften auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen. Dies bedeute, bei den Mieten Maß zu halten und auf Steigerungen weitgehend zu verzichten. „Gerade jetzt geht es darum, eines für den Wohnungsmarkt klar auszusprechen: Es ist ungehörig, die Zitrone weiter auszupressen. Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen. Da darf nicht auch noch die ‚Mietenkeule‘ hinterherkommen“, so Bruttel.

Darüber hinaus warnt die IG BAU vor einer „Lähmungsphase beim Wohnungsbau“. Angesichts der aktuell schwierigeren Neubaubedingungen – hier vor allem Materialengpässe, steigende Materialpreise, hohe Baulandpreise und anziehende Bauzinsen – sei es dringend nötig, nach alternativen Wegen zu suchen. „Was wir jetzt brauchen, ist Flexibilität: Die Schaffung von neuem Wohnraum muss der Situation angepasst werden“, sagt die IG BAU-Bezirksvorsitzende Bruttel.

Vor allem Wohnungsbaugesellschaften seien jetzt gefordert, Bauvorhaben zu switchen: „Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet gerade das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden zu Wohnungen große Chancen. Der Umbau braucht deutlich weniger Material – und ist schon deshalb der passende Weg zu mehr Wohnungen in der Krise. Allein durch den Umbau von Büros, die durch das Etablieren vom Homeoffice nicht mehr gebraucht werden, können viele neue Wohnungen entstehen. Und das deutlich kostengünstiger als im Neubau“, so die IG BAU-Bezirksvorsitzende.

Darüber hinaus biete die Dachaufstockung bei Wohnhäusern, die in der Nachkriegszeit bis zum Ende der 90er-Jahre gebaut wurden, ein enormes Potential: „Viele neue Wohnungen sind allein hier durch On-Top-Etagen möglich – und ebenfalls günstiger als jeder Neubau“, sagt Ilse Bruttel. Es lohne sich, eine „Dachaufstockungs- und Umbau-Offensive“ zu starten.


Die Zahlen:

- Der Landkreis Emmendingen wohnt auf insgesamt rund 8 Millionen Quadratmetern. Die verteilen sich im Landkreis auf 78.680 Wohnungen.
Demnach haben rund 11.000 Wohnungen im Kreis Emmendingen sieben oder sogar mehr Räume.

- Freiburg: 9,2 Mio. Quadratmeter, 119.100 Wohnungen.
Dort haben rund 6.730 Wohnungen sieben od. sogar mehr Räume.

- Kreis Waldshut: 9 Millionen Quadratmeter, 85.790 Wohnungen
Dort haben rund 13.700 Wohnungen sieben od. sogar mehr Räume.

- Schwarzwald-Baar-Kreis: rund 10,3 Millionen Quadratmeter, 107.600 Wohnungen
Dort haben rund 14.300 Wohnungen sieben od. sogar mehr Räume.

- Der Ortenaukreis: rund 21,1 Millionen Quadratmeter 203.600 Dort Dort haben rund 31.400 Wohnungen sieben od. sogar mehr Räume.

- Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald: rund 12,9 Millionen Quadratmeter, 126.300 Wohnungen.
Dort haben rund 17.500 Wohnungen sieben od. sogar mehr Räume.

- Landkreis Lörrach: rund 11,1 Millionen Quadratmeter, 113.400 Wohnungen.
Dort haben rund 13.700 Wohnungen sieben od. sogar mehr Räume.

(Info: Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Südbaden)


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