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Ortenaukreis - Oberkirch

7. Jul 2020 - 09:55 Uhr Landrat Frank Scherer, der Landtagsabgeordnete Willi Stächele und Ansgar Jäger, Leiter des Amts für Vermessung und Flurneuordnung, enthüllten eine Informationstafel zu den in Tiergarten seit 1974 durchgeführten Rebverfahren.

Nachweis: Landratsamt Ortenaukreis
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Ära der Flurneuordnungen in Oberkirch-Tiergarten endet - Landrat Frank Scherer: „Flurbereinigungen sind wichtige Bausteine einer zukunftsfähigen Weinwirtschaft“

Der in einem umfassenden Flurbereinigungsverfahren neu gestaltete Rebberg „Ochsengrund-Ost“ in Oberkirch-Tiergarten wurde am Montagnachmittag offiziell seiner Bestimmung übergeben. Zu diesem Anlass enthüllte Landrat Frank Scherer bei einer Feierstunde gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Willi Stächele und dem Leiter des Amts für Vermessung und Flurneuordnung, Ansgar Jäger, eine Informationstafel zu den in insgesamt 12 Gewannen durchgeführten und bereits 1974 begonnenen Rebverfahren in Tiergarten. Die vom Amt für Vermessung und Flurneuordnung geleitete, letzte Maßnahme „Ochsengrund-Ost“, bei der eine Fläche von 31 ha bearbeitet wurde, verbessert die Anbau- und Arbeitsbedingungen der Winzer erheblich und macht eine umweltschonende Produktion möglich. Im Rahmen des Verfahrens, das 1992 startete und im letzten Jahr rechtlich abgeschlossen wurde, wurden auch die Mauerreste des Kulturdenkmals Ullenburg freigelegt und saniert.

„Flurbereinigungen wie hier in Tiergarten sind wichtige Bausteine einer zukunftsfähigen Weinwirtschaft, sie sichern die Existenz der Betriebe und Arbeitsplätze und tragen zum Naturschutz bei“, so Landrat Scherer in seiner Ansprache. „Die Ortenauer Winzer- und Landwirtsfamilien garantieren uns nicht nur erstklassige Produkte für unsere Genussregion, sondern leisten auch einen enorm wichtigen Beitrag zum Erhalt eines Juwels der Ortenau, unserer fantastischen Kulturlandschaft, die uns Lebensqualität und Gäste bringt“, würdigte Scherer die Arbeit im Weinberg. Gerade in diesen schwierigen Zeiten sei er dankbar und bewundere er, mit wie viel Leidenschaft, Innovationskraft, Flexibilität und Ideenreichtum die Branche auf neue Herausforderungen reagiere. Der Dank des Landrats galt zudem dem Land für dessen Förderung in Höhe von 898.000 Euro und der Stadt Oberkirch, die unter anderem Restrisikoversicherungen finanzierte und einen Zuschuss für den Dorfbachausbau gab. Dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung und dem Verband der Teilnehmergemeinschaften dankte er für die reibungslose Zusammenarbeit. Besonders hob er das große Engagement von Konrad Papst hervor, der seit 1984 an der Spitze der Teilnehmergemeinschaften sämtlicher Verfahren gestanden hatte.

Darüber hinaus richtete Scherer auch den Wunsch an das Land Baden-Württemberg, im Sinne der Standortpolitik im Ländlichen Raum die vom Land zu besetzenden Stellen in der Flurneuordnung zügig nachzubesetzen, sodass Verzögerungen bei den ohnehin schon langen Verfahren vermieden werden.

Auch der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Kehl und frühere Bürgermeister von Oberkirch, Willi Stächele, betonte, welche große Leistung hier von der Teilnehmergemeinschaft vollbracht wurde. „Wir müssen den Standort Deutschland sichern. Und dazu gehört auch die Unterhaltung der Kulturlandschaft und die Unterstützung der Winzerinnen und Winzer durch Verbesserung der Strukturen in den Reblagen“, so Stächele.

Im Zuge des Verfahrens wurden Rebflächen neu gestaltet und Kleinterrassen angelegt, Trockenmauern, Wege und Entwässerungsanlagen gebaut sowie Reb-, Garten- und Waldgrundstücke zusammengelegt und neu verteilt. Als Ausgleich für die unvermeidlichen Eingriffe in die Natur entstanden zusammenhängende Biotopsstreifen und naturnahe Gräben, zudem wurden durch Steinschüttungen mit Einzelbäumen Lebensräume für Eidechsen und andere Tiere geschaffen.



Daten und Fakten zum Flurbereinigungsverfahren „Ochsengrund-Ost“

· Beginn und Abschluss: 1992/2019

· Anzahl der Beteiligten: 75 Teilnehmer

· Fläche: Gesamtfläche von 76 ha (inkl. Waldflächen), bearbeitete Fläche 31 ha, Anbaufläche 14,5 ha.

· Rund 80.000 Kubikmeter Material wurden bewegt.

· Kosten: 1,5 Mio. Euro, davon Landesförderung: 898.000 Euro

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