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14. Dec 2019 - 20:42 Uhr Zug auf der Ravennabrücke (Foto: DB Regio / Alexander Kurschat)
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Breisgau-S-Bahn 2020: Ost-West-Achse geht in Betrieb - Neues attraktives S-Bahn-Angebot für die gesamte Region - Baumaßnahmen zum Fahrplanwechsel erfolgreich abgeschlossen - Feierliche Inbetriebnahme in Donaueschingen - Kostenfreie Mitfahrt am 21. Dezembe

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember startet das neue Fahrplankonzept auf der Ost-West-Achse der Breisgau-S-Bahn mit durchgehenden Verbindungen zwischen Kaiserstuhl und Hochschwarzwald. Die Arbeiten auf der Höllentalbahn Ost sind abgeschlossen, auch auf der Breisacher Bahn konnte der Abschnitt Freiburg–Gottenheim termingerecht fertig gestellt werden und die neuen elektrischen Triebwagen von Alstom stehen bereit.

Mit einer Sonderfahrt von Endingen nach Donaueschingen haben heute Vertreter aus der gesamten Region zusammen mit Gästen aus Stuttgart und Berlin die Inbetriebnahme gefeiert. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren bei der Zugtaufe eines neuen Triebwagens auf die Stadt Löffingen in Löffingen dabei. „Anlässlich unserer 1.200 Jahrfeier war die Taufe des neuen Triebwagens ein besonderes Highlight für die Stadt Löffingen“, freute sich Bürgermeister Link, der die Gäste zu dem rund einstündigen Stopp begrüßte.

„Wie die Eröffnungsfahrt gezeigt hat, verbindet die Schiene unzählige Menschen in der Region Südbaden. Die Breisgau S-Bahn bietet mit verbesserten Taktzeiten mit einem komplexen Betriebskonzept im Hintergrund, den neuen Fahrzeugen und den modernisierten Stationen mehr Komfort und Modernität zwischen dem Kaiserstuhl und dem Schwarzwald“, ist sich David Weltzien, Vorsitzender der Regionalleitung bei DB Regio Baden-Württemberg, sicher.

Bei der offiziellen Inbetriebnahmefeier in den Donauhallen Donaueschingen begrüßte Oberbürgermeister Erik Pauly unter anderen den Parlamentarischen Staatsekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, den Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger, den Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, den landtagsabgeordneten Winfried Hermann, den Verbandsvorsitzenden des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) und Landrat von Emmendingen, Hanno Hurth, die stellvertretenden Vorsitzenden des ZRF, Landrätin für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Dorothea Störr-Ritter, den Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, Sven Hinterseh, sowie den Konzernbevollmächtigten der DB AG für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz.

Bei seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste in den Donauhallen freute sich Oberbürgermeister Pauly: „Der Ausbau der Breisgau-S-Bahn bedeutet für uns in der gesamten Region Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und Umweltschutz zugleich.“

Der Parlamentarische Staatssekretär Bilger machte deutlich: „Mit dieser attraktiven, neuen Ost-West-Verbindung auf der Breisgau-S-Bahn machen wir den öffentlichen Personennahverkehr im Großraum Freiburg und in der gesamten Region zukunftsfähiger und moderner. Ich freue mich über dieses beispielhafte, umfassende Mobilitätsangebot, in das der Bund rund 201 Millionen Euro investiert. Das ist ein starkes Signal des Bundes für die Förderung des Regionalverkehrs. Bei diesem werden wir unser bisher schon großes Engagement weiter massiv ausbauen. Von der zusätzlichen Erhöhung und Dynamisierung der Regionalisierungsmittel um 5,2 Milliarden Euro sowie die Aufstockung und Neuausrichtung der Gemeindeverkehrsfinanzierung bis 2025 auf 2 Milliarden Euro jährlich werden weitere Projekte in der Region profitieren können.“

