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26. Feb 2026 - 16:02 Uhr

Windkraft im Süden vor dem Aus - 22 Unternehmen fordern Korrekturen von Bundesregierung

Windkraft im Süden vor dem Aus.
Die Zahl der Genehmigungen für Windparks in Baden-Württemberg steigt. Doch was bringt das, wenn diese Projekte keine wirtschaftliche Perspektive haben? 

Foto: Badenova - Jonas Conklin
Windkraft im Süden vor dem Aus.
Die Zahl der Genehmigungen für Windparks in Baden-Württemberg steigt. Doch was bringt das, wenn diese Projekte keine wirtschaftliche Perspektive haben?

Foto: Badenova - Jonas Conklin

In der jüngsten Ausschreibungsrunde der Bundesnetzagentur haben Windkraftprojekte im Südwesten kaum noch Chancen. Badenova und 21 weitere Windpark-Projektierer warnen vor einem Windkraft-Aus in Baden-Württemberg – und fordern politische Nachbesserungen.

Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Energiewende: 22 im Südwesten aktive Windpark-Projektierer haben sich mit einem Forderungspapier an politische Entscheidungsträger:innen gewandt. Zu den unterzeichnenden Unternehmen zählen unter anderem Badenova, Ökostrom und EWS Schönau. Der Auslöser ist die dramatische Überzeichnung der jüngst erfolgten „EEG-Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land“ der Bundesnetzagentur.

Der EEG-Mechanismus benachteiligt Baden-Württemberg:
Baden-Württemberg war in den Ausschreibungen der letzten Jahre bislang deutlich unterrepräsentiert. Eine Prognose der Unternehmensberatung enervis zeigt, dass Baden-Württemberg (und auch Bayern) in der aktuellen Ausschreibungsrunde (unter den in der Studie getroffenen Annahmen) vollständig leer auszugehen droht.

Die Folge: Kein Zubau von Windkraftanlagen – mit gravierenden Auswirkungen auf die regionale Energiewende und die Versorgungssicherheit bundesweit.

Der aktuelle Mechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, der den Ausbau grüner Energien durch eine vorrangige Abnahme und garantierte Vergütungen für Anlagenbetreiber fördert, missachtet zentrale Kostenfaktoren im Südwesten:
- höhere spezifische Projektkosten durch anspruchsvolle Topographie und Genehmigungsverfahren sowie kleinteiligere Projekte,
- teure Infrastrukturmaßnahmen wie Erschließungswege, Kabeltrassen und Speziallogistik,
- für das Energiesystem vorteilhafte Erzeugungsprofile, die Netzengpässe reduzieren könnten.

„Wenn die Bundesregierung in der anstehenden EEG-Novelle auf die Besonderheiten von Windkraftparks in Baden-Württemberg keine Rücksicht nimmt, steht der Windkraftausbau im Südwesten still“, erklärt Matthias Welss, kaufmännischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare.

Wenn das Projekt eine Genehmigung hat, aber keine Zukunft:
Die Zahl der Genehmigungen in Baden-Württemberg ist zuletzt gestiegen. Das ist jedoch bedeutungslos, wenn Projekte keine wirtschaftliche Perspektive haben. Zahlreiche bereits genehmigte Windparks der unterzeichnenden Unternehmen liegen baureif in der Schublade und brauchen jetzt den Zuschlag.

„Kein Projektierer wird in neue Standorte investieren, wenn sogar genehmigte Projekte nicht mehr realisiert werden“, sagt Dirk Sattur, Vorstand von Badenova: „Das bricht der Energiewende im Süden das Genick. Und dabei wollen wir nicht tatenlos zusehen.“

Die Politik muss handeln: EEG-Novelle als zentrale Chance
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereitet derzeit eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor. Und genau hier steckt die Chance zur Korrektur. Die unterzeichnenden Unternehmen fordern Gegenmaßnahmen, um den wirtschaftlich erforderlichen sowie netz- und systemdienlichen Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg und in Süddeutschland weiter zu ermöglichen.
Das bedeutet zum Beispiel:
- eine finanzielle Berücksichtigung der Systemvorteile von Windenergieanlagen im Südwesten
- eine Erhöhung der Ausschreibungsmenge

Der Wind weht im Süden zeitlich anders als im Norden. Wenn durch Ausschreibungen nur im Norden des Landes weitere Anlagen entstehen, dann braucht es dort noch mehr Speicherkapazitäten und weitere Stromtrassen, die in den Süden führen. Es ist energiewirtschaftlich und volkswirtschaftlich also sinnvoll, Windenergieanlagen auch im Süden zu errichten – nah an industriellen Verbrauchern und mit hohem Nutzen für die Netzstabilität.

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Windkraft in ganz Deutschland ausgebaut wird“, betont Michael Klein, technischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare: „Wir brauchen faire Rahmenbedingungen für alle – und zwar jetzt!“

Diese Windprojektierer haben das „Forderungspapier Wind an Land“ unterzeichnet:

- Badenova AG & Co. KG
- EWS Elektrizitätswerke Schönau eG
- Ökostrom Erzeugung Freiburg GmbH
- Bürgerenergie Projektentwicklung GmbH
- Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH
- EG Energie Grossrinderfeld GmbH
- Elektrizitätswerk Mittelbaden AG & Co. KG
- Iberdrola Deutschland GmbH
- KB Renewables
- Koehler Renewable Energy
- KS Energiesysteme GmbH & Co. KG
- KWA Contracting AG
- Qualitas Energy Deutschland GmbH
- SHE Schweizer Honold Energiesysteme GmbH & Co. KG
- SOWITEC group GmbH
- Solarcomplex AG
- Stadtwerke Radolfzell GmbH
- Teckwerke Bürgerenergie eG
- Teckwind Bürgerwind GmbH
- Vattenfall Europe Windkraft GmbH
- WEBW Neue Energie GmbH
- WW Süd GmbH & Co. KG

(Presseinfo: Badenova, 26.02.2026)

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