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Ortenaukreis - Neuried-Altenheim

12. Oct 2019 - 18:14 Uhr Fritz Keller (Weingut Franz Keller):
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Erster Badischer Architekturpreis: Bilder, Stimmen und Ergebnisse - „Der Sieger des Badischen Architekturpreises ist die Architektur!“

„Der Sieger des Badischen Architekturpreises ist die Architektur!“ Initiator Jürgen Grossmann und Schirmherr Frank Scherer ziehen nach der Verleihung des ersten Badischen Architekturpreises (Badap) eine durchweg positive Bilanz. In jeder Hinsicht habe der Preis die Erwartungen aller Beteiligten übertroffen, sagte er im Anschluss. Bei der
feierlichen Preisvergabe im Europäischen Forum am Rhein (EFR) feierten mehr als 330 Gäste gestern Abend (Freitag, 11. Oktober) die Gewinner, darunter DFB-Präsident Fritz Keller als Bauherr seines Weinguts am Kaiserstuhl sowie die Star-Architekten Philippe Starck und Marc Mimram.

Die Gewinner des Abends:
• Als Gewinner in der Kategorie Industrie- und Gewerbebau setzte sich der Neubau des Weinguts Keller in Vogtsburg-Oberbergen nach einem Entwurf der Architekten Geis & Brantner durch.
• Die meisten Stimmen in der Kategorie Interior Design erhielt das Vinotorium der Oberkircher Winzer e.G. des Planungbüros Echomar.
• In der Kategorie Öffentliche Gebäude hat die Kita+ im Bürgerpark Lahr von se/arch Freie Architekten gewonnen.
• Spannend blieb bis zuletzt die Abstimmung in der Kategorie Privat. Am Ende siegte der Entwurf Appartementhaus Saderlacherweg in Waldshut aus der Feder von Dufner Architekten.
• Die Neugestaltung des zentralen Omnibusbahnhofs in Pforzheim nach dem Entwurf von Metaraum erhielt in der Kategorie Ingenieurbauwerke die meisten Stimmen.
• Anne-Caterine Greiner hat den Nachwuchspreis gewonnen – Ihr Entwurf schafft Wohnraum für Saisonarbeiter und wurde von der Jury direkt vergeben.
• Auch den Sonderpreis für grenzüberschreitende deutsch-französische Architektur vergab die Jury direkt. Preisträger ist die Passerelle des Deux Rive von Architekt Marc Mimram. Der Architekt war persönlich aus Paris angereist, um den Preis in Empfang zu nehmen.
• Prof. Dr. Hubert Burda hat den Ehrenpreis für identitätsstiftende Architektur erhalten.
• Der Designer und Architekt Philippe Starck bedankte sich per Videobotschaft für seinen All Stars Award, den er für den Entwurf des Duravit Design Centers in Hornberg erhielt. Mit diesem Preis werden Internationale Stars der Architekturszene ausgezeichnet, deren Entwürfe im Südwesten Deutschlands außergewöhnliche Spuren hinterlassen haben.


Fakten zum Erfolg des ersten Badischen Architekturpreises:

