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Schwarzwald-Baar-Kreis - Bad Dürrheim

14. Oct 2021 - 09:32 Uhr

Regierungspräsidentin Schäfer übergab Ehrennadeln des Arbeitskreises Alemannische Heimat in Bad Dürrheim - Sechs Frauen und Männer für Verdienste bei der Heimatpflege ausgezeichnet

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer
Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer

Der Arbeitskreis Alemannische Heimat hat am Mittwochabend in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) Ehrennadeln für Verdienste auf dem Gebiet der Heimatpflege verliehen. Bei einer Feierstunde im Narrenschopf zeichnete Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer gemeinsam mit dem am Nachmittag bei der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises neu gewählten Vorsitzenden des Arbeitskreises, Bernhard Fehrenbach, sechs Frauen und Männer für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement aus.

Die Ehrennadel erhielten Lotte Sieber aus Loßburg (Kreis Freudenstadt), Brigitte Mühl aus Waldkirch (Kreis Emmendingen), Otto Schnurr aus Ottenhöfen (Ortenaukreis), Christian Schulz aus Bötzingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Klaus-Peter Mungenast aus Kappelrodeck (Ortenaukreis), Siegfried Mager aus Zimmern ob Rottweil (Kreis Rottweil).

„Der ehrenamtliche Einsatz für die Heimatpflege trägt viel zur Identität einer Region bei und fördert ein stabiles, lebenswertes Gemeinwesen“, sagte Regierungspräsidentin Schäfer. Sie dankte den Geehrten im Namen des Landes für ihr Engagement. Anlässlich der Verleihung der Ehrennadeln kamen aus dem gesamten Regierungsbezirk Freiburg Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Vereinen nach Bad Dürrheim, die sich mit dem Trachtenwesen, der Heimatgeschichte, dem Amateurtheater oder der Mundartpflege befassen.

Bürgermeister Jonathan Berggötz begrüßte die Gäste und dankte dem Team vom Narrenschopf und den Mitgliedern verschiedener Trachtenvereine, die vor und hinter den Kulissen zum Gelingen des Abends beigetragen haben.

Anlass für die Auszeichnung mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat sind folgende Verdienste der Geehrten:

Lotte Sieber aus Loßburg erhält die Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat aufgrund ihrer Verdienste im Trachtenwesen. Seit 1959 ist sie in der Trachtengruppe Loßburg aktiv. Eine Zeitlang hat sie den Verein auch als erste Vorsitzende geleitet. Ferner engagiert sie sich im Arbeitskreis Tracht im Trachtengau Schwarzwald. Auch in den Trachtentanzgruppen in Dürrenmettstetten und Dornhan hat sie immer wieder ausgeholfen. Sie ist die „Geheimwaffe“ der Trachtengruppe Loßburg in allen Dingen, die Trachten und Brauchtumspflege betreffen, egal, ob es um Proben, Veranstaltungen oder Auftritte geht. Lotte Sieber kümmert sich um die Verpflegung bei Festen, die Tischdekoration oder hilft beim Aufsetzen der Schappeln. Sehr geschätzt wird auch ihr Geschick bei der Besorgung von Perlen für die Schappeln und von Rockstoffen Auch selbst greift sie noch gerne zu Nadel und Faden, wenn es um das Nähen von Blusen, Schürzen oder Unterhosen geht.

Brigitte Mühl aus Waldkirch erhält die Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat aufgrund ihrer Verdienste bei der Vermittlung der alten Handwerktechnik des Spinnens und ihres Engagements als trachttragende Drehorgelspielerin. Brigitte Mühl ist als aktive Trägerin der Elztäler Tracht im Trachten-, Heimat-und Brauchtumsverein Bleibach Zweitälerland e. V., in der Mundartgruppe Elztal der Muettersproch-Gsellschaft und im Bund „Heimat und Volksleben“ e.V. aktiv. Sie engagiert sich als Spinnerin bei der Vermittlung dieser alten Handwerkstechnik. Zunächst hat sie nur Wolle gesponnen. Seit einiger Zeit arbeitet sie jedoch auch mit Flachs, den sie im eigenen Garten anbaut. Sie ist seit Jahren in Tracht als Spinnerin am Ausstellungsstand des Bundes Heimat und Volksleben auf Messen zum Beispiel in Offenburg und Freiburg tätig und macht mit ihrem Spinnrad Vorführungen in verschiedenen Museen, insbesondere im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach.

