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20. Oktober, 17 Uhr: Bach-Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis" und Haydns Nelsonmesse - Konzert der Freiburger Kantorei in der Ludwigskirche in Freiburg-Herdern

Johann Sebastian Bach: Kantate Ich hatte viel Bekümmernis BWV 21
Joseph Haydn: Missa in Angustiis (Nelsonmesse)
Am Sonntag, den 20. Oktober 2019 um 17 Uhr führt die Freiburger Kantorei in der Ludwigskirche, Freiburg-Herdern Johann Sebastian Bachs Kantate 21 Ich hatte viel Bekümmernis und Joseph Haydns Nelsonmesse auf.

Mitwirkende:
Marlene Esser, Sopran
Julia Hilpert, Alt
Maximilian Vogler, Tenor
Mateo Peñaloza Cecconi, Bass
Freiburger Kantorei und ihr Orchester
Ina Stoertzenbach, Leitung

Karten zu 18/15 € (je 3 € Ermäßigung) an allen VVK-Stellen (BZ-Kartenservice, www.reservix.de und dem Evangelischen Bezirkskantorat (kantorat.freiburg@kbz.ekiba.de) oder an der Abendkasse.
weitere Informationen:

Der Chor:
Freiburger Kantorei
Die Freiburger Kantorei ist der Oratorienchor der Pfarrgemeinde Nord an der Ludwigskirche in Herdern. Der aus ca. 80 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor führt in der Regel jährlich zwei größere oratorische Werke auf, singt regelmäßig in Gottesdiensten in der evangelischen Ludwigskirche und freut sich immer über neue Mitsänger.

Die musikalische Leitung:
Ina Stoertzenbach leitet die Freiburger Kantorei seit Januar 2019. Sie studiert Schul- und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik Freiburg (u.a. bei Prof. Frank Markowitsch und Prof. Matthias Maierhofer). Weitere Anregungen erhielt sie u.a. durch Martin Schmeding, Ulrich Windfuhr und Daniel Roth. Von Oktober 2017 bis September 2018 war sie musikalische Assistentin beim Akademischen Chor und Orchester der Universität Stuttgart. 2016/17 erhielt sie das Frauen-Förder-Stipendium der HfM Freiburg sowie 2018/19 das Deutschlandstipendium.

Die Werke:
IN ANGUSTIIS: Johann Sebastian Bach Kantate Ich hatte viel Bekümmernis und Joseph Haydn Nelsonmesse
In Angustiis bedeutet übersetzt: in Bedrängnis, in einer Notlage.
Die Dramatik einer solchen Situation ist eindrucksvoll vertont sowohl in Bachs Kantate Nr. 21 Ich hatte viel Bekümmernis als auch in Haydns Nelson-Messe.

Beide Komponisten haben ihre Werke sogar mit diesem „Motto“ betitelt. Haydn, indem er diese Missa in d in seinem eigenen Entwurfkatalog mit dem Titel Missa in Angustiis bezeichnete. Bach, indem er schon im ersten Chor die Wandlung von der Bedrängnis zur Erlösung vorzeichnet. Dies wirkt wie eine Überschrift für die ganze Kantate.

Was die Gründe für den dramatischen Duktus beider Werke sein könnte, ist nicht geklärt. Bei der Missa in Angustiis sind vermutlich die Kriegswirren zur Entstehungszeit (Uraufführung am 23. September 1798 in Eisenstadt) dafür verantwortlich. Schon mit seiner Missa in tempore belli („Messe in Zeiten des Krieges“) soll er darauf Bezug genommen haben. Laut eines anonymen Berichtes vom Juli 1800 soll Haydn während seiner Arbeit am Benedictus die Nachricht vom Sieg des Admirals Horatio Nelson über die französische Flotte bei Abukir erhalten und daher die Trompetenfanfaren komponiert haben. In Wirklichkeit dürfte ihn diese Nachricht aber erst zwei Wochen später erreicht haben. Dass die Messe vor allem als „Nelson-Messe“ bekannt geworden ist, könnte mit einer Aufführung beim Besuch des Englischen Admirals in Eisenstadt im September 1800 zusammenhängen.

Die Entstehung von Bachs Kantate Ich hatte viel Bekümmernis ist ungeklärt. Der Text wird dem Weimarer Kantatendichter Salomon Franck zugeschrieben. Aufführungsmaterial ist von mindestens drei Aufführungen erhalten: in Weimar, Köthen und Leipzig. Die Weimarer Fassung komponierte er für den 3. Sonntag nach Trinitatis im Jahre 1714. Der Kantatentext hat allerdings wenig Bezug zu Predigt und Evangelium des Hauptgottesdienstes. Daher wird vermutet, dass besondere Umstände für die Text- und Satzzusammenstellung und die ungewöhnlich große Anlage der Kantate vorlagen. Ein Anlass könnte im Juni 1714 der bevorstehende Abschied des schwer erkrankten jugendlichen Prinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar gewesen sein, der auch ein Schüler Bachs war. Er brach kurz darauf zu einem Kuraufenthalt auf, von dem er aber nicht mehr zurückkehrte.
Die Botschaft der Kantate könnte in dieser bedrückenden Situation Trost gespendet haben.