• Der Badische Architekturpreis ist ein Preis von Menschen für Menschen, bei dem jeder Bürger Vorschläge machen und für die Finalisten abstimmen konnte.
Insgesamt haben 20.000 Menschen ein Voting abgegeben.
• Mehr als 240 Einreichungen gingen in den Kategorien Industrie/Gewerbebau, Öffentliche Bauten, Privathäuser/Wohnen, Interior Design und Ingenieurbauwerke ein.
• Namhafte Unterstützer, die von Anfang an von der Idee überzeugt gewesen sind, waren als Sponsoren dabei, unter anderen: USM, Duravit, Hansgrohe, Caparol, Freyler, Alsecco, Europapark Rust, team tietge, der Stadtanzeiger als Medienpartner und die Grossmann Group.
• Die hochkarätig besetzte Jury tagte unter dem Vorsitz von Dr. Fred Gresens, dem Vorsitzenden der Architektenkammer Baden-Würtemberg in Freiburg.
• Die Jury im Einzelnen: Schirmherr Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, Hadi Teherani, weltbekannter Architekt, Designer und Inhaber von Hadi Teherani Architects, Silvia Olp, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Architecture, Engineering and Design und Head of Communication beim Stuttgarter Designstudio Phoenix Design, Claude Denu, Inhaber eines der größten französischen Architekturbüros in Frankreich mit Sitz in Straßburg, Astrid Piber in Vertretung von Ben van Berkel, Partnerin im UNStudio Amsterdam und verantwortlich für zahlreiche Projekte in Europa, China, Singapur und Südkorea, Prof. Dr. Stephan Engelsmann, Präsident der Ingenieurkammer Baden-
Württemberg, Barbara Friedrich, Chefredakteurin, Design- und Architekturjournalistin, Markus Löffelhardt, Publizist und Fotograf.


Stimmen zur Verleihung des Badap

Schirmherr Frank Scherer (Landrat des Ortenaukreises):
„Architektur gestaltet die Gesichtszüge unserer Landschaft.“
„Der badische Architekturpreis ist eine tolle Idee von Jürgen Grossmann gewesen, die ins Schwarze getroffen hat. Er hat damit eine Nische für eine Preisverleihung gefunden, die der Region wirklich gut tut. Mit ihr wird beispielhafte, gute Architektur auf eine Plattform gehoben von der aus sie für gute Baukultur sensibiliert. Architektur gestaltet
die Gesichtszüge unserer Landschaft.“
„Das Europäische Forum ist super geworden, trotz des langen Genehmigungsprozesses.
Es geht eben, wenn man kreative Partner hat, und jetzt ist es ein auch kultureller Leuchtturm, der hier, gerade auch mit dem Eurodistrikt Theater Baden Alsace perfekt platziert ist.“

Dr. Fred Gresens (Vorsitzender der Jury):
„Im Badischen gibt es viele ‚Macher ‘ und das merkt man auch in der Architektur.“
„Von der Architekturrichtung und vom Stil her weist die badische Architektur keine spezifischen Merkmale auf, aber die badische Architektursprache zeichnet sich durch eine große Offenheit aus, weil wir hier in einem trinationalen Raum leben, und die Einflüsse aus Frankreich und der Schweiz sehr gut erkennbar sind. Zum zweiten haben wir eine große Tradition, insbesondere beispielsweise im Holzbau oder in der Handwerkskunst, die hier sehr gut angesehen ist. Und schließlich wird unser gesamtes Gebiet durch den Mittelstand geprägt. Das sind eigentlich hier so ‚Macher-Leute‘, und das merkt man auch in der Architektur“.

Fritz Keller (Weingut Franz Keller):
„Mit Architektur gibt man ein Statement über ein ganzes Leben hinaus ab. Ich bin ein Mensch, der in Generationen denkt: Was wir heute bauen, muss für unsere Enkel noch gut sein.“
„Architektur ist Leben für die Menschen, die drinnen leben und arbeiten, aber auch für die, die dran vorbeigehen: form follows function. Auch beim Bau unseres Weinguts ging es zuerst mal darum, wie man besseren Wein machen kann. Wir haben nach den Abläufen die Raumplanung gemacht und einen Wettbewerb ausgeschrieben. Die Mehrfachbeauftragung hat uns enorm weitergebracht, weil da viele neue Ideen kommen.
Der beste Vorschlag war dann der, der auch die Terassenlandschaft des Naturschutzgebietes einbezogen hat. Dies ist zugleich eine Verneigung vor der Geschichte der Landschaft, die bis in die Römerzeit zurückgeht, und ein Blick in die Zukunft.“
„Die Verleihung des Preises ist ein Dankeschön an die Architekten und an das ganze Bauteam sowie an meine Mitarbeiter, die von Anfang das Projekt mit entwickelt haben.
Wir haben ein sehr funktionales und ästhetisches Gebäude, und jetzt haben wir ein ausgezeichnetes Gebäude. Wenn wir damit ein Beispiel geben dürfen für Landschaftsarchitektur, dann finde ich das großartig. Ich freue mich sehr darüber.“

