Der Mooswald: Ein Untersuchungsgebiet des GEO-Tages der Artenvielfalt am 11./12. Juni 2010 in der Region Freiburg
Im Rahmen des 12. GEO-Tages der Artenvielfalt am Freitag 11. und Samstag 12. Juni 2010 in der Region Freiburg werden vier Gebiete vom Rhein bis zum Feldberg unter die Lupe genommen. Artenkenner schwärmen aus, um innerhalb von 24 Stunden die Artenvielfalt zu erfassen. Auf Exkursionen können Naturinteressierte die Experten begleiten und somit Einblicke in das vielfältige Leben der Natur gewinnen. Heute wird der Mooswald bei Freiburg als drittes der vier Untersuchungsgebiete vorgestellt.
In der Niederung entlang des Tunibergs erstreckt sich westlich vor den Toren Freiburgs auf knapp 50 km² eine ausgedehnte Waldfläche, die bis heute den Namen Mooswald (Moos im Sinne von Moor und Sumpf) trägt. Es sind Reste eines ehemaligen Sumpfwaldgebietes. Auf den von Dreisam und anderen Schwarzwaldbächen abgelagerten Schotterflächen speist oberflächennahes Grundwasser zahlreiche Tümpel und Bäche. Unterschiedliche Nutzungen durch die Jahrhunderte hatten ihren Einfluss, dennoch ist ein besonderer und wertvoller naturnaher Lebensraum erhalten geblieben.
Im Frühjahr prägen die zartgrünen Triebe von Eiche, Esche, Hainbuche und Ahorn sowie die Stämme alter, mächtiger Eichen und ein von zahlreichen Rinnsalen durchzogener Waldboden zusammen mit Blütenteppichen aus Buschwindröschen, Hohlem Lerchensporn, Sternmiere oder Bärlauch das attraktive Erscheinungsbild. Mildes Klima kombiniert mit feuchtem Untergrund und eine behutsame Waldnutzung (bereits sehr früh nach Stadtgründung erhielt Freiburg den Mooswald als Nutzungsbezirk) brachten eine reiche mooswaldspezifische Artenvielfalt hervor, die heute einer wachsenden stadtnahen Erholungsnutzung ausgesetzt ist. Um diese einzigartige Landschaft mit ihrer wertvollen Naturausstattung zu schützen, ist das Gebiet seit 1979 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Darüber hinaus gehören heute weite Teile als FFH-Gebiet dem europaweiten Schutzgebietssystem “Natura 2000“ an. Entscheidend dafür war die Reichhaltigkeit der Waldstrukturen, insbesondere das Vorkommen der Lebensraumtypen „Auewald mit Erle, Esche, Weide“ sowie „Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald“ und das Vorkommen besonders geschützter Tierarten wie Hirschkäfer, Heldbock und Bechsteinfledermaus. Nicht zuletzt das Vorkommen des seltenen Mittelspechtes war es, was das Land Baden-Württemberg dazu veranlasste, den Mooswald auch als europäisches Vogelschutzgebiet zu melden. Insgesamt sieben Naturschutzgebiete im Mooswald (Breisgauer Bucht) mit einer Fläche von 450 ha verweisen auf Kleinode und Juwelen an Arten, die diese oft noch geheimnisvollen und undurchdringlichen Wälder bis heute bewahrt haben.
Eine ideale Möglichkeit zum Kennen- und Schätzenlernen von pflanzlichen und tierischen „Mooswaldbewohnern“ bieten unsere Exkursionen am Tag der Artenvielfalt. Bei den angebotenen Exkursionen haben Groß und Klein die Chance, auf „ökologische Schatzsuche“ zu gehen. Sei es in der Dunkelheit, die “lautlosen Jäger der Nacht“ mit Fledermausexperten kennen zu lernen oder schon früh morgens dem Trällern und Zwitschern von Ammer bis Zilpzalp zu lauschen. Wer Lust hat zu erforschen, was in den Baumkronen lebt, kann dies mit Kletterhilfen, gesichert von Kletterspezialisten tun. Wer im Nassen fischen oder den sogenannten Wasserfloh näher bestimmen will, kann seine Beute mit Lupe im Ökomobil erforschen. Aber nicht nur die Tiere des Mooswaldes, sondern das grüne Ambiente “Mooswald“ mit seiner mannigfaltigen und interessanten Pflanzenwelt kann erkundet werden. Beispielsweise wird die forstliche Nutzung am Beispiel der Eichenbewirtschaftung von Mooswaldexperten vorgestellt und erfahrbar gemacht.
Insgesamt kann mit Spannung erwartet werden, wie viele Tier- und Pflanzenarten im Rahmen des GEO-Tages der Artenvielfalt innerhalb von 24 Stunden in den vier Gebieten in der Region Freiburg entdeckt und registriert werden. Dies wird dann auf der Abschlussveranstaltung am Samstag, 12.6. auf dem Freiburger Rathausplatz bekannt gegeben und kann in der September-Ausgabe des Magazins GEO nachgelesen werden. Denn GEO wird in diesem Jahr ausführlich und exklusiv über den GEO-Tag in der Region Freiburg berichten.
