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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

7. Nov 2019 - 13:19 Uhr IHK Südlicher Oberrhein stellt Herbst-Konjunkturbericht vor - Von links: Pascal Schiefer (Vorsitzender der Geschäftsführung des Wolfacher Automobilzulieferers Carl Leipold), IHK-Präsident Dr. Steffen Auer, IHK-Hauptgeschäftführer Dr. Dieter Salomon.
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IHK Südlicher Oberrhein stellte Herbst-Konjunkturbericht vor – Kammer erwartet moderate, aber längere Abschwächung der Wirtschaft

Die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg geht zurück. Erstmals seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2009 scheint die Wirtschaft den fast zehn Jahre anhaltenden Wachstumspfad zu verlassen. Gründe dafür sehen die Fachleute in der Entwicklung der Weltwirtschaft. Es ist fraglich, ob im Gesamtjahr 2019 noch ein geringes Wirtschaftswachstum realisiert werden kann. Die IHK Südlicher Oberrhein legte heute die Ergebnisse ihrer jüngsten Mitgliederbefragung zur Konjunktur der Öffentlichkeit vor.

Den Handelskrieg zwischen den USA und China, den bevorstehenden Brexit und den Strukturwandel in der Automobilindustrie macht IHK Präsident Steffen Auer als maßgebliche Faktoren für die leicht schwächelnde Wirtschaft aus. Zwar gebe es einige Branchen, die von der Schwäche noch nicht berührt würden, man rechne aber in der Zukunft damit, dass die Auswirkungen der Konjunkturschwäche auch diese Bereiche erreichen.
Bisher seien in erster Linie die export-orientierten Betriebe tangiert. Die inlandsgetriebenen Branchen seien genau wie die Bauindustrie bisher nicht betroffen.

Als Konsequenz verliert der Geschäftslagenindex deutlich an Boden. Der Wert sinkt nun schon zum dritten Mal in Folge und liegt nun bei 36 Punkten. Noch bezeichneten fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) ihre Geschäftslage als gut. Lediglich zehn Prozent der Befragten sind deutlich unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Lage.

Stärker als die Lagebewertung ist die Erwartungshaltung der Unternehmen betroffen. Der Geschäftserwartungs-Index verliert 18 Punkte und liegt seit 2013 erstmals wieder im negativen Bereich. Die Unternehmer, die mit einer negativen Entwicklung rechnen, liegen mit 23 Prozent erstmals über denen, die eine positive Erwartungshaltung haben (17 Prozent).

Die Kombination aus Geschäftslage und -erwartung kombiniert der IHK-Konjunktur-Index. Dieser verliert gegenüber dem Vorjahr 14 Punkte und steht mit 113 Punkten erstmals unter dem bisher tiefsten Wert aus dem Jahr 2012.

Auswirkungen hat dies auch auf die Investitionen. Nur noch 22 Prozent der Befragten wollen aus Kapazitätsgründen investieren. Der Anteil dieser Unternehmen lag im Vorjahr noch bei 35 Prozent. Die Betriebe werden im Hinblick auf die eigenen Investitionsentscheidungen deutlich vorsichtiger.

Die einzelnen Branchen:

In der Industrie ist insgesamt noch keine Trendwende erkennbar. Seit Anfang 2018 befindet sich diese Branche in der Abschwächung. Zwar sind 39 Prozent der Industrieunternehmen noch mit der Geschäftslage zufrieden, trotzdem fiel der Index von 68 auf 20 Punkte. Das ist die schlechteste Lagebewertung seit mehr als sechs Jahren. Gründe sind die schlechtere Auftragslage sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Erstmals seit 2012 liegt die Erwartungshaltung der Industriebetriebe im negativen Bereich. Es rechnen 23 Prozent mit einer Verschlechterung und nur 18 Prozent mit einer Verbesserung der Lage.

Deutlicher zeigt sich die Entwicklung in der erwarteten Beschäftigung. Immer mehr Unternehmen rechnen damit, dass ihre Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten sinken wird. Das ist deshalb beachtlich, weil in den vergangenen Jahren die Beschäftigtenzahl trotz schwächerer Konjunktur anstieg.