Wolfgang G. Müller (Oberbürgermeister von Lahr):
„Der badische Architekturpreis ist noch einmal eine weitere Lampe, die wir anzünden können, um unsere Region ins rechte Licht zurücken.“
„Wir arbeiten daran, dass die Ortenau und die Rheinebene andernorts mehr aufscheint, etwa in Stuttgart oder auch in Berlin. Es gibt viele kleine Mosaiksteine, die bewirken, dass man sagt: ‚Hoppla, da ist eine Region, wo es besonders helle Köpfe gibt‘.
In diesem Kontext sehe ich auch den Badischen Architekturpreis. “
„Fast so froh wie der Preis selbst macht mich, dass wir hier mit zwei Projekten nominiert waren, neben der ausgezeichneten Kita+ im Bürgerpark mit der Tonofenfabrik, unserem stadtgeschichtlichen Museum. Beim Besuch der Kita ist mir mehrfach bewusst geworden, dass wir mit Fug und Recht nominiert waren und jetzt auch ausgezeichnet
worden sind.“

Hadi Teherani (Architekt und Mitglied der Jury): „Egal was, man macht und wie man es macht – hauptsache, man beschäftigt sich mit Architektur, und je mehr Menschen angesprochen werden, um so besser. Das ist das, was mich am Badischen Architekturpreis absolut überzeugt.“

Marc Mimram (Architekt und Sieger): „Ich schon habe viele Brücken gebaut, aber diese Brücke hat eine besondere Bedeutung, denn sie überwindet eine Grenze, die früher einmal sehr schwierig war. Ein Glück sind die Zeiten besser, aber wir müssen uns an die Geschichte Zeit erinnern. Es gefällt mir, dass sie die beiden Länder Deutschland und Frankreich verbindet und sich den Menschen von beiden Seiten in der Mitte begegnen können – auch deshalb hat dieser Preis eine besondere Bedeutung für mich.“


Der Badische Architekturpreis (Badap)

Der Kehler Architekt und Projektentwickler Jürgen Grossmann hat mit dem Badischen Architekturpreis (Badap) einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der mit üblichen Herangehensweisen bricht. Zum einen werden eben nicht nur Architekten ausgezeichnet, sondern auch Ingenieure. Zum anderen kombiniert der Preis das Votum einer fachkompetenten Jury mit dem demokratischen Ansatz einer Online-Abstimmung.

Der Badap wird von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg begleitet und von namhaften Unternehmen aus der Branche gemeinsam getragen: Hansgrohe und Duravit sind mit an Bord, DAW und Alsecco, USM und Freyler, dazu mittelständische Familienunternehmen wie beispielsweise Hermann Uhl, Wacker Objekt, Werner Wohnbau oder das Betonwerk Bürkle. Die Schirmherrschaft für die Initiative hat der Landrat des Ortenaukreises übernommen, Frank Scherer. Ihm hat die Idee, „baukulturelle Leistungen in Baden auf Basis einer demokratischen und nachvollziehbaren Entscheidungsfindung zu fördern, würdigen und so das Bewusstsein für die gebaute Umwelt zu stärken“ von Anfang an gefallen.