Kostenfreies Exkursionsprogramm im Gebiet Mooswald
Adressen:
Tier-Natur-Erlebnispark Mundenhof,
Mundenhof 37, 79111 Freiburg, Tel.: 0761-201-6580,
E-Mail: mundenhof@stadt.freiburg.de,
www.freiburg.de/servlet/PB/menu/1141247_l1/index.html
Ökomobil am Parkplatz am kleinen Opfinger See,
VAG Buslinie 32, Haltestelle „Kleingärten“
Samstag, 12. Juni 2010:
Exkursionsangebote im Gebiet Mooswald
8:00 - 9:30 Uhr:
Start am Mundenhof: "Vogelstimmenwanderung",
Josef Ruf
(Fachschaft für Ornithologie Südl. Oberrhein im NABU):
Wanderung zum Ökomobil
9:00-11:30 Uhr:
"Vegetation im Mooswald",
Herr Bammert (BUND Gottenheim): Start/Ziel: Ökomobil
10:00-12:00 Uhr:
Start: Mundenhof "Alles was da kreucht und fleucht" (Familienexkursion),
Gisela Friedrich: (NAJU),
Ziel: Ökomobil
11:00-13:00 Uhr:
Start am Ökomobil:
"Mit dem Förster unterwegs - Nachhaltige Eichenbewirtschaftung im Einklang mit der Natur",
Markus Müller (Forstamt):
Ziel ist das Ökomobil
12:00-14:00 Uhr:
Start und Ziel am Ökomobil
"Alt- und Totholz voller Leben:
Käfer und andere Insekten"
Frank Baum (FREAK)
12:00 - 14:00 Uhr:
am Parkplatz kleiner Opfinger See:
"Schnupperklettern in die untere Baumkronen(fauna)"
Carsten Brinckmeier (Wipfelpfade)und Jürgen Ruopp (The Elements)
13:00-14:30 Uhr:
Parkplatz kleiner Opfinger See:
"Wassertiere im Bach und See
für alle Alterstufen",
Monika Borodtko-Schmidt (Bachpaten Freiburg)
13:30-15:30 Uhr:
Start und Ziel am Ökomobil:
"Natur entdecken für Groß und Klein",
Frank Hohlfeld
14:00-16:00 Uhr:
Start und Ziel am Ökomobil:
"Die Geheimnisse der Pflanzen, wer lebt mit wem?"
für Familien und Kinder,
Gisela Maass.
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Die Schwarze Teufelskralle
Die Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum) ist eine von wenigen rein mitteleuropäischen Pflanzenarten. Ihr Vorkommen erstreckt sich von den Ardennen über die deutschen Mittelgebirge bis nach Österreich. In der Schweiz fehlt die Schwarze Teufelskralle, doch kommen in den Alpen verwandte Arten vor. Bei uns ist die Pflanze vor allem auf Buntsandstein im Odenwald und Schwarzwald sowie auf Keuper im Schwäbischen Wald zu finden. Typische Standorte sind magere ein- bis zweimal jährlich gemähte Rotschwingel-Bergwiesen, oft in halbschattigen Bereichen an Waldrändern und unter Einzelbäumen, beziehungsweise in nordexponierter Lage.
Die Vorkommen im Freiburger Mooswald und einigen weiteren Standorten in der Oberrheinebene weichen stark davon ab. Hier trifft man die Schwarze Teufelskralle in frischen Laubwäldern mit einer artenreichen Krautschicht an, etwa in Vergesellschaftung von Zwiebeltragender Zahnwurz (Cardamine bulbifera), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) und Berg-Ehrenpreis (Veronica montana).
Der Bogenförmige Halsbock
Der Bogenförmige Halsbock (Leptura arcuata) ist eine in Deutschland gefährdete Käferart und gehört zu den Besonderheiten des Mooswaldes. Seinen Namen verdankt er dem gelben bogenförmigen Fleck auf der Flügelbasis. Beim Männchen sind die Fühler ganz schwarz, beim abgebildeten Weibchen zur Spitze hin hellbraun. Die Käfer halten sich gerne auf blühenden Doldenblütlern an sonnigen Waldwegen auf. Ihre Larven leben vornehmlich in liegenden Stämmen und dicken Ästen von Erlen. Durch die starke Grundwasserabsenkung im Bereich des gesamten Mooswaldes sind erlenreiche Waldbestände selten geworden. Deshalb ist die langfristige Erhaltung des schönen Bockkäfers in der Region nicht gesichert.
(Presseinfo: Dr. Diana Pretzell, Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald Geschäftsstelle PLENUM Naturgarten Kaiserstuhl vom 25.05.2010)
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11./12. Juni: GEO-Tag der Artenvielfalt: Gebietsbeschreibung Mooswald - Die Schwarze Teufelskralle +++ Der Bogenförmige Halsbock
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