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19. Mai 2022 - 18:50 Uhr

„Für reisemedizinische Beratung und Impfungen Zeit einplanen“ - Reisemediziner mit Tipps zur Urlaubsvorbereitung ++ Nachbericht zum Lesertelefon vom 19. Mai 2022

Reisemedizin

Quelle: Henrik Dolle - Fotolia.com(1)
Reisemedizin

Quelle: Henrik Dolle - Fotolia.com(1)

Das Ende von Corona-Schutzmaßnahmen in vielen Ländern macht es leichter, wieder auf Reisen zu gehen. Die Buchungszahlen für den Sommer steigen aktuell deutlich an – auch für Auslandsreisen. Wie eng Reisen und Infektionsrisiko zusammenhängen, hat die Pandemie deutlich gezeigt. Und was für Corona gilt, trifft grundsätzlich auch auf andere Infektionskrankheiten wie Hepatitis A und B, Masern, Tollwut oder Influenza zu. Vor Beginn der Urlaubssaison informierten Reisemediziner in der Sprechzeit, welche Schutzimpfungen für welche Urlaubsziele empfohlen sind und worauf es bei den medizinischen Reisevorbereitungen ankommt. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nachlesen:

Ich kenne meinen Impfstatus für einige Erkrankungen nicht. Was kann ich tun?
Dr. Albrecht von Schrader-Beielstein: Grundsätzlich gilt: Was nicht im Impfpass eingetragen ist und nicht aus den Aufzeichnungen Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin hervorgeht, gilt auch nicht als Impfschutz. Gegebenenfalls müssen fehlende Impfungen nachgeholt werden. Sprechen Sie über das genaue Vorgehen mit Ihrem Hausarzt oder nehmen Sie eine reisemedizinische Beratung in Anspruch.

Welche der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen sind auf Reisen wichtig?
Dr. von Schrader-Beielstein: Ein vollständiger Standard-Impfschutz nach den Empfehlungen der STIKO stellt eine optimale Grundlage für weitergehende Maßnahmen dar, die auf das Reiseziel und individuelle Gesundheitsrisiken abgestimmt sind. Dazu zählen das Alter, etwaige Vorerkrankungen, der aktuelle Gesundheitszustand, aber natürlich auch Besonderheiten der Reise. Ein Aufenthalt in einem Ferienressort erfordert andere Vorbereitungen als eine Rundreise auf eigene Faust.

Ich habe bisher keine reisemedizinische Beratung in Anspruch genommen. Wie gehe ich vor – und was kostet die Beratung?
Prof. Tomas Jelinek: Im Idealfall erfolgt eine reisemedizinische Beratung möglichst frühzeitig vor der Abreise, um genug Zeit für eventuell notwendige Impfungen und andere Maßnahmen zu haben. Aber auch kurzfristig lässt sich noch Einiges regeln. Zahlreiche niedergelassene Ärzte haben eine Fortbildung Reisemedizin und bieten entsprechende Beratungen an. Das BCRT – Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin hat reisemedizinische Beratungsstellen in zahlreichen Filialen von Globetrotter Ausrüstung etabliert. Hier sind Beratung und Impfung auch ohne Termin möglich, für die Beratung werden 20 Euro berechnet.

Wie sieht es mit dem Impfschutz für Kinder auf Reisen aus?
Dr. von Schrader-Beielstein: Kinder haben eine andere Wahrnehmung ihrer Umwelt und gehen anders auf ihr Umfeld zu. Das hat große Bedeutung für die Erkennung und Vermeidung von Gefahren auf Reisen. Ein Beispiel ist der Umgang mit Hunden und die damit verbundene mögliche Exposition gegenüber Tollwut. Eine Tollwutimpfung schützt nachhaltig gegenüber einer nicht behandelbaren Erkrankung. Grundsätzlich trifft für Kinder zu, was auch für Erwachsene gilt: Sie sollten einen vollständigen Impfschutz gemäß der STIKO-Empfehlungen aufweisen und bei Bedarf zusätzlich einen auf die Reise abgestimmten spezifischen Schutz erhalten.

Für welche Reiseziele wird eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen?
Prof. Karl-Heinz Herbinger: Grundsätzlich ist jedem Fernreisenden eine Hepatitis A-Impfung zu empfehlen, da man sich sehr schnell über Trinkwasser oder über kontaminierte Speisen mit dem Hepatitis A-Virus infizieren kann. Das Risiko ist vor allem in jenen Reisegebieten sehr hoch, wo die hygienischen Standards eingeschränkt oder sogar schlecht sind. Das gilt insbesondere für Entwicklungsländer, aber auch für Länder im Osten Europas oder in Mittelmeergebieten. Da eine Hepatitis A-Infektion im höheren Alter fulminanter verläuft, sollten – nicht nur, aber vor allem – erwachsene, insbesondere ältere Menschen vor der Abreise gegen Hepatitis A geimpft werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung – und wo bekomme ich sie?
Dr. von Schrader-Beielstein: Der Hepatitis A-Impfschutz tritt beim Einzelimpfstoff in der Regel ungefähr 12 bis 15 Tage nach der ersten Impfung ein. Aufgrund der langen Inkubationszeit von etwa 15 bis 50 Tagen und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes kann die Impfung auch noch kurz vor der Abreise verabreicht werden. Nach der ersten Hepatitis A-Impfung sind bei mindestens 95 Prozent der geimpften Gesunden Antikörper nachweisbar. Mit einer zweiten Impfung nach sechs bis zwölf Monaten wird ein Langzeitschutz erreicht und die Grundimmunisierung ist abgeschlossen. Wegen der Impfung können Sie sich an Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin wenden oder an eine reisemedizinische Praxis. Adressen finden Sie unter www.crm.de oder www.bereit-zu-reisen.de.

