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Ortenaukreis - Rust

17. Oct 2019 - 14:42 Uhr 17 Schüler aus Emmendingen nahmen Kontakt zur ISS auf - Im Rahmen der „Science Days“ in Rust konnten Fragen an den Astronauten Luca Parmitano auf der Raumstation gestellt werden 

REGIOTRENDS-Foto: Jens Glade
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"Europa-Park ruft ISS" - Gewerbeschüler aus Emmendingen stellten während der Science Days im Europa-Park per Amateurfunk Fragen an ISS-Astronauten

Das Wissensfestival Science Days bietet Schülern nicht nur die Möglichkeit, hautnah mit der Wissenschaft in Berührung zu kommen, sondern aktiv an Experimenten teilzuhaben.

Heute Mittag bot sich für 17 Schüler der Gewerblichen Schulen Emmendingen (GHSE) die Möglichkeit, live per Amateurfunk Kontakt zur internationalen Weltraumstation ISS aufzunehmen und Astronaut Luca Parmitario persönlich per Funk Fragen zu stellen.
Ermöglicht wurde dieses spannende Experiment von den Ortsgruppen Freiburg, Emmendingen und Heilbronn des Deutschen Amateur Radio Club e.V., der eigens für diesen besonderen Funkkontakt ein riesiges Equipment aufgebaut hatte.
Ursprünglich war die Verbindung erst einen Tag später geplant, doch musste der Termin aufgrund dringender Wartungsarbeiten an der Energieversorgung der ISS und des damit verbundenen Außenaufenthalts der Astronauten vorverlegt werden.

Pünktlich um 14.03 mitteleuropäischer Sommerzeit konnte Projektleiter Matthias Bopp den Kontakt zu Luca Parmitario herstellen und den Schülern das "O.K." für die Fragen geben.
Nacheinander stellten die Schüler ihre Fragen, die Parmitario im Vorfeld bereits schriftlich vorlagen und der Italiener beantwortete sie der Reihe nach. Nach 17 beantworteten Fragen brach der Funkkontakt ab, da die ISS den Funkbereich der auf dem Dach des Europa-Park Domes installierten Antennen verlassen hatte. Projektleiter Matthias Bopp konnte sich noch verabschieden, dann brach der Kontakt endgültig ab.

Die Funkanlage der Amateurfunker hatte eine Leistung von 600 bis 700 Watt und lag damit im legalen Rahmen bis zu 750 Watt. Die Funkanlage der ISS kommt mit 35 Watt Leistung aus. Während der Kontaktzeit von zwölf Minuten war Astronaut Parmitario laut und deutlich zu hören.

Der gesamte Funkkontakt, die gestellten Fragen sowie die Antworten sind ab morgen auf der Homepage www.dd1us.de nachzuverfolgen.


> Erstmeldung bei REGIOTRRNDS um 14.42 Uhr:

Im Rahmen der „Science Days“ im Europa-Park in Rust nahmen heute Nachmittag von 14.03 - 14.15 Uhr 17 Schüler der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen Kontakt mit der Raumstation ISS auf.
Während des zwölfminütigen Funkkontakts konnten die Schüler Fragen an den Astronauten Luca Parmitano stellen.

Die Verständigung funktionierte laut und deutlich.

Mehr dazu bald!

+++

REGIOTRENDS-Vorschau (14.10.2019): Matthias Bopp funkt über Satelliten und mit der ISS

Er ist der Experte für Weltraumfunk im Kreis Emmendingen nahe Freiburg: Matthias Bopp mit dem Amateurfunkrufzeichen DD1US. „Ja, ich wurde auch schon mal als Spion verdächtigt“, lacht Bopp. Anlass hierzu gab seine selbst gebaute, aber durchaus professionellen Ansprüchen genügende Satellitenantennenanlage auf dem Dach seines Hauses. Eine mehr als ungewöhnliche Optik für nicht in die Leidenschaft des Amateurfunks Eingeweihte! Diese Leidenschaft geht bis in das Jahr 1978 zurück, als er von seinen Eltern ein paar Jedermann-Handfunkgeräte geschenkt bekam. Aber das genügte ihm nicht, er wollte größere Entfernungen überbrücken. Da bot es sich geradezu an, einen Lizenzkurs in einem der Ortsverbände des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) zum Ablegen der staatlichen Prüfung zum Funkamateur zu besuchen und schon ein Jahr später erfolgreich abzuschließen. Und das mit gerade einmal 15 Jahren!

Per Satellit mit der Welt verbunden!