Das Showprogramm mit Showacts aus dem Europapark

Tanzperformance Géometrie Variable aus Frankreich Akrobatikgruppe Duo Alansia aus der Ukraine
Ensemble Jonglissimo aus Österreich
Moderation: Markus Knoll
Technik und Bühnenbild: Maik Förster, Stage Concept
Regie und Veranstaltungsplanung: Anja Bürkle
Idee und Konzept: team tietge
BADISCHER ARCHITEKTURPREIS


Europäisches Forum am Rhein (EFR)

Das Europäische Forum am Rhein (EFR) in Neuried ist ein Leuchtturmprojekt des Architekten und Investors Jürgen Grossmann. Mehr als zehn Jahre hat er sich dafür eingesetzt, dass vor der Pierre-Pflimlin-Brücke am deutschen Rheinufer ein Gebäude entsteht, das diesem außergewöhnlichen Standort gerecht wird. Es beherbergt das
Eurodistrict-Theater Baden-Alsace, verschiedene Gastronomiebetriebe, Einzelhandels- und Büroflächen sowie Ateliers und Ausstellungsräume.

Weit mehr als 100 Arbeitsplätze sind hierdurch in der Gemeinde Neuried neu entstanden. Das EFR steht für spektakuläre Architektur und ökologische Lösungen. Die Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge werden mit hauseigenem Solarstrom versorgt, die moderne Haustechnik entspricht höchsten Anforderungen an Energieeffizienz und Komfort. Die
Wasserversorgung erfolgt über zwei hauseigene Brunnen. Der Komplex setzt an der deutsch-französischen Grenze ein Zeichen der interkulturellen Zusammenarbeit. In das EFR sind rund 14 Millionen Euro investiert worden. „Es freut uns, dass wir großartige Partner gefunden haben. Gemeinsam wollen wir dieses Tor zur Ortenau gestalten und beleben“, freut sich der Investor. „Wir alle glauben daran, dass dieser Ort
das Potenzial hat, in den nächsten Jahren ein Treffpunkt von europäischem Format zu werden, der durchaus der Strahlkraft von Attraktionen wie etwa dem Mummelsee gleichkommt.“

***

DIE GEWINNER DES ERSTEN BADISCHEN ARCHITEKTURPREISES

Kategorie Industrie- und Gewerbebau:

Weingut Keller
Baujahr: 2013, Architekten: Geis & Brantner, Ort: Vogtsburg-Oberbergen
Projektbeschreibung: „Wir haben das Weingut in den Löss versenkt“, erläutern die Planer. Die entscheidenden Grundlagen des Entwurfs zum Neubau des Weinguts Franz Keller in Oberbergen am Kaiserstuhl waren die Verschmelzung von Gebäude und Natur bei optimaler Nutzung der Gravitation für die Weinbereitung. Im Einklang mit den Terrassen des
Kaiserstuhls verbindet sich das Gebäude mit der Landschaft. Mit dem Konzept der drei Ebenen, welche gegeneinander versetzt sind, scheint das Gebäude mit der Umgebung zu verschmelzen und greift so gleichzeitig die für den Kaiserstuhl typische Terrassenlandschaft auf. Der Übergang von Natur und Gebäude besticht durch seine Selbstverständlichkeit. So eingepasst in die einzigartige Kulturlandschaft bietet das Weingut gleichzeitig interessante Einblicke in die Produktionsabläufe und einen einzigartigen Panoramablick von der Terrasse des Weingutrestaurants.


Kategorie Interior Design:

Vinotorium der Oberkircher Winzer e.G.
Baujahr: 2017, Architekten: Echomar, Ort: Oberkirch
Projektbeschreibung: Über acht Meter unter der Erde ist diese „Kathedrale des Weins“ ein Mekka für Genuss, Erlebnis und Tradition. Beim Hereinkommen besticht der Duft von Hölzern, Erde und Wein. Das erste Augenmerk fällt auf die großzügige Thekenlösung in der Mitte des
Raums, die sich aber flexibel in eine normale Bestuhlung mit Platz für 72 Personen verwandeln kann. Ein weiterer Blickfang sind die Lehmwände und – weiter oben – die atemberaubende Deckenkonstruktion mit 55 Eichenlamellen aus dem Schwarzwald. Flach beginnend, erstreckt sich die Decke über das Spitztonnengewölbe und endet im Kreuzgratgewölbe.

