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Ortenaukreis - Offenburg

29. Mai 2026 - 21:59 Uhr

Deutsch-Französischer Kunstpreis der Rotary-Clubs Strasbourg und Offenburg-Ortenau - Die Vielfalt des Illustrators Simon Prades

Zeichnung von Chillida
Zeichnung von Chillida

Der in Offenburg lebende Illustrator Simon Prades ist der diesjährige Preisträger des Prix de l’illustration, des Deutsch-französischen Kunstpreises, den eine Jury unter Vorsitz von Thérèse Willer der langjährigen Chefin des Tomi-Ungerer-Museums vergibt. Der Preis ist nicht nur mit 4.000 Euro dotiert, sondern umfasst auch eine Einzelausstellung in der Straßburger Galerie AIDA (Grand’Rue 130). Finanzierung und die Organisation durch Pascal Klein liegen in den Händen der Rotary Clubs Strasbourg und Offenburg-Ortenau.

In seiner Laudatio wies Matthias Braun, ehemaliger Oberbürgermeister von Oberkirch und künftiger Präsident des Rotary Clubs Offenburg-Ortenau darauf hin, dass der 2022 erstmals ins Leben gerufene Illustrationspreis sich zunehmenden Interesses bei KünstlerInnen erfreut: Mehr als 100 Teilnehmer aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz hatten sich diesmal beworben. Der Preis verkörpere wichtige rotarische Werte wie gesellschaftliche Partizipation durch die Kunst, Förderung von Kunst und Kultur, Integrität und Freundschaft über die Grenzen hinweg.

Wer die Kundenliste des Illustrators Prades überfliegt - von der New York Times, Spiegel und ZEIT über GEO und Nature Magazine bis zu Disney, Sony und Apple - wird nachvollziehen können, dass inzwischen viele Redaktionen von sich aus auf ihn zukommen. Über die Eigen-Vermarktung hatte er allerdings während seines Studiums nicht gehört. Heute ist das etwas anders, da Prades sowohl in Trier als auch an anderen Kunsthochschulen, etwa Porto und Saarbrücken, lehrt. Für ein Kunst-am-Bau-Projekt der Universität des Saarlandes gestaltet Prades gerade die Treppenhäuser.

Die Wurzeln seiner Arbeit liegen bei den Zeichnern wie Horst Janssen, Egon Schiele und Käthe Kollwitz aber auch Gustave Doré und Tomi Ungerer. Prades arbeitet mit unterschiedlichsten Techniken Tinte, Bleistift, Radierung und Aquarell und scheut sich auch nicht manche Dinge digital nachzuarbeiten: „Wobei die Basis ist natürlich ausschließlich analog.“

Mit der Bedeutung der Illustrationen im Medienbetrieb ist Prades durchaus zufrieden. „Graffiti und Streetart haben das sicher vorangebracht, zumal viele gute Zeichner und Graphiker meiner Generation früher Teil dieser Bewegung waren. Natürlich wäre mehr immer schön.“ Und heute, die maschinellen Schnell-Zeichnungen der sogenannten künstlichen Intelligenz? „Die macht es für diejenigen schwer, die jetzt noch nicht etabliert sind. Für die originäre Kreativität brauche es aber weiterhin den Menschen, denn was macht KI anderes als die kopierten und erlernten Muster, recht schnell und preiswert zugegebenermaßen, wiederzugeben.“

Prades lebt mit Sohn und seiner Frau Julie Corouge, einer bretonischen Kapitänstochter, seit 2019 in Offenburg; sie arbeitet für das Euro-Institut als Referentin für den Wissenschafts- und Hochschulbereich. Wenn er sich und zwar unabhängig vom Preis nur ein einziges Gemälde in seiner Wohnung aufhängen dürfte, hinge da wohl das Bild der Parkettschleifer von Gustave Caillebotte oder, wenn es eine Zeichnung sein sollte, ein Blatt des Basken Eduardo Chillida.

Jury
Thérèse Willer, langjährige Chefin des Ungerer Museums
Patricia Potrykus, Direktor der Städtischen Galerie Offenburg
Brigitte Friant-Kessler, Professorin für Design und Visualisation
Yannick Lefrançois, Illustrator
Dagmar Gilcher, Kulturjournalistin

Die Austellung mit Werken von Simon Prades ist in der Galerie AIDA,
130 Grand’Rue à Strasbourg zu sehen vom 29. Mai bis 3. Juni,
geöffnet (auch Sonntag) von 14h bis 19h.

https://www.aida-galerie.com/

INFO: Rotary-Club Offenburg-Ortenau


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