Heute ist der Diplom Ingenieur weiterhin von seinem technischen Hobby fasziniert. Auch, wenn die Kurzwellenbänder zahlreiche völkerverbindende Kontakte rund um den Globus ermöglichen, in der Hauptsache hat er sich dem Betrieb über Satelliten und mit den Raumstationen verschrieben. Dem Spaß an diesem speziellen auch von den Funkamateuren betriebenen Gebiet kam er in seiner Studienzeit in Kaiserslautern in den Jahren 1985 bis 1990 näher. Da baute er mit weiteren Funkfreunden eine Satellitenfunkanlage für die dortige Clubstation an der Universität auf. „Die tieffliegenden Satelliten sind einfach mit einer Rundstrahlantenne zu erreichen“, so Bopp, aber die Herausforderung sind die hoch elliptisch fliegenden Satelliten die entsprechend eine große Reichweite ermöglichen. Hier muss die Antenne der Satellitenlaufbahn nachgeführt werden. „Am Anfang habe ich die Rotorsteuergeräte noch mit der Hand nachgeführt, später dann mit dem Computer verbunden und mit selbst geschriebenen Programmen gesteuert!“ erinnert sich Bopp. Aufgrund der ausgezeichneten Zusammenarbeit der AMSAT-DL (Verband der Satellitenfunkamateure in Deutschland) und QARS (der äquivalente Verband in Qatar) konnte auf dem erst im November 2018 ins All beförderten geostationären Nachrichtensatelliten Es’Hail-2 auch eine Amateurfunknutzlast installiert werden. Hier genügt eine einmal ausgerichtete Antenne, wie beim Fernsehempfang. Es fasziniert, wenn Bopp mit Funkfreunden aus Afrika, Brasilien oder Thailand in bester Übertragungsqualität über „Qatar Oscar 100“, wie der Amateurfunktransponder fachspezifisch genannt wird, in Kontakt tritt! Dabei sind neben Sprechfunkverbindungen auch Videoübertragungen möglich.

Jugend in Kontakt mit der Raumstation!

Das begeistert! Junge Menschen können direkt mit den Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS) in Kontakt treten. „Natürlich nicht einfach so!“ räumt Bopp ein. Daher gibt es die ebenfalls von Funkamateuren betriebene Organisation „Amateur Radio on the International Space Station“ – also „Amateurfunk auf der Internationalen Raumstation“ kurz ARISS. Mit ihrer Hilfe und weiteren Funkamateuren hat Bopp schon einige Kontakte von Schülerinnen und Schülern zu den Astronauten auf der ISS organisiert. Ein immer wieder großes Ereignis für die Schulen und für den Amateurfunk, das intensiven technischen, wie auch organisatorischen Vorbereitungen unterliegt.

Nach erfolgreichen Kontakten mit Alexander Gerst in Künzelsau und Heilbronn im letzten Jahr, folgt am Donnerstag, den 17. Oktober um 14:03 Uhr der Schulkontakt von Schülern der „Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen“ (GHSE) auf den „Science Days“ im „Europa Park“ in Rust.

Die „Science Days“, an denen sich die Funkamateure schon seit Jahren beteiligen, sollen bei jungen Menschen das Interesse an Naturwissenschaft und Technik wecken. Für den Kontakt zur ISS hat Bopp die Schüler seit Monaten intensiv vorbereitet. Mal ging es um die zu stellenden Fragen, ein anderes Mal um die korrekte Funkbetriebstechnik. Denn der Überflug der ISS dauert gerade einmal rund 12 Minuten. Eigens zu diesen Anlass, unterstützen Funkamateure des Ortsverbandes Heilbronn (P05) mit ihrer speziellen technischen Ausrüstung und Erfahrung dieses nicht alltägliche Ereignis.

REGIOTRENDS-Info: Die geplanten Fragen der Schüler (in Englisch):

1. Klara: Can you describe what the feeling when the rocket was launched?

2. Fabian: What were your first impressions when you arrived at the ISS?

3. Kim: How did your family react when they learned about your trip into space?

4. Lukas: Which time zone are you using on ISS and do night and day light changes play a role at all for your working day?

5. Janina: How does it feel to float in space and how do you like zero gravity?

6. Nils: We`ve heard that there are no windows in direction of outer space. Why is that and how does it feel like to see the stars from the station or during an outdoor mission?

7. Lea: The laws of which country are applicable in the ISS and in general there in space and do you have to pay tax for the money you earn in space? Who pays your wages?

8. Willi: Are there any scientific discoveries or important experiments which have been recently made?

9. Marius: Can see you visible changes occurring through the climate change?

10. Berna: Who makes decisions regarding, for example, who is allowed to do a space-walk? The space agencies or the commander?

11. Svenja: Have you or another astronaut ever lost something on the ISS?

12. Felix: Do you think the Bosch reactor will be successfully implemented soon and how will it affect the ISS?

13. Jakob: What do you think about space tourism?

14. Lara: Are private conversations with your family also allowed or do all conversations have to be carried out through the space agencies?

15. Daniel: Was it worth it to put so much work into aerospace, now where you see the results or are you disappointed?

16. Lea: What is the weirdest thing you have on the ISS?

17. Lukas: What do you do in order to prevent injuries and what medical equipment do you use in the case of an emergency?

18. Sam: What did you regret or miss when you flew into space?

19. Pascal: What was the biggest damage you had to repair in the ISS and what happens with an ISS module if it's irreparably damaged?

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