Jeder Abschnitt steht für eine Station der Weine auf dem Weg zu ihrer vollendeten Reife. Das exklusive Detail spiegelt das Terroir wider, auf dem die hervorragenden Weine wachsen. Der Gast fühlt sich geborgen in dieser einzigartigen Umgebung.


Kategorie Öffentliche Gebäude:

Kita+ im Bürgerpark
Baujahr: 2018 Architekten: se\arch Freie Architekten, Ort: Lahr
Im neuen Bürgerpark in Lahr wurde eine fünfgruppige Kindertagesstätte realisiert. Zusammen mit Begegnungsräumen und einem Museumsbereich bilden sie die „Kita+“. Ziel war der Bau eines innovativen Gebäudes, das durch Architektur, Funktionalität, Wirtschaftlichkeit sowie Energieeffizienz gekennzeichnet ist, die Ansprüche einer modernen, pädagogischen Einrichtung erfüllt und somit eine zeitgemäße Antwort zum nachhaltigen Bauen gibt. Zentraler
Entwurfsgedanke ist ein eingeschossiges Flächenlayout.

Gebäudeeinschnitte in Form von Atrien dienen der Belichtung. Galerieförmige Überdachungen über die Längsseiten sorgen für einen subtilen Übergang zwischen öffentlichem Raum und Innenbereich. Und die begrünten Bogensegmentdächer unterstreichen den strukturellen Charakter des Gebäudes und lassen eine Markthalle oder ein Gewächshaus assoziieren.


Kategorie Privat:

Appartementhaus Saderlacherweg
Baujahr: 2012, Architekten: Duffner Architekten, Ort: Waldshut-Tiengen
Das Apartmenthaus mit acht Wohneinheiten liegt an einem steilen Südhang. Die Anlage besteht aus zwei Baukörpern mit zwischenliegendem Treppenhaus: vier Wohneinheiten mit je 142 Meter Wohnfläche westlich und weitere vier mit je 98 Quadratmeter Wohnfläche
östlich. Im Sockelgeschoss befinden sich Eingangsbereich, Garagen, Abstellräume und Haustechnik. Die Grundrisse aller Geschosse sind nahezu identisch. Hinter raumhohen Verglasungen mit Lärchenholzrahmen stehen runde Betonstützen als einzige tragende
Elemente. Hierdurch wird eine hohe Flexibilität ermöglicht, sämtliche Innenwände in diesem Bereich sind in Trockenbauweise ausgeführt. Alle Wohnräume sind zur Sonne hin orientiert.
Nebenräume und Nasszellen liegen dem Hang zugewandt. Umlaufende Balkone und Terrassen bieten zugleich Sonnenschutz und Diskretion, große Schiebeelemente als Sicht- und Sonnenschutz können individuell positioniert werden.


Kategorie Ingenieurbauwerke:

Neugestaltung des zentralen Omnibusbahnhofs in Pforzheim (ZOB)
Baujahr: 2015, Architekten: Metaraum, Ort: Pforzheim
Der ZOB Pforzheim ist Teil einer großen infrastrukturellen Entwicklungsmaßnahme und leistet neben der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung des
vernachlässigten Bereichs um den Hauptbahnhof.
Die Dachlandschaft des ZOB formt die bisher ungestaltete Fläche als „Drehscheibe“ für moderne Mobilität in einen urbanen Ort um. Anstatt einer Reihung überdachter Steige wurde ein Stadtraum mit hohem Wiedererkennungswert geschaffen, um den gesellschaftlichen Stellenwert des Nahverkehrs angemessen darzustellen. Die Formensprache des Bahnhofgebäudes aus den 1950er-Jahren wird durch ein Design unserer
Zeit ergänzt: Die geschwungenen Ränder der Dachsegmente sind aus den typischen Radien und Schleifen von Fahrzeugbewegungen abgeleitet – der ZOB zeigt sich als dynamischer Bestandteil des Verkehrs am Ort.