Dienstleister

Noch im Frühjahr verspürten nur wenige Dienstleister eine Abschwächung der Konjunktur. Dieses Bild hat sich zum Herbst deutlich verändert. Der Geschäftslagen-Index verliert deutlich um 20 Punkte und steht mit 34 Punkten nun auf dem Niveau von 2013. Trotzdem wird die aktuelle Lage immer noch positiv bewertet. 40 Prozent der Befragten melden eine gute Lage, lediglich sechs Prozent sind unzufrieden.

Anders die Erwartungen und die Einschätzung der Beschäftigungszahlen. Beide Werte drehten im Herbst deutlich ins Minus. Mehr als ein Drittel der Unternehmen gehen von einer Verschlechterung der eigenen Geschäfte aus und auch der Index der Beschäftigtenzahlen sinkt deutlich um 25 Punkte.

Der Handel

Unbeeindruckt zeigt sich der Handel. Hier sinkt der Geschäftslagen-Index lediglich um drei Punkte, ist aber mit 47 Punkten noch deutlich über dem Zehn-Jahresdurchschnitt. Die Geschäftserwartung bleibt mit 16 Punkten gegenüber dem Frühjahr konstant. 77 Prozent der Befragten erwarten keine oder nur marginale Veränderungen.

Hotel- und Gaststättengewerbe

Ähnliches gilt für das Gastgewerbe. Die Branche ist bisher nicht von Eintrübungen betroffen. Dennoch sind die Erwartungen der Gastronomen und Hoteliers verhalten. Problematisch bleibt der Fachkräftemangel.

Baubranche

Hochzufrieden zeigt sich das Baugewerbe. Konjunkturelle Turbulenzen sind hier bisher wenig bis gar nicht spürbar. Der Geschäftslagen-Index sinkt deshalb nur leicht um zwei auf 81 Punkte. Allerdings machen sich die ersten Betriebe Sorgen um die Zukunft. Immerhin rechnet jeder achte Betrieb mit einem Rückgang der Geschäfte. 79 Prozent der Bauunternehmer machen sich jedoch keine Sorgen um die Zukunft.

Die größten Risiken für die Unternehmen

Insgesamt rückt der Fachkräftemangel etwas aus dem Fokus (56 Prozent). Stattdessen sorgen sich immer mehr Unternehmer um die Inlandsnachfrage. Mehr als die Hälfte aller Befragten nannten diesen Punkt als ihre größte Sorge (51 Prozent). Mit 37 Prozent rückt die Wirtschaftspolitik als Risikofaktor in den Blickpunkt. Immer mehr Unternehmer erwarten von der Politik mehr Zielstrebigkeit. Gerade im Bezug auf die Mobilität sind klare Zielsetzungen mehr gefragt denn je.
Die schwächere Konjunktur sorgt für eine deutliche Entlastung auf dem Arbeitsmarkt. Die Fachkräftegewinnung rückt etwas in den Hintergrund. Außerdem tragen ausländische Fachkräfte zur Lösung dieses Problems bei. Es bleibt abzuwarten, was hier das in 2020 erwartete Fachkräfteeinwanderungsgesetz zur Bewältigung beiträgt.

Pascal Schiefer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Wolfacher Automobilzulieferers Carl Leipold, berichtete aus seiner Sicht über die Lage und die Erwartungen der Branche. „Wie Dr. Auer erwarten auch wir keine schwere Rezession. Jedoch ist eine schnelle Erholung ebenfalls nicht in Sicht“, so Schiefer. Aufgrund des Strukturwandels in der Automobilbranche erwartet der Unternehmer eine Phase großer Investitionen. Dies sei umso schwieriger, als durch die Abschwächung der Wirtschaftslage die entsprechenden Gelder fehlten. Derzeit sei mit einer Phase der Einsparungen zu rechnen. Die schlage vor allem bei den untersten Gliedern der Zuliefererkette durch.

„Insgesamt sind wir am südlichen Oberrhein weniger betroffen als andere Regionen“, zog IHK-Präsident Auer ein Resümee. Eine Erhöhung der Arbeitslosenquote erwartet Auer nicht. Instrumente wie die Kurzarbeit seien geeignet, die Phase der Abschwächung unbeschadet zu überstehen. „Die Unternehmen werden sicher nicht die qualifizierten Arbeitskräfte leichtfertig auf den Markt werfen“, ist der IHK-Präsident überzeugt.

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