Für welche Reiseziele gilt das Risiko für eine Hepatitis B-Infektion als erhöht?
Prof. Herbinger: Das Hepatitis B-Virus ist sehr infektiös. Es kann über alle Körperflüssigkeiten äußerst leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Darüber hinaus können Eingriffe, die die Haut verletzten, beispielsweise Tätowierungen, Piercing oder Rasieren mit scharfer Klinge, ein äußerst hohes Risiko einer Hepatitis B-Infektion mit sich führen. Da dieses Virus weltweit vorkommt, ist jeder diesem Risiko ausgesetzt. Ich rate allen Menschen, egal ob sie jung oder alt sind, egal ob sie eine Fernreise planen oder auch nur in Europa bleiben – also unabhängig vom Reiseziel – zur Impfung gegen Hepatitis B.

Sind besondere reisemedizinische Vorbereitungen auch für eine Kreuzfahrt notwendig?
Prof. Herbinger: Der Aufenthalt auf dem Schiff signalisiert zunächst einmal Sicherheit, doch gesundheitliche Risiken existieren gleichwohl. Für Schiffsreisende besteht sogar ein bestimmtes Risiko, sich mit Keimen zu infizieren, die über die Nahrung übertragen werden. Das zeigen gelegentliche Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen, insbesondere mit dem Norovirus. Hierbei kann es in sehr kurzer Zeit bei vielen Schiffsreisenden zu starkem Durchfall und Erbrechen kommen, was dann – insbesondere bei Säuglingen oder älteren Menschen – zu bedrohlichen Wasserverlusten führen kann. Da sich auf Schiffen viele Menschen auf engem Raum befinden, besteht darüber hinaus auch ein erhöhtes Risiko für Tröpfcheninfektionen wie Influenza oder COVID-19.

Tollwut, Diphtherie, Typhus – sind solche Risken für Pauschalreisen nicht vernachlässigbar?
Prof. Jelinek: Keineswegs. Eine Impfung gegen Diphtherie wird auch in Deutschland grundsätzlich jedem empfohlen. Tollwut kommt – mit der Ausnahme Neuseelands – weltweit vor. Die Infektion wird durch Bisse von Säugetieren übertragen, daher ist das Risiko schwer zu kalkulieren. Eine Erkrankung ist immer tödlich, wohingegen eine Impfung sehr zuverlässig schützt. Typhus verbreitet sich wieder verstärkt in aller Welt, vor allem nehmen multiresistente Stämme dieser Bakterien zu. Daher wird die Impfung aktuell mit mehr Nachdruck empfohlen.

Ich bin vor zwei Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankt. Worauf muss ich bei der Reisevorbereitung besonders achten?
Prof. Herbinger: In der Regel haben alle Menschen mit chronischen Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko, schwerer an Infektionen zu erkranken. Deshalb gibt es von der STIKO spezielle Impfempfehlungen für diese Risikogruppen, zum Beispiel für Diabetiker oder Herzkranke. Bei diesen meist älteren Patienten sind Impfungen gegen Influenza, COVID-19, Pneumokokken-Infektionen und Gürtelrose ratsam. Wichtig ist zu erwähnen, dass chronisch Kranke vor Abreise ihren behandelnden Arzt über die geplante Reise in Kenntnis setzen, damit entsprechende Vorkehrungen getroffen werden können. Es ist wichtig, die Medikamente, auf die der Patient wegen seiner chronischen Erkrankung angewiesen ist, noch in Deutschland zu erwerben und dann in ausreichender Menge mit auf die Reise zu nehmen.

Ist bei einer Reise an die türkische Mittelmeerküste ein besonderer Mückenschutz erforderlich?
Prof. Jelinek: Guter Mückenschutz ist auch in der Türkei wichtig, nicht nur nachts, sondern vor allem auch tagsüber. Die effektivste Substanz zum Aufbringen auf die Haut ist Diethyltoluamid (DEET).

Wir planen eine Reise mit dem Wohnmobil durch Schweden. Welche reisemedizinischen Vorbereitungen sollen wir treffen?
Prof. Jelinek: Zusätzlich zu den Impfungen, die reiseunabhängig auf jeden Fall vorliegen sollten – also Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Diphtherie, Polio und Pertussis – ist für die geplante Reise vor allem eine Immunisierung gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wichtig. Diese Infektion hat in den letzten Jahren auch in Skandinavien deutlich zugenommen.


Weiterführende Informationen
- www.bereit-zu-reisen.de – Reisegesundheits-Portal von GlaxoSmithKline
- www.bcrt.de – Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin
- www.crm.de – Fachinformationsdienst des Centrums für Reisemedizin
- www.impfen-info.de – Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)


Die Experten in der Sprechzeit waren:

Prof. Dr. med. Karl-Heinz Herbinger; Facharzt für Arbeitsmedizin, Tropenmedizin; Professor für Tropenmedizin und Reisemedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. med. Tomas Jelinek; Medizinischer Direktor des BCRT – Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, Lehrbeauftragter der Universität zu Köln, Consulting Expert der WHO
Dr. med. Albrecht von Schrader-Beielstein; Allgemeinarzt und Arzt für Naturheilverfahren, Praxis für Reise- und Tropenmedizin, Wörthsee bei München

(Info: Ulrich Klein GbR)


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