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Ortenaukreis - Offenburg

6. Nov 2018 - 18:05 Uhr

„Gesamtstrategie Zuwanderung“: Ortenaukreis bringt Integration weiter voran - Viel Lob des Kreistags für landesweit einzigartiges Konzept mit zahlreichen Maßnahmen

Gesamtstrategie Zuwanderung Übergabe IM: Im Dezember 2016 nahm Innenminister Thomas Strobl (l.) die „Gesamtstrategie Zuwanderung“ des Ortenaukreises aus den Händen von Landrat Frank Scherer (r.) entgegen (Nachweis: Innenministerium).
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Der Kreistag des Ortenaukreises hat die Fortschreibung der „Gesamtstrategie Zuwanderung“ in seiner Sitzung heute Nachmittag, 6. November, einstimmig beschlossen. Für die bisher im Rahmen des landesweit einzigartigen Konzepts umgesetzten und angestoßenen Maßnahmen gab es viel Lob vonseiten der Fraktionen. Zudem sprach sich der Kreistag dafür aus, die Fortschreibung um drei wesentliche Projekte im Bereich der Erwerbsintegration durch Arbeitsgelegenheiten, des Angebots offener Familien- und Begegnungstreffs sowie eines Ausbildungsprogramms für Zuwanderer am Ortenau Klinikum zu ergänzen und diese mit den notwendigen Mitteln zu fördern.

Um die zugewanderten Menschen bestmöglich zu integrieren, hatte Landrat Frank Scherer bereits zu Beginn der Flüchtlingswelle, im Herbst 2015, die Erarbeitung des fachübergreifenden Strategiepapiers initiiert. In die Konzeptionierung bezog der Ortenaukreis die Städte und Gemeinden, weitere Verwaltungen und Institutionen im Kreis ebenso wie ehrenamtliche Flüchtlingshelfer mit ein. Der fast 100 Seiten umfassenden Gesamtstrategie mit über 60 Projekten und Maßnahmen in den verschiedensten Lebensbereichen stimmte der Kreistag im November 2016 zu. Aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen, unvorhersehbarer Entwicklungen und zur Kontrolle der Projektumsetzung war von Anfang an vorgesehen, die Gesamtstrategie sukzessive fortzuschreiben.

„Die Integration der zu uns gekommenen Menschen war und ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. Deswegen sind wir diese Herausforderung im Ortenaukreis gesamthaft und strategisch angegangen“, so Landrat Scherer. „Mit der Fortschreibung, die wir weiterhin in engem Zusammenspiel mit allen Partnern in Politik, Verwaltung und dem Ehrenamt abstimmen, können wir der Dynamik in diesem Bereich gerecht werden“. Tatsächlich haben sich die Arbeitsschwerpunkte, insbesondere auch aufgrund des abrupten Rückgangs der Flüchtlingszahlen, verschoben, erläuterte der Landrat. Sei zunächst die Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften des Kreises im Mittelpunkt gestanden, so seien es mittlerweile die nachhaltige Integrationsarbeit und die Anschlussunterbringung.

Die Fortschreibung der „Gesamtstrategie Zuwanderung“ geht auf den Status quo der bereits durchgeführten und gestarteten Projekte in den verschiedenen die Zuwanderung betreffenden Querschnitts- und Fachbereichen ein und zeigt auch weitere Handlungsbedarfe auf. Sie umfasst wie die Gesamtstrategie selbst als Handlungsfelder die Unterbringung und Weiterverteilung von Flüchtlingen, die Arbeit der gesamten Kreisverwaltung, den Bereich Soziales und Jugendhilfe, die Integration durch Sprache, Bildung und Kultur, die Integration durch Arbeit sowie die Medizinische Versorgung.

Wie von den zuständigen Ausschüssen empfohlen, stimmte das Gremium auch drei weiteren Projekten zu, die die Fortschreibung ergänzen: So unterstützt der Kreistag das Projekt „AGH – Maßnahmen (Arbeitsgelegenheit) für Flüchtlinge“ und ruft die kreisangehörigen Kommunen sowie gemeinnützigen Träger auf, zusätzliche geeignete Tätigkeiten für Arbeitsgelegenheiten bereitzustellen.