Kategorie Nachwuchspreis:

Zuhause für Saisonarbeiter
Anne-Caterine Greiner konnte am Abend ihre Trophäe in Empfang nehmen. Den Nachwuchspreis für ihren Entwurf für ein Zuhause für Saisonarbeiter hatte die Jury direkt vergeben. Entwurf: Anne-Catherine Greiner, Ort: Schallstadt-Mengen Der Entwurf: In der warmen Jahreszeit finden sich Menschen aus ganz verschiedenen Regionen auf dem Naturgut Horner zur Ernte ein. Unterkünfte für zwei bis vier Personen mit
flexibler Möblierung und integriertem Stauraum gehen auf unterschiedliche Personengruppen ein. Der Standort besticht mit dem Blick auf Felder und Berge der Umgebung. Mit Sonnenterrassen in Richtung Südosten öffnen sich die Gebäude in die Weite des Geländes. Sonnen- und Sichtschutz bieten bei Bedarf große Klappläden. Der Leitgedanke des Entwurfs ist es, die Bauherrenwünsche unter Beachtung ökologischer und ökonomischer wie auch sozialer Aspekte in architektonisch wertvoller Form umzusetzen und eine möglichst hohe Wohnqualität für die Arbeiter zu gewährleisten. So entstand die Grundidee einer dörflichen Struktur, die sich vollkommen in ihre Umgebung einbettet. Die Struktur mit versetzter Anordnung ermöglicht die zusätzliche Belichtung und Belüftung durch kleinere Fenster Richtung Südwesten, einen durchgehenden, verbindenden Weg und große
Gemeinschaftsterrassen. Ein ausgewogenes Verhältnis von privaten und öffentlichen Räumen schafft außerdem eine Privatsphäre für das Individuum, sowie die Möglichkeit für nachbarschaftliche Begegnungen.

Die Begründung der Jury: Das Projekt reagiert auf einen aktuellen Handlungsbedarf: die Unterbringung von Saisonarbeitskräften. Mit einfachen und sparsamen Mitteln gelingt es der Entwurfsverfasserin, ein überzeugendes Mikro-Wohnkonzept mit angemessener Möblierung anzubieten. Unterstützt wird dieser Ansatz durch einen modularen Aufbau aus nachhaltigen Baustoffen, die eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. So entsteht ein Prototyp, der auch Pate für andere Bauaufgaben werden könnte und von dem man sich eine baldige
Realisierung wünscht. Die Jury würdigt die hohe und innovative Qualität des Konzeptes und die sehr gute Entwurfsdarstellung.


Sonderpreis für grenzüberschreitende deutsch-französische Architektur
(direkt von der Jury vergeben)

Passerelle des Deux Rive
Baujahr: 2004, Ort: Kehl/Straßburg, Entwurf: Marc Mimram, Paris, Planung: Leonhardt, Andrä und Partner / Beratende Ingenieure: VBI AG
Der Entwurf: Die Passerelle verbindet seit der Gartenbauausstellung „Le Jardin des deux Rives“ 2004 die Städte Kehl in Deutschland und Straßburg in Frankreich miteinander. Die Brücke, die von dem Pariser Architekten Marc Mimram entworfen wurde, ist weit mehr als ein nützliches Bauwerk zur Überwindung eines Flusslaufes und der Grenze.

Sie soll auch einen privilegierten Aussichtspunkt in die umgebende Landschaft der beiden Rheinufer darstellen und Fußgängern wie Radfahrern eine entsprechende Aufenthaltsqualität bieten. Mit der
Entscheidung für Kehl und das Rheinufer in Straßburg als Ort der Landesgartenschau war es dem Geist des Wettbewerbs entsprechend notwendig, die Trennwirkung des Rheins und der Bundesgrenze weiter auszubauen sowie die Ufer und damit die beiden Städte und Länder
noch besser zu verbinden. Herausgekommen ist eine Schrägseilbrücke mit zwei Stegen über den Rhein, die mittig in einer 100 Quadratmeter großen Plattform zusammentreffen.