Auf die Sinfonia, eine Klagemusik, die hoch expressiv schon auf das Kommende hinweist, und auf die „Überschrift“ des ersten Chores mit Worten aus dem 94. Psalm folgt die erste Arie. Hier intensivieren Oboe und Sopran den Affekt der Trostlosigkeit und klagen um die Wette. Darauf antwortet der Tenor mit einem Rezitativ, einem verzweifelten Klagegebet, das eine neue Ebene eröffnet: Die „Bäche von gesalznen Zähren“ vertont Bach in der Tenorarie sehr bildhaft. Wie in einem Seesturm ist die Seele gefangen und glaubt, von Gott vergessen zu sein.
„Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ Dieses Bibelwort lässt die Seele innehalten und sich selbst kritisch beobachten. Eindrucksvoll ist hier hörbar, wie sich die musikalische Unruhe plötzlich auflöst und in eine strenge Permutationsfuge mündet.

Plötzlich erscheint eine neue Stimme: Das Duett zwischen Sopran (Seele) und Bass (Jesus) entwickelt sich mehr und mehr zu einem Turteln miteinander.

Nach dem Duett könnte die Kantate eigentlich zu Ende sein, die Wendung zum Glück ist vollzogen. Doch solange die Seele auf Erden weilt, bleibt sie Gott fern. Die Erinnerung an die Begegnung mit Jesus bleibt bestehen.

„Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr tut dir Guts.“
Ein weiteres Bibelwort wird in einem kunstvollen imitatorischen Geflecht durchsetzt mit zwei Strophen des Chorals: Wer nur den lieben Gott lässt walten (Georg Neumark), vorgetragen zunächst vom Tenor, dann vom Sopran.

Die Dankbarkeit und Freude steigern sich nunmehr in Tanz, und aus dem „Weinen“ wird „Wein“, der gleichzeitig auch als Symbol für das Abendmahl steht. Mit dem Schlusschor öffnet sich letztendlich die Perspektive vom Persönlichen ins Kosmische: Von der Bekümmernis wendet sich die Kantate zur Freude, welche uns eine Vorahnung des Reiches Gottes gibt.

Nahezu 14 Jahre lang hatte Joseph Haydn keine Messe mehr geschrieben. Nach seiner Mariazellermesse von 1782 folgte erst 1786 die Missa in tempore belli. Warum?Kaiser Joseph II. ordnete umfassende Gottesdienstreformen an, die die Kirchenmusik stark einschränkten. Nur noch in wenigen Gottesdiensten war orchesterbegleitete Kirchenmusik gestattet, die Zahl der Kompositionsaufträge für sakrale Werke ging also immer weiter zurück. Außerdem starb 1790 der Fürst Nikolaus von Esterházy, an dessen Hof Haydn angestellt war. Als sein
Nachfolger die ganze Hofmusik entließ, setzte Haydn seine Karriere in Wien und London fort. Hier arbeitete er an seinem sinfonischen Stil, an Ausdruckstiefe und Individualität seiner einzelnen Werke. Schließlich wandte er sich für seinen Lebensabend wieder nach Wien, wo er im Auftrag des Fürsten Nikolaus II von Esterházy sechs Messen schrieb. Die Missa in Angustiis entstand als dritte zwischen den beiden späten Oratorien Schöpfung und Jahreszeiten, also auf dem Höhepunkt von Haydns kompositorischem Schaffen.

Eindrucksvoll verbindet er hier seinen sinfonischen Spätstil mit den Traditionen der alt-österreichischen Barockmusik. Die Besetzung aus Streichern, Orgel, Pauke und 3 Trompeten ist ganz einfach darauf zurückzuführen, dass Esterházy „die Spieler der blasenden Instrumente verabschiedet hatte“. Die solistischen Partien der Orgel sollen diese ersetzen.

Mit tiefen Trompetensignalen und breiten Orgelakkorden wird zu Beginn der Messe gleich eine Düsternis heraufgeschworen, die immer wieder von Einwürfen des Solosoprans aufgehellt wird. Im prächtigen Gloria klingt noch der Tonfall des Oratoriums Die Schöpfung nach, welches wenige Monate vorher aufgeführt wurde. Der schleppende Puls des Qui tollis lässt die Schwere der Sünden der Welt hörbar werden. Nach dem Quoniam mit der traditionellen Chorfuge über „Cum Sancto Spiritu“ schließt sich das Credo an: Ein strenger Quintkanon zwischen Sopran/Tenor und Alt/Bass, der von schnellen Achteln der Streicher umspielt wird.

Das liedhafte Et incarnatus ist beispielhaft für die ganze Messe: Die Grenzen zwischen Solopartien und Tuttichören verschmelzen immer weiter zu einem Ganzen. Der lebhaften Auferstehung (Et resurrexit) und den gewichtigen „Heilig“-Rufen im Sanctus folgt das dramatische Benedictus mit düsteren Trompetensignalen. Das kompositorische Problem des Schlussteils Agnus Dei löst Haydn genial: Einem innigen Erbarmungsgebet der Solisten folgt eine prächtige Schlussfuge über Dona nobis pacem. Immer wieder unterbrechen a cappella gesungene Friedensbitten den dichten Satz, der schließlich in einem rauschenden Finale endet.

(Info: Johannes Binder, 1.10.2019)

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