Außerdem sollen die Offenen Treffs zur Integration von Zuwandererfamilien im Ortenaukreis zunächst bis zum Ende des Geltungszeitraums des nächsten Doppelhaushalts gefördert werden. Die dafür notwendigen Mittel in Höhe von jeweils 50.000 Euro für die Jahre 2019 und 2020 werden im Doppelhaushalt bereitgestellt.

Auch für das „Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund am Ortenau Klinikum“ (ProMO), das Flüchtlingen eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe ermöglicht, sollen für diese beiden Jahre je 50.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.



Hintergrundinformation: Umgesetzte Maßnahmen im Rahmen der „Gesamtstrategie Zuwanderung“ (Auszug)

• Intensivierte ämter- und dezernatsübergreifende Zusammenarbeit in einer Lenkungsgruppe

• Erhöhung der Auslastung in der Vorläufigen Unterbringung auf 70 Prozent bis Jahresende 2018

• Anpassung der Wohnflächen von zuvor durchschnittlich 4,5 Quadratmeter auf sieben Quadratmeter

• Berücksichtigung sozialer Vorbelastungen und der sozialen Ausgewogenheit bei der Weiterverteilung der Menschen in die Anschlussunterbringung

• Erstellung eines Sicherheitskonzepts in Zusammenarbeit mit der Polizei

• Einführung einer Rückkehrberatungsstelle in Kooperation mit dem DRK Freiburg zum 01.09.2018

• Soziale Betreuung durch das Landratsamt mit einem durchschnittlichen Betreuungsschlüssel von 1:110

• Einrichtung einer Anlauf-, Beratungs- und Koordinationsstelle für Ehrenamtliche durch eine Integrationsbeauftragte sowie eine weitere Kraft und Pflege/Aufbau des kreisweiten „Kommunalen Netzwerkes Integration“

• Anbindung größerer Gemeinschaftsunterkünfte über den ÖPNV oder Einzelvertragsfahrten zu Schulen sowie Schülerbeförderung für Kinder mit sozialpädagogischem Förderbedarf

• Dezentrale Unterbringungsstrategie für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) in stationären und betreuten Gruppen zur Beschleunigung der Integration und Minimierung von Konflikten

• Kooperation der Jugendhilfe mit Organisationen und Institutionen des Migrationsbereichs zur Wahrnehmung der Aufgaben der Jugendhilfe

• Dezentrale und flächendeckende VABO-Klassen („Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse“), die Erhöhung der Beschulungskapazitäten im Bereich VABO sowie die Einrichtung von VABO-Klassen für Analphabeten

• Einsatz von Bildungskoordinatoren zur Schaffung von Transparenz und zur Vernetzung von Bildungsangeboten für Zuwanderer mit Bundesförderung

• Ausbau der Bildungsangebote für Zuwanderer (Deutschkurse) sowie Entwicklung von Kursangeboten für ehrenamtliche Helfer durch die VHS

• Sonderausstellung des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof zum Thema „Heimat“ und Angebot spezieller Führungen und Programme für Zuwanderer

• Einrichtung eines gemeinsamen „Zentrums zur beruflichen Integration von Flüchtlingen (ZIF)“ der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis und der Agentur für Arbeit

• Sicherstellung der medizinischen Vorsorge sowie Impfvorsorge durch zusätzliche, vom Land finanzierte medizinische Fachangestellte



Hintergrundinformation: Die Gesamtstrategie Zuwanderung in voller Länge

Die „Gesamtstrategie Zuwanderung“ steht Bürgern und Interessierten auf der Internetseite des Ortenaukreises unter www.ortenaukreis.de im Bereich des Migrationsamts bzw. unter dem Suchbegriff „Gesamtstrategie Zuwanderung“ zur Verfügung.

>>> Fortschreibung der „Gesamtstrategie Zuwanderung“

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