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Kreis Emmendingen - Emmendingen

20. Jul 2021 - 14:35 Uhr

DRK-Einsatzkräfte aus dem Landkreis Emmendingen halfen bei Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz - Logistische und körperliche Herausforderungen wurden gemeistert

DRK Einsatzkräfte aus dem Landkreis Emmendingen halfen bei Flutkatastrophe in Rheinland Pfalz.
Die Evakuierung des Pflegeheims in Ahrweiler war eine logistische und körperliche Herausforderung.
DRK Einsatzkräfte aus dem Landkreis Emmendingen halfen bei Flutkatastrophe in Rheinland Pfalz.
Die Evakuierung des Pflegeheims in Ahrweiler war eine logistische und körperliche Herausforderung.
Donnerstag vergangene Woche: Das Land Baden-Württemberg hat beschlossen, dem benachbarten Bundesland Rheinland-Pfalz bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu helfen. Neben Feuerwehreinheiten wurden auch 100 Rettungswagen aus den Beständen des Katastrophenschutzes noch an diesem Abend ins Krisengebiet geschickt. Auch der DRK-Kreisverband Emmendingen erhielt den "Marschbefehl" für zwei dieser speziellen Einsatzfahrzeuge und musste dafür das Personal stellen.

"Ich hatte eine halbe Stunde Zeit, mich zu entscheiden, ob ich mitgehe oder nicht", erinnert sich Mathias Kölbel aus Bleibach. Gemeinsam mit Matthias Gusky aus Elzach, Martin Gebhardt aus Freiamt und Jonathan Fromm aus Waldkirch nahm er von Christian Leiberich, Leiter das Amtes für Brand- und Katastrophenschutz, den Marschbefehl in Richtung Rheinland-Pfalz in Empfang. Wie lange der Einsatz dauern würde, war nicht bekannt. "Wir gingen mal von drei bis vier Tagen aus", so Matthias Guski. Im geschlossenen Konvoi ging es über Nacht von der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal aus nach Bad-Neuenahr-Ahrweiler. Hier sollten die Einsatzkräfte aus Südbaden am nächsten Tag bei der Evakuierung ein großes Pflegeheim mit 400 Bewohnern unterstützen. Die Bewohner sollten nach Bonn in ein für sie geräumtes Hotel gebracht werden. "Die Menschen in dieser Einrichtung mussten zwei Tage lang ohne Strom und Trinkwasser ausharren", so Matthias Guski. Während der Flut stand das 14stöckige Gebäude bis zur Decke des zweiten Obergeschosses unter Wasser. Doch einfach hinfahren und helfen, das ging nicht: Die Zufahrten mussten erst durch die Bundeswehr und das THW mit schwerem Räumgerät freigemacht werden. Aber auch dann war es schwierig: "Plötzlich standen wir vor einer Brücke, aber die war einfach weg", so Mathias Kölbel. Mit Hilfe einheimischer Feuerwehrkameraden fand man über Schleichwege eine zweite Brücke, um nach Ahrweiler zu gelangen. Aber auch die war teilweise eingestürzt. Sie durfte nur von einzelnen Fahrzeugen im Schritttempo befahren werden. Im Pflegeheim angekommen war körperliche Höchstleistung gefragt. Die gehfähigen Bewohner waren schon mit Bussen abtransportiert worden. Nun mussten die schwer pflegebedürftigen Patienten mühsam über viele Treppen hinunter getragen werden, bevor sie auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt werden konnten.

Noch während die Evakuierungsarbeiten liefen, wurde ein medizinischer Notfall im Stadtgebiet Ahrweiler gemeldet. Der reguläre Rettungsdienst kam nicht durch, ein Notarzt stand nicht zur Verfügung. Notfallsanitäter Jonathan Fromm und seine Helfer waren völlig auf sich allein gestellt, um die lebensbedrohliche Situation zu bewältigen. Zum Glück gab es ein noch halbwegs intaktes Krankenhaus, das sie nach der Erstversorgung ansteuern konnten. "Hier geht im Moment nur reine Katastrophenmedizin", stellte Matthias Guski fest.

Zweimal musste der DRK-Konvoi aus Südbaden die Tour zwischen Ahrweiler und Bonn bewältigen. Vor allem bei stockdunkler Nacht war dies nicht ungefährlich. Im Katastrophengebiet brannte ja keine einzige Straßenlampe. Vorsichtig musste man sich über schlammige, teilweise schwer beschädigte Straßen voran tasten. Gewarnt wurden die Einsatzkräfte auch immer wieder vor den trüben Schlamm- und Wassermassen, herabhängenden Stromleitungen und gerissenen Gasleitungen, die zusätzliche Gefahrenquellen darstellten.

Der zweite Einsatztag begann mit Warten im Bereitstellungsraum. Die erste Aufgabe, den regulären Rettungsdienst zu unterstützen, wurde später von einer anderen Einsatzeinheit übernommen. Vor die Wahl gestellt, einen neuen Bereitstellungsraum am Nürburgring anzufahren oder den Einsatz zu beenden, beschlossen die Kräfte aus Emmendingen, den Heimweg anzutreten.

Neben den körperlichen Strapazen seien es vor allem die vielen Eindrücke gewesen, die nachhaltig wirken. "Überall Trümmer, so weit das Auge reicht, Kilometer um Kilometer", fasst es Martin Gebhardt zusammen. Viele Betroffene hätten bereits mit dem Aufräumen begonnen. Andere hätten einen apathischen Eindruck gemacht. "Die einheimischen Einsatzkräfte waren fix und fertig. Die hatten ja auch über Tage hinweg geschuftet, im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Umfallen", so Matthias Guski. "Das was wir gesehen und erlebt haben, das werden wir so schnell nicht mehr vergessen".

(Presseinfo: Kurt Meier, DRK Kreisverband Emmendingen, 20.07.2021)


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