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Breisgau-Hochschwarzwald - Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

8. Aug 2025 - 13:39 Uhr

Bodenschutzkalkung im Stadtwald Löffingen und im Gemeindewald Eisenbach ab September 2025 - Hilfe für den Wald im Klimawandel

Bodenschutzkalkung im Stadtwald Löffingen und im Gemeindewald Eisenbach ab September 2025
Bodenschutzkalkung im Stadtwald Löffingen und im Gemeindewald Eisenbach ab September 2025

Auswirkungen des „sauren Regens“ im Waldboden – Bodenschutzkalkung stärkt die Lebensgemeinschaft Wald - Gesunde Wälder und belebte Böden sind natürliche Wasserfilter und Garant für sauberes Trinkwasser.


Im September wird im Stadtwald Löffingen und im Gemeindewald Eisenbach die Bodenschutzkalkung durchgeführt. Ein Helikopter wird dann Kalk über dem Wald ausbringen.

Hintergrund:
Die Debatten um den sauren Regen und das daraus resultierende Waldsterben in den 1970er und 80er Jahren liegen lange zurück. Der saure Regen wurde durch Schadstoffe wie Schwefeldioxid und Stickoxide verursacht, die aus Verbrennungsprozessen der Industrie stammten. Das daraus entstandene Waldsterben der 80er Jahren machte das Problem und seine Auswirkungen auf die Natur sichtbar. Als Folge daraus wurden die verursachenden Industrieanlagen mit Entschwefelungsanlagen aufgerüstet, um diese schädlichen Auswirkungen auf die Wälder und Gewässer zu reduzieren. Im Waldboden zeigen sich die Nachwirkungen allerdings noch bis heute. Insbesondere im Schwarzwald sind die Böden zum Teil stark versauert, was insbesondere auf eine schlechtere Regenerationsfähigkeit der von Natur aus eher sauer geprägten Böden zurückzuführen ist. Die Versauerung führt zu einer geringeren biologischen Aktivität im Boden und zu schlechten Lebensbedingungen für die bodenbewohnenden Lebewesen und Pilze. Dadurch ist auch die Nährstoffverfügbarkeit im Boden verringert und Bäume wachsen schlechter und sind weniger vital.

Die Bodenschutzkalkung: Für einen gesunden Waldboden
Um der Versauerung entgegen zu wirken wurde daher seit den 80er Jahren bundesweit Kalk im Wald aufgebracht. In Baden-Württemberg hat sich die Bodenschutzkalkung dauerhaft etabliert und wird basierend auf der Bodenzustandserhebung der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg umgesetzt.
Kalk reagiert mit den Säuren im Boden und neutralisiert sie. Dadurch wird der pH-Wert des Bodens erhöht und die Lebensbedingungen für Pflanzen und Bodenorganismen verbessert. Ohne diese regenerierende Maßnahme würden die versauerungsbedingten Einschränkungen im Lebensraum Wald und die negativen Auswirkungen auf Ökosystemleistungen noch sehr lange anhalten und sich teilweise sogar noch weiter verschlechtern. Über die Zuführung von basischen Nährstoffen werden die Bäume in ihrer Vitalität und Widerstandskraft gegenüber Trockenheit gestärkt. Gesunde Waldböden sind eine Grundvoraussetzung für ein vielfältiges Bodenleben, stabile Wälder und erfüllen eine wichtige Funktion als Trinkwasserfilter.

Rund 70 Prozent unseres Trinkwassers im Land kommt aus bewaldeten Gebieten. Dabei ist für das Schutzgut Wasser ein gesunder Boden eine unerlässliche Voraussetzung.

Bodenschutzkalkung in Löffingen: Was? Wie? Wo?
Das Kalkmaterial besteht aus fein gemahlenem Dolomitgestein und einem Dolomit-Holzasche-Gemisch. Es beinhaltet neben Kalzium auch Magnesium und über die Holzasche kommen die zusätzlich benötigten Nährstoffe Phosphor und Kalium dem Wald zugute. Die Anlieferung erfolgt aus einem Steinbruch bei Empfingen, östlich von Horb am Neckar, Landkreis Freudenstadt. Pro Quadratmeter werden nur etwa 400 Gramm aufgebracht, also etwa 4 Tonnen pro Hektar Wald. Die Ausbringung erfolgt durch einen Helikopter, der den Kalk über den Waldgebieten verstreut. Die Bodenschutzkalkung wird gezielt auf insgesamt 392,2 Hektar Wald durchgeführt und dauert, je nach Wetterlage, etwa drei Wochen.
Während der Maßnahme muss der Wald aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden. Waldbesuchende werden gebeten, die Sperrhinweise zu beachten. Auch wird es zu einer gewissen Staubentwicklung kommen. Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen durch das Kalkmaterial besteht nicht. Bereits der nächste Regenschauer wird den Kalkstaub in den Boden einwaschen.

Zusätzliche Informationen:
Einer Bodenschutzkalkung geht ein fast zweijähriger Planungsprozess voraus. Zur Kalkung vorgesehen werden generell nur Böden, bei denen eine starke Versauerung festgestellt wurde (pH-Wert i. d. R. unter 4,2, Basensättigung unter 15%). Im Rahmen der Planung werden die Belange des Arten-, Natur- und Wasserschutzes berücksichtigt. Bereiche, in denen zum Beispiel kalkungssensible Arten, Biotope oder natürlich saure Standorte vorkommen, werden bei einer Kalkung herausgenommen (Ausschlussflächen).

Die Planung und Überwachung der Maßnahme erfolgt durch die Untere Forstbehörde am Landratsamt Breisgau Hochschwarzwald in Abstimmung mit den dortigen Behörden für Natur-, Boden- und Wasserschutz.

Eine Bodenschutzkalkung wird höchstens einmal alle 10 Jahre, abhängig vom Versauerungsgrad und der Bodenentwicklung, durchgeführt.

Die Ausschreibung der Dienstleistung erfolgte durch das Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 8 Forstdirektion. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Firma Montex aus Emfingen. Die Europäische Union fördert die Bodenschutzkalkung von privaten Waldeigentümern mit Waldflächen von unter 30 Hektar mit 100 Prozent der entstehenden Nettokosten. Waldeigentümer mit Waldflächen von über 30 Hektar werden mit 90 Prozent der Nettokosten gefördert.

Detaillierte Informationen zum Thema regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung auf der Internetseite der FVA unter:
https://www.fva-bw.de/top-meta-navigation/fachabteilungen/boden-umwelt/ernaehrung-und-stoffhaushalt-von-waeldern/regenerationsorientierte-bodenschutzkalkung

Weitere Informationen zum Thema Wald auf der Internetseite des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter: www.mlr-bw.de/wald

(Presseinfo: Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald - Landesforstverwaltung, 08.08.2025)

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