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5. Feb 2026 - 12:35 Uhr

Handwerkskammer Freiburg: Verhaltener Jahresabschluss - Handwerkskonjunktur weiterhin ausgebremst

Handwerkskammer Freiburg: Verhaltener Jahresabschluss.
Die Handwerkskonjunktur wird weiterhin durch die allgemeine Wirtschaftslage gelähmt.

Foto: Handwerkskammer Freiburg - amh-online.de
Handwerkskammer Freiburg: Verhaltener Jahresabschluss.
Die Handwerkskonjunktur wird weiterhin durch die allgemeine Wirtschaftslage gelähmt.

Foto: Handwerkskammer Freiburg - amh-online.de

Die allgemeine Wirtschaftslage lähmt das Handwerk weiterhin. Das Jahr 2025 war geprägt von Investitionszurückhaltung und Auftragsrückgängen in der Industrie, zum Jahresende hin vorsichtiger werdenden Verbrauchern und weiter fallenden Fertigstellungen im Wohnungsbau. In der Konsequenz sahen sich im vierten Quartal 2025 viele Handwerksbetriebe mit sinkenden Aufträgen und geringerer Kapazitätsauslastung konfrontiert. Das geht aus der vierteljährlichen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Freiburg hervor. Der Konjunkturindikator – der Saldo aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen – lag zum Jahresende bei +17,4 Punkten. Das südbadische Handwerk schneidet damit aber noch deutlich besser ab als das Handwerk im Land insgesamt – dort liegt der Konjunkturindikator bei nur +10,0 Punkten.

Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten 55 Prozent der Betriebe als gut, 14 Prozent berichteten hingegen von einer schlechteren Geschäftssituation. Die Geschäftslageerwartungen für die ersten Monate des neuen Jahres fallen erwartungsgemäß verhalten aus: 19 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage, während 23 Prozent eine Verschlechterung im kommenden Quartal erwarten. Damit liegen die Erwartungen etwa auf Vorjahresniveau.

Die Umsatzentwicklung der südbadischen Handwerksbetriebe hatte im vierten Quartal 2025 ein negatives Vorzeichen. Zwar erzielten 23 Prozent der Betriebe in der Region gestiegene Umsätze, 27 Prozent der Befragten mussten aber gesunkene Umsätze hinnehmen. Der Saldo aus steigenden und sinkenden Umsätzen lag somit bei -4 Punkten. Für die kommenden Monate zeigt sich ein ähnliches Bild: 24 Prozent der Unternehmen gehen von steigenden Umsätzen aus, 29 Prozent von sinkenden.

Die Auftragslage im südbadischen Handwerk hat sich deutlich ausgedünnt. Während 31 Prozent der Betriebe von einem rückläufigen Auftragseingang berichteten, verbuchten 19 Prozent ein Auftragsplus. Auch die Erwartungen an die zukünftige Auftragslage fallen aktuell negativ aus: Mit einer geringeren Nachfrage rechnen 26 Prozent der Betriebe, mehr Aufträge erwarten 21 Prozent. Die negativen Auftragsentwicklungen wirken sich auch auf die Auslastung der südbadischen Handwerksbetriebe aus: Der Anteil der Betriebe mit nahezu Vollauslastung ging im Jahresvergleich leicht zurück, während der Anteil mit mittlerer Auslastung leicht angestiegen ist.

Die Investitionsbereitschaft der Handwerksunternehmen verharrt auf niedrigem Niveau: Zwar investierten knapp 26 Prozent der Betriebe mehr als im Vorquartal, im Gegenzug haben aber auch 21 Prozent der Betriebe ihre Investitionen zurückgefahren. Auch für die kommenden Monate werden keine größeren Zuwächse erwartet.

„Die Zahlen zeigen: Es besteht weiterhin akuter Handlungsbedarf seitens der Politik“, mahnt Kammerpräsident Christof Burger an. Die am Mittwochnachmittag vom Landtag beschlossene Neufassung des Mittelstandsförderungsgesetzes sieht die Kammer als wichtiges Signal für die Betriebe. „Das Gesetz war schon bisher ein klares Bekenntnis zum Unternehmertum im Land. Dass es nun behutsam weiterentwickelt und um zentrale handwerksrelevante Themen ergänzt wurde, ist ausdrücklich zu begrüßen“, so Burger. Kritisch sei allerdings, dass der Bürokratieabbau nicht verbindlicher geregelt wurde. „Die Bürokratiebelastung der Betriebe muss runter, die Anerkennung für die berufliche Bildung rauf.“ Entscheidend sei jetzt vor allem, dass der Geist des Gesetzes im politischen Alltag auch gelebt werde. „Weniger Bürokratie, verlässliche Programme und faire Wettbewerbsbedingungen müssen spürbar werden. Daran wird sich jede Landesregierung messen lassen müssen.“

(Presseinfo: Handwerkskammer Freiburg, 05.02.2026)

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