Während der große und geschwungene Steg die hochwasserfreien Bereiche der beiden Ufer verbindet, spannt der kleinere den unmittelbaren Bogen zwischen den Flussufern. Die Materialien beschränken sich auf Stahl und Beton. Die Verwendung von Stahl verleiht der Konstruktion Leichtigkeit und Transparenz.

Die Begründung der Jury:
Wenn es eine Sinnhaftigkeit und ein bauliches Zeichen von Verbindung und Freundschaft gibt, dann ist es eine Brücke. Zwei Seiten eines Flusses werden in Form einer Schrägseilbrücke zusammengeführt. Man trifft sich in der Mitte des Bauwerks auf einer „Piazza“, die als Ort der Begegnung und Kommunikation fungiert und zur Bühne wird. Die Konstruktion, geplant und umgesetzt von Leonhardt, Andrä und Partner und der VBI
AG, überzeugt aus tragwerkplanerischer Sicht ebenso wie in der Eleganz des geschwungenen Bogens. Eine überzeugende Synthese in der Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren.


Weitere Preisträger:

Ehrenpreis für identitätsstiftende Architektur
Für sein Wirken als Bauherr und Auftraggeber Prof. Dr. Hubert Burda hat schon im Mai den Ehrenpreis für identitätsstiftende Architektur
entgegengenommen. Mit dem Preis wird sein Wirken als Bauherr und Auftraggeber in der Region gewürdigt. „Die Familie Burda setzt in ihrer Heimatstadt Offenburg seit Jahrzehnten Maßstäbe in Sachen Architektur. Damit haben die Burdas das Bild Badens ganz maßgeblich geprägt“, so Jürgen Grossmann. Der Initiator und Stifter des Badischen Architekturpreises übergab die Trophäe persönlich. „Das Burda-Ensemble ist identitätsstiftend für die gesamte Region, ein Wahrzeichen der Stadt und für viele Badener ein Inbegriff von Heimat. Zudem zeugen all diese Gebäude von großem gestalterischem Feingefühl.“

Begründung:
Spätestens seit dem Bau des prägnanten Burda-Hochhauses in den 60er-Jahren steht der Name Burda für hochwertige Architektur, die das Bild einer ganzen Region prägt.

Doch schon das ehemalige Verwaltungsgebäude und die Druckerei mit dem markanten Turm an der Hauptstraße bildeten in den 50er-Jahren den eindrucksvollen Eingang in die Stadt.

Heute stehen die von dem Schweizer Architekten Walter Nef entworfenen, verbliebenen Teile des Gebäudes unter Denkmalschutz. Wenig später beauftragte Aenne Burda Stararchitekt Egon Eiermann mit dem Bau des Burda-Moden-Verlags am Kestendamm. Der in den 60er-
Jahren erbaute Burda Tower ist noch heute das Wahrzeichen der Stadt.
Prof. Dr. Hubert Burda setzte die Familientradition fort. Er beauftragte das renommierte Architekturbüro Ingenhoven & Partner aus Düsseldorf mit der Neugestaltung und Sanierung eines großflächigen Areals direkt hinter dem Kinzigdamm. Gegenüber von Burda Moden entstand der Medienpark.

Hubert Burda lag dabei viel daran, mit einem kommunikativen Architekturkonzept ein Zeichen zu setzen. Stadtplanerisch sollte das Verlags- und Redaktionsgebäude mit seinen 21.000 Quadratmetern Gesamtfläche, als verbindendes Element der verschiedenen Burda-
Gebäude dienen.
Auch die spektakuläre Sanierung und Neugestaltung des Media Towers erfolgte nach den Plänen des Düsseldorfer Architekturbüros. Ergänzt wurde das neu geschaffene Ensemble durch das markante, kreisrunde Parkhaus. Die außergewöhnliche, semitransparente Seilfassade legt sich wie ein Schleier um das Gebäude und macht es zum Blickfang bei der
Einfahrt in die Stadt.