Verkehrsminister Hermann betonte: „Die Breisgau-S-Bahn ist derzeit das größte ÖPNV-Bauprojekt in Baden-Württemberg. Dank der Bereitschaft der Region, sich finanziell stark zu engagieren, entsteht in Südbaden ein besonders attraktives Angebot zum Umstieg vom Auto auf den klimaschonenden und umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr. Das Land hat sich konsequent für den Ausbau der Breisgau-S-Bahn eingesetzt, trotz mancher Schwierigkeiten. Wir treiben unser Konzept für eine nachhaltige Mobilität in der gesamten Region energisch voran! Deshalb fördert das Land auch weitere Projekte, z.B. am Hochrhein.“

Landrat Hurth und Landrätin Störr-Ritter stellten für den ZRF fest: „Das Ausbauprogramm Breisgau-S-Bahn ist ein Quantensprung im Nahverkehrsangebot für die gesamte Region. Die umsteigefreie West-Ost-Achse ist hierbei der zentrale Baustein für die umweltfreundliche Mobilität. Sie verbindet die Bevölkerung vom Rhein bis auf die Baar und stellt damit ein Signal für die große Bedeutung des ländlichen Raums auch in Zukunft.“

Landrat Hinterseh erklärte: „Für den Schwarzwald-Baar-Kreis ist die neue östliche Höllentalbahn ein großer Meilenstein für die Region. Durch die Weiterentwicklung des regionalen Nahverkehrs können wir die Attraktivität der Region sowohl als Lebensmittelpunkt als auch als Wirtschaftsstandort enorm steigern.“

Der Konzernbevollmächtigte der DB AG für das Bundesland Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, machte deutlich: „Für eine flächendeckende, umweltfreundliche Mobilität ist der Ausbau der Schieneninfrastruktur im Regionalverkehr der Lösungsansatz, wie hier in der Region Freiburg und im Schwarzwald. Der Ausbau der Breisgau-S-Bahn ist ein starkes Beispiel dafür, wie Projekte erfolgreich umgesetzt werden können, wenn alle Beteiligten engagiert zusammenarbeiten.“

Neues, attraktives Verkehrskonzept verbindet die Region

Die Umstellung des Zugangebots und die durchgehenden Verbindungen mit den neuen, elektrischen Fahrzeugen des Typs Alstom Coradia Continental (ET 1440) sorgen für weitere Qualitätsverbesserungen für die Fahrgäste. Zur deutlichen Attraktivitätssteigerung des Schienenpersonennahverkehrs tragen die Verknüpfung der Breisacher Bahn mit der Höllentalbahn West und Ost als eine durchgängige West-Ost-Achse zwischen Breisach und Villingen bei. In Gottenheim wird die östliche Kaiserstuhlbahn (Endingen - Riegel - Gottenheim) und in Titisee die Drei-Seen-Bahn nach Seebrugg eingebunden. Dafür ist täglich 120-mal ein anspruchsvolles Flügeln und Kuppeln erforderlich – eine Besonderheit auf der neuen Strecke, da die Züge in Titisee und Gottenheim jeweils getrennt und wieder zusammengeführt werden – eine große betriebliche Herausforderung. Damit wird zwischen Breisach/Endingen und Neustadt entsprechend der Nachfrage ein Halbstundentakt angeboten. Alle Beteiligten wie Lokführer, Kundenbetreuer im Zug, Disponenten in der Leitstelle und Reiniger haben sich in den vergangenen Wochen mit den neuen Fahrzeugen und dem Betriebskonzept vertraut gemacht.

Die Elektrifizierung der Höllentalbahn Ost ermöglicht durchgehende Zugverbindungen im Stundentakt: Von Villingen über Donaueschingen, Löffingen, Neustadt, Hinterzarten und Kirchzarten nach Freiburg sowie weiter bis Breisach beziehungsweise Endingen am Kaiserstuhl. Künftig halten alle Züge auch in Bachheim und Unadingen im Stundentakt. Darüber hinaus ist auf der östlichen Höllentalbahn eine Ausweitung des Angebots in den Tagesrandzeiten vorgesehen. Auch auf der Breisacher Bahn werden künftig die Haltepunkte mit allen Zügen bedient.