Otto Schnurr aus Ottenhöfen erhält die Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat aufgrund seines langjährigen Engagements in verschiedenen Bereichen der Heimatpflege. Otto Schnurr war 24 Jahre Präsident der Fastnachtsvereinigung Ottenhöfener Knörpeli. Er hat den Ortenauer Narrenbund mitgegründet und ist dort Ehrenpräsident. Auch im Bund Deutscher Karneval ist er aktiv und zudem Vorsitzender des Kultur- und Heimatvereins Achertal. Als freier Mitarbeiter schreibt er ferner für Tageszeitungen über das Vereins- und Kulturleben der Region und hat Beiträge zur Chroniken und Festschriften verfasst. Zudem ist Otto Schnurr als Moderator von Fernsehsendungen aufgetreten und unermüdlich als Organisator von Festen, Umzügen und Freilichtspielen aktiv. Sein Engagement ist nicht auf die Heimatpflege beschränkt: Er war auch als Fußballspieler und später Funktionär aktiv. Zudem war er 44 Jahre im Gemeinderat von Ottenhöfen tätig.

Christian Schulz aus Bötzingen erhält die Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat aufgrund seines langjährigen Engagements für die Theatererziehung junger Menschen. Hauptberuflich als Lehrer tätig, war der ausgebildete Theaterpädagoge kulturpolitisch jahrzehntelang ein nimmermüder, stets fundierter Streiter für die Etablierung von Theater als Schulfach. Er wirkte an der Gründung des Landesverbandes Theater in Schulen Baden-Württemberg e.V. mit, in dem er sich bis heute ehrenamtlich engagiert. Von 2008 bis 2021 war Christian Schulz im Präsidium des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. tätig. Er selbst ist bis heute als Teil des Mundarttrios „Die Badischen Drei“ auf der Bühne zu sehen und seit 1990 in der Mundarttheatergruppe Zungenschlag Bötzingen tätig, zunächst als Regisseur und später als Technikverantwortlicher. Die Gruppe gewann unter anderem 2001 den Mundarttheaterpreis „Oskarle“ und ist 2021 für den Landesamateurtheaterpreis „LAMATHEA“ nominiert.

Klaus-Peter Mungenast aus Kappelrodeck erhält die Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat für seine Verdienste um die Förderung der Blasmusik. Seit 2002 steht er als Präsident dem Acher – Renchtal – Musikverband e.V. vor, im Bund Deutscher Blasmusikverbände e.V. ist er seit 2010 Vizepräsident. Ferner ist er im Landesmusikverband Baden-Württemberg e.V., dem Dachverband der Amateurmusik in Baden-Württemberg seit 2017 Schatzmeister. Im Bundesmusikverband Chor und Orchester e.V. ist er als Mitglied der Programmkommission für die Tage der Chor-und Orchestermusik verantwortlich. Während seiner Zeit als Bürgermeister von Kappelrodeck von 1985 bis 2009 hat er die Veröffentlichung mehrerer heimatgeschichtlicher Bücher begleitet und das Kreistrachtenfest in Kappelrodeck mitorganisiert.

Siegfried Mager aus Zimmern ob Rottweil erhält die Ehrennadel des Arbeitskreises Alemannische Heimat für seine langjährigen Verdienste um das Trachtenwesen, seinen Einsatz für den Stand des Landesausschusses Heimatpflege im Rahmen der Heimattage und seine Mitarbeit im Vorstand des Arbeitskreises Alemannische Heimat. Im Trachtengau Schwarzwald war Siegfried Mager als Schriftführer, Gauvorstand und bis heute im Arbeitskreis Tracht aktiv. Auch der Landesverband der Heimat- und Trachtenverbände Baden-Württemberg hat von seinem Engagement profitiert: Siegfried Mager war dort zunächst als Schriftführer und später als Vorsitzender sowie als Delegierter beim Landesmusikrat tätig. Im Trachtenverein Zimmern hat Siegfried Mager zudem lange Zeit als Schriftführer mitgewirkt. Nicht vergessen werden darf, dass sich Siegfried Mager auch jahrelang um den Stand des Landesausschusses Heimatpflege bei den Heimattagen Baden-Württemberg gekümmert hat. Zudem war er seit 1991 bis heute als Beisitzer im Vorstand des Arbeitskreises Alemannische Heimat tätig.


Hintergrundinformation

Der Arbeitskreis Alemannische Heimat e.V. ist Dachverband für Verbände in Südbaden, die auf dem Gebiet der Heimatpflege (Trachtenwesen, Mundart, Bürgerwehren, Geschichtsforschung, Musik und Tanz, Theater) tätig sind.

Das Regierungspräsidium Freiburg fördert als Landesbehörde die Heimatpflege und arbeitet beratend im Arbeitskreis mit.

Die vorgenommene Ehrung beruht auf der Richtlinie des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V. Freiburg über die Auszeichnung herausragender ehrenamtlicher Verdienste um die Heimatpflege.


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