All Stars Award
Duravit Design Center
Der Designer und Architekt Philippe Starck bedankte sich bei der Verleihung per Videobotschaft für den All Stars Award, den er für den Entwurf des Duravit Design Centers in Hornberg erhält. Mit diesem Preis werden Internationale Stars der Architekturszene ausgezeichnet, deren Entwürfe im Südwesten Deutschlands außergewöhnliche Spuren
hinterlassen haben. „Mit dem Duravit Design Center in Hornberg hat Philippe Starck Außergewöhnliches geschaffen“, so Initiator Jürgen Grossmann. „Der Preis würdigt die Unverwechselbarkeit seines architektonischen Schaffens, die Ergänzung und Vervollkommnung eines Ortes durch ein Gebäude und den Mut, etwas wirklich Neues zu
kreieren.“

Der Entwurf: Das Duravit Design-Center entstand im Jahr 2004. Unter einem Dach vereinen sich dort Teile der Unternehmenssteuerung, Ausstellungsräume, sowie Service- und Trainingscenter. Der 19 Meter hohe Baukörper folgt mit seinem freien, trapezförmigen Grundriss den Gegebenheiten des Geländes. Die Fassade des fünfstöckigen Gebäudes
besteht aus Glas und Edelstahlpanelen. Aber Starck wäre nicht Starck, wenn er nicht gleichzeitig eine humorvolle Geschichte erzählen würde: Zur Hauptverkehrsstraße hin stellt er ein Riesen-WC als Aussichtsplattform in den nachts illuminierten Hausausschnitt.

Besucher können aus zwölf Metern Höhe das Schwarzwald-Panorama genießen. Dieser ikonographische Trick macht das Gebäude einzigartig, denn damit werden die Marke Duravit und deren Charakter räumlich sichtbar.

Im Innenraum sind die fünf Ebenen des Hauses wie Schubladen aufgeteilt: Eine große und helle Multifunktionsfläche erhält ihr Licht durch großzügig verglaste Seitenwände und durch einen Glaszylinder im Haus, der wie eingeschoben von unten nach oben haushoch durch das
Gebäude ragt. Zur besseren Orientierung erhielten die Geschosse jeweils eine Leitfarbe.

Das Gebäude aus der Feder von Stardesigner und Architekt Philipp Starck ist ein überzeugender Baukörper, der wie ein Fels im Tal steht, alles überragt und dem Städtchen Hornberg ein markantes Gesicht verleiht.


Die Jury des ersten Badischen Architekturpreises

- Vorsitz: Dr. Fred Gresenz, Vorsitzender der Architektenkammer Baden-Würtemberg
- Schirmherr: Frank Scherer, Landrat des Ortenaukreises, sowie
- Hadi Teherani, weltbekannter Architekt, Designer und Inhaber von Hadi Teherani Architects,
- Silvia Olp, stellvertretende Vorsitzende des Vereins für Architecture, Engineering and Design und Head of Communication beim Stuttgarter Designstudio Phoenix Design,
- Claude Denu, Inhaber eines der größten französischen Architekturbüros in Frankreich mit Sitz in Straßburg,
- Astrid Piber in Vertretung von Ben van Berkel, Partnerin im UNStudio Amsterdam und verantwortlich für zahlreiche Projekte in Europa, China, Singapur und Südkorea,
- Prof. Dr. Stephan Engelsmann, Präsident der Ingenieurkammer Baden-
Württemberg,
- Barbara Friedrich, Chefredakteurin, Design- und Architekturjournalistin,
- Markus Löffelhardt, Publizist und Fotograf.
Weitere Informationen unter www.badap.de
Oder auf facebook.com/badap und Instagram: instagram.com/Badap

(Info: Tietge GmbH, 12.10.2019)

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