Kostenfreie Mitfahrt am 21. Dezember 2019

Am 21. Dezember 2019 besteht die Möglichkeit, die neuen Züge und Verbindungen zwischen Endingen/Breisach und Seebrugg/Villingen kostenfrei zu testen. Zwischen Breisach und Gottenheim können die Busse des Schienenersatzverkehrs ebenfalls kostenfrei genutzt werden. An den Infoständen des Regio-Verkehrsverbund Freiburg in Gottenheim, Titisee und Freiburg erhalten Interessierte zwischen 10 Uhr und 16 Uhr Informationen zum neuen Angebot.

Finanzielles Engagement aller Projektbeteiligten

Die von der DB umgesetzten Investitionen beim Ausbau der Breisgau-S-Bahn liegen bislang bei insgesamt rund 335 Millionen Euro. Sie werden gemeinsam vom Bund, dem Land Baden-Württemberg sowie dem Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg finanziert. Die Modernisierung des rund 13,5 Kilometer langen Abschnitts der Höllentalbahn Ost von der Kreisgrenze bis Donaueschingen finanziert der Landkreis Schwarzwald-Baar, der hierfür auch gemeinsam mit dem ZRF die Planungskosten trägt.

Zügige Projektrealisierung Höllental Ost

Die Deutsche Bahn hatte am 1. Juli 2018 mit den umfangreichen Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt der Höllentalbahn Ost zwischen Titisee/Neustadt und Donaueschingen begonnen. Dafür war eine komplette Sperrung des Abschnitts erforderlich. Auch der Ausbau von fünf Tunneln war für die Elektrifizierung der Strecke notwendig. Dabei musste der Gleisoberbau um bis zu 70 Zentimeter tiefer gelegt werden. Erschwert wurden die Bauarbeiten durch eine aufwendige Baustellenlogistik, da die Baustellen nur auf der Schienenstrecke erreichbar waren. Alle Stationen auf der östlichen Höllentalbahn sind durch Rampen oder Aufzüge barrierefrei erreichbar.
Bereits seit dem 2. Dezember fahren dort die neuen Züge. Die Baukosten im Abschnitt der Höllentalbahn Ost liegen bei rund 102 Millionen Euro.

Breisacher Bahn

Im Februar 2019 starteten die Bauarbeiten auf der Breisacher Bahn. Die Ausbaumaßnahmen auf der rund 23 Kilometer langen Strecke dauerten bis Dezember 2019. Dabei wurde nicht nur die komplette Oberleitungsanlage neu gebaut, sondern auch die Gleisanlagen in großen Teilen erneuert. An 23 Bahnübergängen erfolgten zudem Umbauarbeiten. Barrierefrei ausgebaut wurden die Stationen Landwasser und Klinikum. Wegen Verzögerungen im Bauablauf im Frühjahr 2019 kann der Betrieb zwischen Gottenheim und Breisach erst zum 17. Februar 2020 wieder aufgenommen werden. Bis dahin ist noch ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Baukosten im Abschnitt der Breisacher Bahn liegen bei rund 135 Millionen Euro.

Weitere Bauabschnitte im Überblick

Vom Frühjahr 2018 bis zum Dezember 2018 wurden die Arbeiten auf der Höllentalbahn West durchgeführt. Das Zentralstellwerk im Bahnhof Freiburg-Wiehre wurde bereits 2018 in Betrieb genommen. Von dort wird der gesamte Zugverkehr auf der Höllentalbahn und der Breisacher Bahn gesteuert. Die Arbeiten für die Elektrifizierung auf der Elztalbahn sind nach heutiger Planung für Frühjahr 2020 vorgesehen. Bereits abgeschlossen ist der Ausbau der Strecken Müllheim-Neuenburg (Baden) und Titisee–Seebrugg (Drei-Seen-Bahn).

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