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Überregional - Stuttgart

9. Jul 2019 - 18:27 Uhr
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Unterrichtsausfall: Jeden Tag werden tausende Kinder früher nach Hause geschickt - Vorfahrt für die Bahn, aber nicht für Kinder - GEW: Vertretungsreserve nicht nur für Lokführer, auch für Lehrkräfte!

Warum ist die Landesregierung innerhalb weniger Wochen in der Lage, eine Vertretungsreserve für Lokführer zu schaffen, während die Schulen
seit sechs Jahren auf den dringend nötigen Ausbau der Vertretungsreserve warten. Jeden Tag werden tausende Schülerinnen und Schüler wegen Unterrichtsausfall früher nach Hause geschickt. Wenn die Regierung Kretschmann es schafft, bis zum 1. Oktober die Lokführer-Vertretungsreserve an den Start zu bringen, erwarten wir zum Schuljahresbeginn am 14. September auch eine Aufstockung an den Schulen. Es sind genug ausgebildete Gymnasiallehrkräfte auf dem Arbeitsmarkt, die sofort eingestellt werden können“, sagte heute (09.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In der ständigen Lehrerreserve sind 1.666 Stellen, gleichzeitig gibt es pro
Schuljahr wohl 6.000 – 7.000 Lehrkräfte, die längere Zeit ausfallen, die
meisten aufgrund von Mutterschutz und Elternzeit. Grüne und SPD hatten sich 2011 auf einen Ausbauplan geeinigt und wollten jährlich die Lehrerreserve um 200 Stellen ausbauen. Der Ausbauplan wurde nach zwei Jahren wieder eingestellt, obwohl die Zahl der Ausfälle weiter steigt. „Was spricht dagegen, diesen Ausbauplan sofort wieder aufzunehmen? Seitdem ist die Zahl der jungen Lehrkräfte, die Kinder bekommen, weiter gewachsen und die Zahl der Ausfälle steigt kontinuierlich. Wir wollen Vorfahrt für die Bahn und für die Kinder und Jugendlichen“, sagte Moritz.

Die Bildungsgewerkschaft weist daraufhin, dass die Stichprobe zum
Unterrichtsausfall nur die „Spitze des Eisbergs“ ist. „Wir haben zum
Beispiel die verlässliche Grundschule. In der Statistik stehen 1,4 Prozent
Ausfall für die Klassen 1-4, aber in der Realität werden Klassen
zusammengelegt und regulärer Unterricht kann nicht stattfinden. Es wird auch nicht erfasst, wenn Schulen bereits zu Beginn des Schuljahres
Pflichtunterricht kürzen oder für die gestiegenen Herausforderungen und
Aufgaben zu wenige Lehrkräfte in den Klassenzimmern stehen“, sagte Moritz.

In Schularten, in denen kein Lehrermangel herrscht, könnte die
Vertretungsreserve sofort ausgebaut werden. Mit den Gymnasien sollte
begonnen werden, im September 2018 haben 2.000 Gymnasiallehrkräfte keine Stelle bekommen. Dieses Jahr werden wieder viele Bewerber nicht eingestellt werden. "Wie kann die Landesregierung bei 6,5 Prozent Unterrichtsausfall an Gymnasien hier tatenlos zusehen? Auch die befristet Beschäftigten würden länger bei der Stange bleiben, wenn ihre Verträge entfristet werden. Die Erhebungen zum Unterrichtsausfall kann sich die Kultusministerin auch sparen, wenn die Schulen bereits zum Beginn des Schuljahres mangelhaft ausgestattet werden und die erhobenen Zahlen folgenlos bleiben“, sagte Moritz.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

(Info: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg, 9.7.2019)


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