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Gesamte Regio - Rust

23. Sep 2022 - 15:10 Uhr

36. badenova Wasserkolloquium im Europa-Park Rust: Zwischen Dürreperioden und Extremwetterereignissen - Wie sichern wir zukünftig unsere Trinkwasserversorgung?

Die Referenten des Wasserkolloquiums 2022:
V.li.: Dr. Martin Lindenlaub (Landratsamt Breisgau Hochschwarzwald), Philip Grimm (Grimm Water Solutions), Joscha Schelhorn (GIT HydroS Consult GmbH, Freiburg),
Heinz-Werner Hölscher (Vorstand badenova), Klaus Rhode (Leiter Wasser/Abwasser bnNETZE), Roland Weis (Moderation, Leiter Unternehmenskommunikation badenova, seit Mitte September im Ruhestand)

Bildquelle badenova, Fotograf Jonas Conklin.
Die Referenten des Wasserkolloquiums 2022:
V.li.: Dr. Martin Lindenlaub (Landratsamt Breisgau Hochschwarzwald), Philip Grimm (Grimm Water Solutions), Joscha Schelhorn (GIT HydroS Consult GmbH, Freiburg),
Heinz-Werner Hölscher (Vorstand badenova), Klaus Rhode (Leiter Wasser/Abwasser bnNETZE), Roland Weis (Moderation, Leiter Unternehmenskommunikation badenova, seit Mitte September im Ruhestand)

Bildquelle badenova, Fotograf Jonas Conklin.
Hochwasser und Starkregen, Dürreperioden sowie die Sicherstellung der
hiesigen Trinkwasserqualität: Die Klimafolgen erfordern eine Anpassung in der Wasserversorgung und stellen Kommunen, Energieversorger aber auch die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Vertreter der badenova, diskutierten mit Vertretern von Kommunen, Behörden, Wissenschaft und Verbänden auf dem 36. Wasserkolloquium, das in den Konferenzräumen des Europa Park Stadions in Freiburg stattfand.

Extreme Trockenheit: Schaubilder mit sinkenden Grundwasserständen und Bilder von ausgetrockneten heimischen Bächen zogen sich durch die Fachvorträge.

badenova Vorstand Heinz-Werner Hölscher skizzierte zu Beginn der Tagung den übergeordneten Versorgungsauftrag, die „Lebensenergie Wasser“ in der Region zu sichern. Für die Kommunen sei badenova der „Anpassungspartner im Klimawandel“. Der erneut extrem trockene Sommer hat gezeigt: Besonders in den Schwarzwaldgemeinden sind etliche Quellversorgungen massiv bedroht und neue Versorgungsleitungen müssen aufgebaut bzw. bestehende ausgeweitet werden.

Die Herausforderung kann nur interkommunal durch Vernetzung der betroffenen Kommunen gelöst werden. Deshalb werden in der Region auch etliche Strukturgutachten beauftragt, um ein noch klareres Bild über die Versorgungslage zu bekommen. Auch durch den Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz der badenova werden akute Fragestellungen, die die Folgen des Klimawandels lindern
sollen, untersucht.

Die Standbeine der Wasserversorgung: Die Region verfügt über zwei wesentliche Standbeine der Wasserversorgung - das Wasserwerk Ebnet und das Wasserwerk Hausen an der Möhlin. „Während die Grundwasserstände in Ebnet stark schwanken, sind die Stände in Hausen deutlich stabiler“, so Klaus Rhode, Leiter Wasser/Abwasser bei der badenova Tochter bnNETZE. Dennoch zeigen die Studien, dass auch dort die Grundwasserneubildung sukzessive abnimmt und Handlungsdruck besteht. Das Wasserwerk Hausen ergänzt immer häufiger die Wasserabgabe aus Ebnet, um Freiburg vollumfänglich zu versorgen. Joscha Schellhorn (GIT HydroS Consult) erläuterte anhand des Zartener Beckens, das die Grundwasserleiter des Wasserwerks Ebnet aufgrund des starken unterirdischen Gefälles naturbedingt leicht leerlaufen – ein Zustand, der immer häufiger eintritt.

Neubau Wasserwerk: Um sich für die Zukunft optimal aufzustellen, plant
badenova derzeit den Neubau des Wasserwerks Ebnet. Die dortigen Brunnen sollen weiter ausgebaut und ertüchtigt werden, die Aufbereitungstechnik komplett erneuert sowie die Desinfektionsanlage optimiert werden – um nur einige der Maßnahmen zu nennen.

Vorrangiges Ziel ist auch der Ausbau der Wasserkapazitäten in der Notversorgung, um umliegenden Gemeinden im Dreisamtal eine höhere Versorgungssicherheit zu bieten.

Rekordmengen im Wasserwerk Hausen: Dass das 2. Standbein der badenova Wasserversorgung, das Werk in Hausen, derzeit häufig mit hoher Auslastung läuft, belegen auch die aktuellen Zahlen: Klaus Rhode (Leiter Wasser/Abwasser) spricht von „Rekordmengen für die Region“, die vom Wasserwerk Hausen beliefert werden – zirka 50 Prozent der gesamten Gesamtwasserabgabe werden an Umlandsgemeinden abgegeben. In Hausen fördern sechs 6 Tiefbrunnen aus bis zu 70 bis 120 m Tiefe Wasser in einer Tagesmenge von ca. 45. Millionen Liter pro
Tag. In den letzten 6 Jahren ist die Trinkwasserproduktion von 7,2 Mio. m³/a auf 10,1 Mio. m³/a gestiegen, um die geringeren Quellwasserschüttungen auszugleichen und eine Wasserknappheit zu vermeiden.

Dr. Martin Lindenlaub vom Landratsamt Breisgau Hochschwarzwald, Fachbereich Wasser & Boden, sprach zum Thema „Niedrigwasserstrategie zwischen Rhein und Feldberg“. Sein Fazit: Bei längeren Trockenperioden im Schwarzwald ist das Leerlaufen der dortigen Quellen nicht zu verhindern. Kleine Quellwasser- und
Eigenwasserversorgungen sind massiv bedroht und benötigen zwingend einen Anschluss an die öffentliche Versorgung. Auch müssten strukturelle Defizite in den Verteilnetzen behoben werden. In der Rheinebene gibt es größere Grundwasservorkommen, doch der steigende Wasserbedarf der Landwirtschaft stellt ein zunehmendes Problem dar: Fragen der Wasserverteilung legen immer stärker die Nutzungskonflikte offen.

Philip Grimm von Grimm Water Solutions beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem Zustand der Gewässer im Land. Er erläuterte, dass Mischwasserüberläufe für bis zu 60 Prozent der Schadstoffemissionen in den deutschen Gewässern verantwortlich sind. Derzeit erfüllten weniger als 10 Prozent der deutschen Fließgewässer die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie – Tendenz steigend. U.a. tragen die Extremniederschläge, die laut Studien der LUBW bis 2050 um 23
Prozent zunehmen werden, dazu bei. Eine intelligente Kanalnetzsteuerung kann die Lösung sein.

Alle Referenten des Fachforums waren sich einig: Die stetig steigenden
Herausforderungen und der Bedarf einer „Klimafolgenanpassung“ sind nur gemeinschaftlich zu stemmen. Das heißt, dass Kommunen, Energieversorger, Behörden, Wissenschaft und industrielle Dienstleister ihre Erfahrungen und ihr Know-how bündeln und gemeinsam nach interkommunalen Lösungen suchen


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